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ETH Zürich | Institut für Landschaftsarchitektur

Newsletter #10 Januar 2018

Professur Günther Vogt


 

Rückblick Herbstsemester 2017

Entwurf München – The Alps as Common Ground

Entwurf Process Cartography XII
München – Alpine Kultur in der Metropole

Im letzten Entwurfssemester erarbeiteten die Studierenden der Professur Vogt individuelle Entwürfe im urbanen Territorium von München. Die drittgrösste Gemeinde Deutschlands liegt im Alpenvorland in einem Senkungsbecken zwischen den Kalkalpen und der Donau. Der Fluss Isar, der in den Alpen im Tiroler Teil des Karwendels entspringt, verbindet die Stadt einerseits mit den südlich gelegenen Alpen und somit mit Nord-Italien und andererseits über die Donau mit Wien und Osteuropa.
links: Einführung ins Semester im Case Studio von Günther Vogt © Thomas Kissling
rechts: Führung durch die Modellbauwerkstatt von Vogt Landschaftsarchitekten © 
Thomas Kissling
Die Studierenden haben sich in einer ersten Phase des Semesters dem alpinen Territorium Münchens angenähert und mit Blick auf die Aspekte Tourismus, Infrastruktur, Industrie, Energie, Landwirtschaft und Besiedlung ein präzises Portrait der Region gezeichnet. Im Anschluss an diesen ersten analytischen Zugang porträtierten die Studierenden während eines dreitägigen Field Trips das Territorium Münchens aus einer persönlichen Perspektive. Das durch die analytischen und persönlichen Annäherungen angeeignete Wissen diente als Grundlage für die individuellen Entwürfe, die eine neue, produktive Beziehung der alpinen Region mit der Metropolitanregion Münchens herzustellen versuchten. Dabei variieren die vorgeschlagenen Eingriffe zwischen städtebaulichen und landschaftlichen Szenarien bis zu konkreten, architektonischen Entwürfe.
links: Druckworkshop mit Dafi Kühne © Thomas Kissling
rechts: Schlusskritik Entwurf, HS17 © Ilkay Tanrisever

Pairi-daeza München

Drohnenaufnahme des Perimeters bei Geretsried © Daia Stutz
Im Rahmen der übergeordneten Herbstreihe ‚Alps as Common Ground‘ befasste sich das Wahlfach ‚Pairi-daeza‘ mit dem Entwurf eines metropolitanen Parks im Süden von München. Die Aufgabe bestand darin, das Territorium des Flusses Loisach, wo Siedlungs- und Infrastrukturentwicklung, Landwirtschaft, Naturschutz, Rohstoffabbau, Hochwassergefahr und Erholungsnutzung aufeinanderprallen, als Teil des voralpinen Metropolitanraums von München neu zu denken und eine Strategie für eine dynamische Freizeitlandschaft zu entwickeln. Bis Ende Februar werden die Studentenprojekte in der Form von Wahlfacharbeiten weiter vertieft und ausgearbeitet.
links: Studierende während des Field-Trips im September 2017 © Daia Stutz
rechts: Ausschnitt einer Konzeptkarte von Martin Achermann

Seminarreise Marseille - l’eau et les rocs

Unsere Seminarreise erkundete diese vielseitige Metropole über ihre Beziehungen zur umgebenden Landschaft: Wir folgten dem Lauf des Canal de Marseille, der das Trinkwasser aus den Bergen in die Stadt bringt, über das eindrucksvolle Aqueduc de Roquefavour bis zum Palais de Longchamp. Am Étang de Berre, dem größten Binnensee Frankreichs, sahen wir die Verschränkungen von Infrastruktur, Industrie und Ökologie. 
Eindrücke der Seminarreise © Lea Frauenfelder
Durch mehrstündige Wanderungen konnten wir intensive Landschaftserfahrungen sammeln, im Nationalpark Calanques und auf dem Archipel du Frioul ebenso wie in der Stadt selbst: Wir wohnten in der berühmten Unité d’habitation und erschlossen uns über ausgewählte Bauten die Stadtentwicklung vom Alten Hafen bis zum Großprojekt Euromediteranée, erlebten das arme und das reiche Marseille. 
Den Abschluss der Reise bildete ein Besuch der Villa E.1027 von Eileen Gray und des Cabanon von Le Corbusier in Roquebrune-Cap-Martin. 
Eindrücke der Seminarreise © Max Leiß

