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Newsletter Vol 1 2016
Strategie ist nicht gleich Strategie!

Zur Jahresmitte hin nehmen sich viele Unternehmen die Zeit, sich Gedanken über die Geschäftsentwicklung der Zukunft zu machen. Es werden Daten gesammelt, man analysiert die bisherige Geschäftsentwicklung und schaut sich die Entwicklung der Industrie und der Wirtschaft an und überlegt, was im nächsten Jahr möglich ist. Das Problem mit diesem Ansatz ist, dass es wenig mit Strategieentwicklung zu tun hat! Man kann bestenfalls von Planung sprechen, die allerdings das Unternehmen in seiner Entwicklung limitiert.
 
Was passiert hier? Unternehmen extrapolieren oftmals ihre Zukunft anhand ihrer gegebenen Situation und vergangener Geschäftszahlen und erreichen somit nur schrittweises Wachstum. Bestenfalls! Denn es werden meistens nur operative Ziele (höherer Absatz, reduzierte Kosten) festgelegt, die das derzeit verfolgte Geschäftsmodell und die dahinterstehende Organisationsaufstellung als gegeben ansehen. Perspektivisch schauen Sie aus der Gegenwart in die Zukunft: Was habe ich heute und was kann maximal ich daraus machen?
 
In der Strategieentwicklung geht es allerdings darum, ein Bild des Unternehmens in der Zukunft zu malen. Dabei gilt es, sich gedanklich von der Gegenwart, also von dem heutigen Bild des Unternehmens, zu lösen. Sie katapultieren sich in die Zukunft (Zeitreise) und beschreiben Ihr „Wunschunternehmen“.  In anderen Worten entwickeln Sie eine Vision Ihres Unternehmens für die Zukunft und leiten daraus strategische Ziele ab. Diese Ziele geben die Richtung für die Planung (zeitliche Einordnung taktischer Maßnahmen) vor. Perspektivisch schauen Sie aus der Zukunft (Vision) in die Gegenwart: Was müssen wir heute machen, um morgen dorthin zu kommen?
 
Eine der wichtigsten Fragen, die Unternehmenslenker sich mehr denn je in der Ausgestaltung einer Strategie stellen müssen, ist, wie zukunftsfähig ist das derzeitige Geschäftsmodell? Lassen sich damit auch in den nächsten Jahren profitable Umsätze erzielen oder ist es ein Auslaufmodell, das dringend überarbeitet, erweitert oder gar über Bord geworfen werden muß?
 
Wir sehen derzeit viele Industrien, die starke Umbrüche durchlaufen, sei es im Bereich Energie, Automobil, Banken oder Verlagswesen, um nur ein paar zu nennen. Allen ist gemein, daß die derzeit verfolgten Geschäftsmodelle in der bisherigen Form keine wirtschaftlichen Erfolge für die Zukunft versprechen.
 
In vereinfachter Weise läßt sich ein Unternehmen auf zwei Bestandteile zusammenfassen: Die Produkte und Services, die es anbietet, und die Märkte und Kundengruppen, die es bedient. Die Ressourcen und Fähigkeiten, die Struktur und Ausrichtung einer Organisation (die Key-Capabilities) sind letzten Endes auf die Produkte und die Märkte ausgerichtet.
 
Daher stellt sich für Unternehmer und Führungskräfte in der Entwicklung einer Strategie die fundamentale Frage: Wie soll der Umfang der Produkte und Services zukünftig aussehen und welche Märkte und Kundengruppen wollen wir damit bedienen? In anderen Worten welche neuen Produkte werden wir anbieten, welche müssen angepaßt und erweitert werden, von welchen Produkten müssen wir uns trennen? Welchen neuen Kundengruppen wollen wir erschließen, in welchen neuen Märkten werden wir unsere Produkte anbieten? Welche Geschäftsmodelle werden wir verfolgen? Wo wollen wir mit unserem Unternehmen in zwei Jahren sein?
 
Sie sehen anhand der Fragen, daß visionäres Denken ein wesentlicher Bestandteil zur Entwicklung einer Strategie ist. Gepaart mit dem richtigen Mindset, einer Portion Mut und einem stringent geführten Prozeß, der sich auf das „was“ (Ziele) und nicht auf das „wie“ (taktische Maßnahmen) bezieht, läßt sich eine Strategie relativ einfach aufbauen.
 
Tip:  Für das Entwickeln visionärer Ideen stellen Sie sich und Ihrem Team einfach mal die „Was wäre wenn“-Frage. Beispiele:
  • Was wäre, wenn wir unsere Produkte in ganz Europa anbieten würden?
  • Was wäre, wenn wir Kunden in die Entwicklung neuer Produkte direkt mit einbeziehen würden?
  • Was wäre, wenn wir unsere Produkte digitalisieren und online weltweit verfügbar machen würden?
     
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