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netz NRW eNews Nr. 163 vom 24.03.2020, virenfrei.

Corona-Infos für Kleinbetriebe und Organisationen

Bundesprogramm zur Unterstützung von Kleinunternehmen und Selbstständigen
Frisch und noch nicht ganz in trockenen Tüchern

Gestern hat dazu das Kabinett die Eckpunkte festgelegt: Durch die Corona-Folgen gefährdete Betriebe sollen "schnell und unbürokratisch" Unterstützung bekommen. Unternehmen, Selbstständige und Freiberufler mit bis zu 5 Beschäftigten können eine Einmalzahlung von bis zu 9.000 Euro, mit bis zu 10 Beschäftigten von bis zu 15.000 Euro erhalten. Der Zuschuss muss nicht zurückgezahlt werden, sofern er für Betriebsmittel (nicht für den Lebensunterhalt) verausgabt wird. Das Geld soll den Betroffenen helfen, ihre wirtschaftliche Existenz zu sichern und Liquiditätsengpässe zu kompensieren. In diesem Fall handelt es sich um eine direkte Transferleistung, andernfalls doch um ein Darlehen (zu vermutlich moderaten Zins- und Tilgungskonditionen). Alle Anträge auf die Soforthilfe sollen zunächst bewilligt werden, die Bedürftigkeitsprüfung dann erst nachträglich folgen.
Bundestag und Bundesrat müssen dem Entwurf noch zustimmen. Das soll bis Ende der Woche (27.03.?) geschehen. Die Beantragung ist aktuell also noch nicht möglich.
Das Land NRW will übrigens aufstocken und zusätzlich Unternehmen mit 10 bis 50 Beschäftigten Zuschüsse in Höhe von 25.000 Euro zahlen.
Bitte informieren Sie sich über das Procedere laufend unter wirtschaft.nrw/coronavirus.
 

Beratungsförderung zu Home-Office-Arbeitsplätzen, Videokonferenzen und Groupware

Das go-digital-Programm des Bundeswirtschaftsministeriums unterstützt kleine Unternehmen aus Gewerbe und Handwerk bei der Digitalisierung. Unternehmen können jetzt auch die Einrichtung von Home Office-Arbeitsplätzen fördern lassen. Ein Maßnahmenstart ist sofort ohne Zuwendungsbescheid möglich. KMU müssen nicht wie sonst 9 Wochen auf den Bescheid warten und können zusammen mit einem/r autorisierten go-Digital Berater/in über das Portal easy-Online direkt den Förderantrag stellen.
 

Entschädigung bei Verdienstausfall durch Quarantäne

Sollte wegen des Corona-Virus ein Tätigkeitsverbot (z.B. Quarantäne) ausgesprochen werden, kann eine Entschädigung beantragt werden. Nach dem Infektionsschutzgesetz erhalten auch Selbstständige und FreiberuflerInnen den Verdienstausfall ersetzt. Grundlage der Berechnung ist der letzte vorliegende Einkommensteuerbescheid. Der Antrag muss innerhalb von drei Monaten nach Einstellung des Tätigkeitsverbots gestellt werden. Zuständig  sind die Landschaftsverbände LVR Rheinland (für die Reg.-Bez. Köln und Düsseldorf) und LWL Westfalen Lippe (Reg.-Bez. Arnsberg, Detmold und Münster).
 

Notfallkoffer für Betriebe

Auch unabhängig vom Corona-Virus kann es für Unternehmen und Vereine ratsam sein, für den Fall einer Erkrankung der/s Geschäftsführenden einen „Notfallkoffer“ zu packen, der mit div. Vollmachten, einem Vertretungsplan, Informationen zu Kunden/Lieferanten und einer Dokumentation von Bankverbindungen, Passwörtern etc. versehen ist. Die örtlichen IHK haben so ein Notfallpaketmuster (beschreibbares PDF, 67 Seiten) zum Download im Angebot: das Notfall-Handbuch für Unternehmen.


Datenschutz?

Hinweise zur Corona-Pandemie und Datenschutz gibt der Landesbeauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit NRW.
 

Kurzarbeit anmelden

Bundesrat und Bundestag haben wegen Corona Vereinfachungen beim Kurzarbeitergeld beschlossen, die rückwirkend zum 1. März 2020 in Kraft getreten sind und auch rückwirkend ausgezahlt werden.
Merkblatt des BMAS zum Kurzarbeitergeld  l  Erklärvideos auf youtube: Voraussetzungen und Verfahren.
 

Coronavirus im Minijob

Die Minijob-Zentrale hat zu diesem Thema eine FAQ-Liste angelegt.
 

Was ist, wenn ich einen Vertrag wegen der Corona-Folgen nicht erfüllen kann?

Unter anderem dazu hat die IHK zu Köln interessante Antworten gebloggt:
"Hinweise und Links zum Corona Virus für Unternehmen"  # FAQ 3
 

Soforthilfen für Kunst- und Kulturschaffende

Mit einem Budget von zunächst 5 Mio. Euro unterstützt das Land NRW freischaffende, professionelle KünstlerInnen, die durch die Absage von Engagements in finanziellen Engpass geraten. Sie erhalten eine Einmalzahlung von bis zu 2.000 Euro. Die Soforthilfe kann mit einem einfachen Formular bei der zuständigen Bezirksregierung beantragt werden und muss später nicht zurückgezahlt werden.

Selbstständige aus Kunst und Publizistik, die in der Künstlersozialkasse versichert sind und Einnahmeausfälle haben, können die veränderte Einkommenserwartung an die KSK melden. Ihr Kassenbeitrag wird dann auf diesen Antrag hin angepasst.

Alle Corona-Spezialinfos für die Kultur- und Kreativwirtschaft hat CREATIVE.NRW -> hier aufgelistet.
 

Unternehmenssteuern

Direkt zum Antrag auf Steuererleichterungen aufgrund der Corona-Folgen: -> Finanzverwaltung NRW
 

Kredite und Bürgschaften

Die Konditionen für den KfW-Unternehmerkredit (für Bestandsunternehmen) und ERP-Gründerkredit-Universell (für junge Unternehmen unter 5 Jahren) sind insofern geändert, dass die Risikoübernahme (Haftungsfreistellung) für Betriebsmittel und Investitionen auf bis zu 90 % erhöht wurde.
Dieses KfW-Corona-Hilfsangebot ist seit gestern, 23.03.2020, in Kraft.
Unternehmen, Selbstständige und FreiberuflerInnen können bei ihrer Hausbank einen solchen Kredit beantragen, wenn sie bis zum 31.12.2019 nicht in finanziellen Schwierigkeiten waren. Jeder Antrag werde mit Hochdruck und schnell bearbeitet, heißt es auf der KfW-Webseite.

Die Bürgschaftsbank NRW übernimmt Ausfallbürgschaften für Kredite an Unternehmen, wenn diese ihrem Kreditinstitut keine ausreichenden Sicherheiten stellen können. Die Bürgschaftsobergrenzen sind deutlich angehoben. Zu diesem Thema hat sie eine Checkliste für Unternehmen erstellt.
 

Krisenhotline der Schuldnerhilfe Köln

Die IHK Köln hat in Zusammenarbeit mit der Schuldnerhilfe Köln gGmbH (diese war viele Jahre netzNRW-Mitglied) eine Krisenhotline für IHK-Mitglieder in finanziellen Schwierigkeiten eingerichtet.
 

Corona-Virus in ESF-Projekten/-Programmen in NRW

Das NRW-Arbeitsministerium (MAGS) hat einen Erlass "Kontaktreduzierte Umsetzung von arbeitsmarktpolitischen Fördermaßnahmen" ausgesprochen. Demnach sind zunächst bis zum 19.04.2020 für den Publikumsverkehr folgende Einrichtungen geschlossen:
Die Beratungsstellen für Unternehmen zur Fachkräftesicherung und Potentialberatung, Beratungsstellen zur beruflichen Entwicklung und zur Anerkennung von Kompetenzen sowie die Regionalagenturen. Alle Stellen sind selbstverständlich weiterhin telefonisch und via Internet/Mail erreichbar und arbeitsfähig.
Die Bildungsscheck-Beratungen können telefonisch oder online (z.B. per Videochat soweit verfügbar) durchgeführt werden. Der/die Interessent/in muss sich jedoch nach der telefonisch oder online durchgeführten Beratung kurz in die Beratungsstelle begeben, um erforderliche Dokumente vorzulegen, das Beratungsprotokoll und Erklärungen auf dem Bildungsscheck zu unterschreiben. Analog gilt das für die Ausgabe von Beratungsschecks für Potentialberatungen.
> Mehr Informationen und Links des MAGS NRW zum Thema.
 

Allgemeines

Das Robert Koch-Institut (RKI) schätzt eine Infektion mit dem Coronavirus über importierte Waren als sehr unwahrscheinlich ein, da im Vorfeld eine Kontamination stattgefunden haben und das Virus nach dem Transportweg noch aktiv sein müsste. Eine Übertragung über unbelebte Oberflächen sei bislang nicht dokumentiert, so das Institut auf seiner Internetseite.
> Weitere Antworten des RKI auf häufig gestellte Fragen zum Coronavirus SARS-CoV-2.
 

IKU: Das Schöne im Schlimmen

Die IKU GmbH aus Dortmund (netzNRW-Mitglied seit 1995) bringt Menschen mit unterschiedlichen Interessen ins Gespräch und ist spezialisiert auf Multi-Stakeholder-Dialoge und die Lösung von Mehrparteien-Konflikten im öffentlichen Raum. Aus den verschiedenen Home Offices gestalten nun MitarbeiterInnen der IKU die Videoreihe "Dialog-Dienstag". Folge Nr. 1 ist jetzt auf youtube erschienen: Das Schöne im Schlimmen - Positive Lerneffekte in Zeiten der Corona-Krise. Reinhören lohnt sich!

Oh!

Zeichnet euch selbst, wie ihr heldenhaft zu Hause bleibt!

Die #ichgebeauf-Challenge von @kriegundfreitag als Hashtag auf Twitter.

 

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Newsletter-Redaktion: Thomas von der Fecht
Vorstand und verantwortlich gem. § 55 II RStV: Y. Johannsen, S. Noltemeyer, H-G. Nottenbohm, J. Robertz

Postanschrift:
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