Integrierte Disziplin Professur Miroslav Šik

Im Herbstsemester 2017 wurde eine integrierte Disziplin innerhalb des Entwurfssemesters der Professur Miroslav Šik zum Thema ‚Freizeitfluss Wipkinger Park' seitens der Professur Günther Vogt betreut. Die Aufgabe bestand darin, eine neuartige Raumgestalt für den Limmatraum zwischen Wipkingerbrücke und Ampèresteg zu entwerfen, die den veränderten Ansprüchen der verschiedenen Freizeitkulturen am Flussufer gerecht wird und die Limmat als öffentlichen Stadtraum aktiviert. 
Zwischenkritik im November 2017 © Daia Stutz

MAS Raumplanung
Präsenzwoche Landschaftsarchitektur

Im Rahmen des MAS Studiengangs Raumplanung fand vom 4. bis 7. Dezember die Präsenzwoche Landschaftsarchitektur statt. Anhand eines konkreten Fallbeispiels, der Region Zugersee, beschäftigten wir uns mit Methoden, Werkzeugen und Prozessen des landschaftsarchitektonischen Entwerfens im grossen Massstab. Der entwerferische Zugang wurde mit einer Vorlesungsreihe erweitert, welche eine theoretische Basis zu aktuellen landschaftlichen und städtebaulichen Fragestellungen in der Schweiz ermöglichte.
Field Trip, Rund um den Zugersee © David Jung
links: Recherchewand © David Jung
rechts: Schlusspräsentationen © Philipp Neff

NSL Kolloquium Common Water – Die Zukunft der alpinen Gletscher

Sollen die Gletscher gerettet werden? Wenn ja, wie? Wir haben uns dem Thema ‚Common Water – The Future of an Alpine Resource' verschrieben und zur Diskussion am Kolloquium des Netzwerk Stadt und Landschaft (NSL) geladen. Am Vortag wurde der schwindende Morteratschgletscher besichtigt, um diverse Lösungsansätze und deren Auswirkungen auf Landschaft und Umwelt zu diskutieren. Die Klimaerwärmung öffnet Fragen zu Themen wie Trinkwasserversorgung, Wasserkraft-Energie, Naturkatastrophen und Wintertourismus. Dass diese voneinander abhängig sind, darin waren sich die Rednerinnen und Redner einig (u.a. die Rektorin und Geotechnikerin Sarah Springman, Ständerat Martin Schmid, Landschaftsschützer Raimund Rodewald, Hydrologe Rolf Weingartner und Glaziologe Daniel Farinotti). Im Morteratschgebiet haben Felix Keller, Hans Oerlemans und Conradin Clavuot (Gründer des Eisstupavereins) Beschneiungskonzepte getestet und ein Konzept für die Wasserversorgung der Lischanahütte erarbeitet. Dies wird aber nicht reichen, um zukünftig die Trinkwasserknappheit aufzuheben, die beispielsweise in Ladakh bereits bittere Realität ist.
links: Flyer für das NSL Kolloquium, Gestaltung und Druck: Dafi Kühne
rechts: Exkursion zum Morteratschgletscher © Mayk Wendt

Wunderkammer - Website - Küche 
Eröffnung im Case Studio Vogt

Mit einem Apéro riche wurde im Oktober die digitale Wissensplattform Wunderkammer, der neue Webauftritt der Professur Günther Vogt und die Küche im Case Studio Vogt gemeinsam eröffnet. 
Die Küche wird nun für das tägliche Mittagessen im Büro Vogt Landschaftsarchitekten sowie für Anlässe der Professur und des Case Studios Vogt wie Vernissagen, Apéros und Besprechungen rege genutzt.

Link Homepage Professur Günther Vogt: https://vogt.arch.ethz.ch
Link Wunderkammer: www.wunderkammer.arch.ethz.ch
links: Transport der neuen Küche © Thomas Kissling
rechts: Eröffnungsapéro im Case Studio Vogt © Andreas Klein
Eröffnungsapéro im Case Studio Vogt © Andreas Klein

Ausblick Frühjahrssemester 2018

Pairi-daeza Hamburg

Die Wahlfachserie ‚Pairi-daeza‘, welche sich mit der Aneignung von Landschaft als gemeinschaftliche Ressource in europäischen Metropolen befasst, findet dieses Semester in Hamburg statt. Auf Basis kartografischer Analysen und einem Besuch vor Ort untersuchen wir das metropolitane Territorium der boomenden Hafenstadt und entwerfen einen neuartigen Parktypus.

DIESER KURS IST BEREITS AUSGEBUCHT.

Assistenz: Daia Stutz (stutz@arch.ethz.ch)
Wahlfach (2 KP) und mögliche Wahlfacharbeit (6 KP).

Die obligatorische Reise nach Hamburg findet am Wochenende vom 24.02. bis 25.02.2018 statt.
Der Unkostenbeitrag beträgt 200 CHF.
Konzeptplan des Landschaftsprogramms von Hamburg © EGL Entwicklung und Gestaltung von Landschaft GmbH 2017

Seminarreise Handwerk in Hamburg

Die Reise nach Hamburg und Süddänemark schliesst an die Reisen nach Südportugal und Ligurien früherer Semester an und widmet sich erneut dem Thema Handwerk. In Hamburg, jahrhundertelang ein wichtiges Handelszentrum der Hanse, ist die Backsteinarchitektur das augenfälligste Merkmal der Stadtgestaltung, von der gotischen Sankt-Petri-Kirche über die Speicherstadt des 19. Jahrhunderts bis hin zu den Wohnbauten der 20er und 30er Jahre. Diese Studienreise befasst sich unter anderem mit der Geschichte der Ziegelbauweise in Hamburg. In einem Workshop bei der renommierten Ziegelei Petersen in Dänemark setzen wir uns praktisch mit dem Handwerk auseinander. Uns interessiert dabei insbesondere, woher die Rohstoffe für die Ziegel stammen und mit welchen Strategien Akteure in der Region die lokalen Handwerkstraditionen zukunftsfest machen. Ausserdem besuchen wir den Hamburger Hafen und das Airbus-Werk, in dem der Superjumbo A380 gefertigt wird. 

Seminarwoche der Professur Günther Vogt Datum: 19. – 24. März 2018 
Kostenrahmen: C
Maximal 15 TeilnehmerInnen
Kontakt:
Roland Shaw (shaw@arch.ethz.ch) – www.vogt.arch.ethz.ch
Luftbild Hamburg © Polizei Hamburg
links: Sprinkenhof, Hamburg © mopped-man (stern.de)
rechts: Airbus A320 Werkstatt, Hamburg © Airbus / M. Lindner

Vorlesung NSL II Kartografie des Entwerfens

Im Frühlingssemester wird unsere neue Vorlesungsreihe ‚Kartografie des Entwerfens‘ als Kernfach im Master-Studiengang Architektur lanciert. Der Kurs beschäftigt sich mit Methoden, Werkzeugen und Prozessen des Entwerfens, die zwischen der ersten Auseinandersetzung mit dem Ort und der Kommunikation des Projekts zur Anwendung kommen. In aufeinander aufbauenden Vorlesungen und Übungen werden Grundlagen der Entwurfsarbeit besprochen und angewendet. Der Kurs soll es den Studierenden ermöglichen, ihr individuelles entwerferisches Methodenset zu erweitern und damit die Bearbeitung, Kartierung und Kommunikation von Entwurfsaufgaben zu inspirieren.
Der Arbeitsplatz als Tatort © Vogt Landschaftsarchitekten
Die Vorlesungen finden jeweils am Donnerstag um 08:00 Uhr im HIL E8 statt:

22.02.2018 - Einführungsvorlesung – Kartografie des Entwerfens  
01.03.2018 - Wahrnehmung und Kartierung I                                  
08.03.2018 - Wahrnehmung und Kartierung II                                 
15.03.2018 - Manifestation und Programm                                       
29.03.2018 - Methoden der Entwicklung I                                       
12.04.2018 - Methoden der Entwicklung II                                       
19.04.2018 - Kommunikation und Argumentation                             
26.04.2018 - Diskurs der Realität I                                                    
03.05.2018 - Diskurs der Realität II                                                   
17.05.2018 - Abschlussvorlesung                                                      

Integrierte Disziplin 
Professur Kees Christiaanse

Rotterdam

Rotterdam ist die zweitgrösste Stadt der Niederlande und unterhält den grössten Seehafen Europas. Sie liegt in der Metropolregion Rotterdam-Den Haag und ist Teil der sogenannten Randstad, ein Ballungsraum, der von den urbanen Gebieten um Amsterdam, Utrecht, Rotterdam und Den Haag markiert wird und insgesamt rund 8 Millionen Einwohner fasst. Zwischen diesen Städten hat sich das am intensivsten genutzte Schienennetz Europas entwickelt.

Ausgangspunkt des städtebaulichen Entwurfes ist eine Bahntrasse, die quer durch Rotterdam führt. An verschiedenen Standorten entlang dieser Trasse werden wir im nächsten Semester (FS17) zusammen mit der Professur Christiaanse die Urbanisierungsprozesse simulieren, welche durch die neuen oder umgebauten Bahnhöfe ausgelöst werden.
Kees Christiaanse, Madelone Vriesendorp, OMA, 1980

Summer School 
Möbelbau: Ein Stuhl für die Landschaft

In einem zweiwöchigen Workshop entwerfen und bauen wir auf dem Campusgelände der Vitra in Weil am Rhein Stühle für die Landschaft. Den Ausgangspunkt für die Entwürfe bildet ein gemeinsamer Spaziergang in der vielfältigen Umgebung des Dreiländerecks. Mit der Wahl eines konkreten Ortes bestimmen wir die primären Bedingungen für den jeweiligen Stuhl, welcher anschliessend in direkter Auseinandersetzung mit materialtechnischen und konstruktiven Anforderungen sowie Ansprüchen an eine spezifische Nutzung entwickelt wird.
Die Umsetzung findet in der Werkstatt oder direkt vor Ort statt, wo die Stühle abschliessend auch präsentiert und diskutiert werden. Wir nähern uns der Aufgabe explizit über einen experimentellen entwerferischen Zugang und führen die Arbeiten selbst aus. Fundierte Einführungen thematisieren die Materialverwendung sowie die Verarbeitungs- und Verbindungstechniken im Möbelbau.
Begleitet wird der Arbeitsprozess von einem umfassenden Exkursionsprogramm:
Bei Vitra erhalten wir Einblick in die Produktionsabläufe und besichtigen im Schaudepot die Schlüsselobjekte der umfangreichen Möbelsammlung des Design Museums. Weiterhin widmen wir uns dem Ausstellungsprogramm und der Museumsarchitektur in Basel.

Summer School, 18. Juni bis 01. Juli 2018

Unkostenbeitrag: 650.- (Im Preis inbegriffen sind: Unterbringung in Basel, Materialien für die Produktion des Stuhls, Mittagessen auf dem Vitra Campus sowie die Eintritte für Führungen und Besichtigungen.)
Es stehen 12 Plätze zur Verfügung, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden auf der Basis einer Portfoliobewerbung festgelegt.
Wir bitten die Unterlagen bis 11. Februar 2018 einzureichen an Max Leiß (leiss@arch.ethz.ch). In der Bewerbung sollten zwei bis drei ausgesuchte Arbeiten sowie ein kurzes Motivationsschreiben enthalten sein.
Wir kommunizieren die Resultate der Bewerbungen bis 19. Februar 2018
Valentina Sieber, Nest, 2016 © Valentina Sieber, Professur Günther Vogt 
Copyright © 2018 ETH Zürich, