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Premiere: The Man from Oran / Volksbühne: 130 Jahre Berlinisierung eines Kontinents & Einübung ins Verbrechen / Vorschau März
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Deutschlandpremiere: "The Man from Oran" (L'Oranais, OengU) von Lyes Salem, Mittwoch, 18. Februar 2015, 20 Uhr, Hackesche Höfe Kino
Während der ersten euphorischen Jahre nach der algerischen Unabhängigkeit haben die zwei engen Freunde Djaffar und Hamid eine vielversprechende Zukunft vor sich. Geheimnisse und Betrug bringen sie jedoch über die Jahrzehnte auseinander. Sechs Jahre nach seinem Meisterwerk "Mascarades" präsentiert Lyès Salem ein packendes Politdrama - durchzogen von der Seelenqual von Frauen und Männern, die die algerische Revolution möglich gemacht haben. Politische Korruption, die Verzerrung historischer Fakten und persönliche Verluste, aus Arroganz entstandene Frustrationen und Machtgier werden mit bemerkenswerter Klarheit und Überzeugung thematisiert. Vor allem zeigt der Film am Beispiel des Lebens von Djaffar (exzellent gespielt von Lyes Salem selbst!), wie tragische Trennungen, der Zerfall von Familien, kleine Opfer und starker Eigennutz den Ton und die Stimmung in einer Gesellschaft nach und nach verändern können.

Im Anschluss an die Filmvorführung finden eine Publikumsdiskussion mit Naoual Belakhdar sowie ein kleiner Empfang im Kino-Foyer statt.

Mit freundlicher Unterstützung durch Brot für die Welt (EED) und in Kooperation mit Yedd e.V. und der Algerischen Gemeinde in Berlin.

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Volksbühne: "130 Jahre Berlinisierung eines Kontinents und Einübung ins Verbrechen", Samstag, 28. Februar 2015, ab 15 Uhr
Nach dem Ballhaus Naunynstraße und der "Lern- und Erinnerungsort Afrikanisches Viertel (LEO-AV) Initiative der Volkshochschule Wedding, greift nun auch die Volksbühne den 130. Jahrestag der sog. Berliner Afrika Konferenz auf und veranstaltet eine beeindruckend besetzte kommemorative "Afrika Konferenz" mit Vorträgen, Installationen, Performances, Filmen, Poetry Slams und einem Abschlusskonzert. Unter dem Titel "130 Jahre Berlinisierung eines Kontinents und Einübung ins Verbrechen", u.a. mit: Kwesi Aikins, Bernard Akoi-Jackson, Martin Baer, Andrew Botelle, Nikolaj Cyon, Christian Etongo, FOKN Bois, Zoe Hagen, Julian Heun, Wolf Hogekamp, Sulaiman Masomi, Philip Metz, Fatima Moumouni, Wanjiku Mwaurah, Prince Kum´a Ndumbe III., Markus Öhrn, Göran Hugo Olsson, Rosa Amelia Plumelle-Uribe, Benedict Koyo Quaya alias Sir Black, Laza Razanajatovo, Ramata Sore, Temye Tesfu, Jürgen Zimmerer. Kuration: Sebastian Kaiser, Bernard Akoi-Jackson, Wissenschaftliches Konzept und Gesamtberatung: Kwesi Aikins.

2015 jährt sich die Berliner Afrika-Konferenz zum 130. Mal. Auf Einladung des deutschen Reichskanzlers Bismarck tagten von November 1884 bis Februar 1885 Vertreter europäischer Staaten, der USA und des osmanischen Reiches und komplettierten – in Abwesenheit afrikanischer Repräsentanten - mit der sogenannten ‚Kongoakte‘ die Aufteilung Afrikas in Kolonien. Die mit dem Hauptziel Versklavungshandel bereits im 16. Jh. initiierte Okkupation vor allem der Küstenstreifen, an der auch Brandenburg-Preußen beteiligt war, mündete nun in die nahezu vollständige Annexion und Ausbeutung des Kontinents. Deutschland selbst beanspruchte fortan - militärisch durch sogenannte Schutztruppen sekundiert - Kolonien in Ost- und Westafrika; unter anderem Gebiete in den heutigen Ländern Togo, Kamerun, Namibia, Tansania, Burundi und Ruanda. Die damals in der Alten Reichskanzlei - gelegen zwischen Potsdamer Platz und Brandenburger Tor – und in den Folgejahren am Reißbrett der Europäer festgelegten Grenzen sind bis in unsere Gegenwart gültig. Die Berlinisierung eines Kontinents, der in Afrika auch von Deutschen vollzogene Massenmord an der indigenen Bevölkerung (bspw. durch den Genozid an den Herero und Nama in Namibia oder im Maji-Maji-Krieg in Tansania) markiert nicht nur den Auftakt für die Völkermorde des 20. Jahrhunderts. Bis heute und über die Unabhängigkeit der afrikanischen Länder hinaus, wirken die in der Kolonialmetropole Berlin getroffenen Entscheidungen nach; bspw. durch die Wertabschöpfung lokaler Reichtümer und Arbeitskräfte durch transatlantische Konzerne, oft gerahmt durch politische Assoziationsverträge. Unter anderem angesichts der Flüchtlinge, die tausendfach im Mittelmeer und vor der westlichen Wohlstandsgrenze sterben, ist das in der Hauptstadt Deutschlands aktuell kultivierte Selbstbild, moralischer und politischer Taktgeber der Festung Europas und seiner Peripherie zu sein, doppelbödig. Scheint in dem offenbar immer stärker werdenden 'German Empire' der 'weiße Retter' gar wie ein gespenstischer Wiedergänger der Vergangenheit durch? Die Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz versucht am 28. Februar 2015 im ganzen Haus des Theaters eine künstlerisch-wissenschaftliche Annäherung an die Verwicklung Deutschlands in den Kolonialismus.

Programm & Karten bestellen (13€/11€ erm.)
Vorschau: AfricAvenir Programm
Aufruf zum 9. Gedenkmarsch, 28.2.2015, 11h, Wilhelmstr. 92
Mit zahlreichen Bündnispartnern rufen wir zum 9. Gedenkmarsch zur Erinnerung an die afrikanischen Opfer von Sklavenhandel, Kolonialismus und rassistischer Gewalt. Ziel ist die Anerkennung der Verbrechen gegen Schwarze Menschen und Menschen afrikanischer Herkunft. Treffpunkt: Wilhelmstr. 92, Strecke: Wilhelmstraße 92 - M-Straße - Auswärtiges Amt – Berliner Schloss/Humboldt-Forum! weiter
Premiere: The Art of Ama Ata Aidoo, 11.3.2015, 20h, HHK
Das Portrait einer der führenden panafrikanischen und feministischen Schriftstellerinnen, Dichterinnen und Dramaturginnen. Der Film stellt Ama Ata Aidoos kreative Reise in einem Leben dar, das sieben Jahrzehnte umspannt – vom kolonialen Ghana, durch die turbulenten Zeiten der Unabhängigkeit bis hin zu einem heute eher nüchternen Afrika, in dem es weiterhin nicht selbstverständlich ist, das kreative Talent von Frauen zu fördern. weiter & Trailer
Premiere: Boy Saloum - Die Revolte der Y'en a marre, 13.3.2015, 20h, HHK
2011 gründeten senegalesische Musiker und Journalisten die Bewegung „Y‘en A Marre - Wir haben die Schnauze voll“. Sie wurde eine der tragenden Stützen der Protestwelle gegen eine weitere Kandidatur des Präsidenten Wade. „Y‘en A Marre“ kritisiert prekäre Lebensverhältnisse und fordert politische und soziale Rechte. Boy Saloum poträtiert ihren Kampf als „New Type of Senegalese Social Movement“. weiter & Trailer
Ziviler Protest und soziale Bewegungen in Afrika, 14.3.2015
Auf der Konferenz soll diskutiert werden, wie sozialer Protest überhaupt – in Ländern Afrikas und Europas – organisiert und Akteur_innen mobilisiert werden können. Welches Veränderungspotenzial haben soziale und zivilgesellschaftliche Bewegungen, aber auch politische Parteien? Kann es ihnen gelingen, die gesellschaftliche Entwicklungslogik auf andere, zukunftsfähige Prinzipien umzustellen? weiter & Anmeldung
Premiere: "Waterberg to Waterberg", 25.3.2015, 20h, HHK
Namibia 1904. Nach seiner Niederlage gegen die deutschen Kolonialtruppen und dem Vernichtungsbefehl gegen sein Volk, wird Samuel Maharero – eben noch einer der einflussreichsten Persönlichkeiten Namibias – zum Gejagten. Unbarmherzig verfolgt von der Kolonialarmee entkommt Maharero über die Kalahari Wüste nach Botswana und von da nach Südafrika. Der Film begibt sich auf die Spuren dieses antikolonialen Widerstandskämpfers. weiter
Kooperationen
Black Idols - Theaterprojekt für afro-deutsche Jugendliche
Unter dem von Jugendlichen ausgearbeiteten Titel "Pegida No, gib Black Idols dein Yo!" startet Total Plural in Kooperation mit AfricAvenir und dem TAK-Theater im Aufbau Kreuzberg ein neues Theaterprojekt für afro-deutsche/ Schwarze deutsche Jugendliche von 12-18 Jahren, bei dem gemeinsam erforscht werden soll, welche Schwarzen Idole es in Berlin gibt und gab. Leitung: Ulrike Düregger und Christel Gbaguidi.

1. Treffen: Fr., 13. Feb., 16.00 Uhr, im Foyer des Theaterhaus Berlin Mitte. Kontakt: Ulrike Düregger, 0175-3273104, info@afro-deutsche-spielgruppe-berlin.de
Koop.: AfroHouse Xperience, 14.2.2015, 23h30, Badehaus
Its time again for the next Afro House Xperience. Berlins biggest night for all Afro House lovers takes place at Club Badehaus, feat. Germanys favourite female DJ for modern african music DJ Cambel Nomi and resident DJ Mista Wallizz. read more
Hinweise & Empfehlungen
1884 – 2014: Neue alte Grenzen? 12.02.2015, 20h
Im Rahmen von "We are Tomorrow" stellt Kuratorin Nadja Ofuatey-Alazard Afrikanisch-diasporische, Literaturen & Identitäten im 21. Jahrhundert vor. Diesmal mit Peggy Piesche, Taiye Selasi, Tigist Selam, Mekonnen Mesghena (Bild: © Nancy Crampton). weiter
"Mais les femmes sont là...", 19. & 26.2.2015 in Berlin
Die Casamance zwischen Konflikt und Klimawandel - wie gehen Frauen mit der seit 30 Jahren andauernden Konfliktsituation in der Casamance im Süden Sénégals um und wie meistern sie ihren Alltag? Ein Film von Andrea Behrendt und Abdoulaye Gueye. Im Regenbogen Kino und im Afrikahaus. weiter
"Capitaine Thomas Sankara" in Berlin, 15.2.2015, 15h, fsk
Nach erfolgreichen Vorstellungen in Freiburg, Nürnberg, Hamburg u.a., läuft der Film nun auch wieder in Berlin im Rahmen der von Enoka Ayemba kuratierten Reihe "Beyond the Maps" im fsk am Oranienplatz, am Sonntag, 15.2.2015, um 15 Uhr, mit anschl. Diskussion mit Hamado Dipama! weiter
Lesung von Alanna Lockward, 27.2.2015, 19.00 Uhr, IAI
Lesung (auf Spanisch) der in Berlin lebenden dominikanischen Autorin, Kuratorin und Gründerin von Art Labour Archives (BE.BOP) Alanna Lockward unter dem Titel "Afrodescendencia e imaginarios radicales en Marassá y la nada" mit anschließender Diskussion mit Ineke Phaf-Rheinberger (FU Berlin). weiter
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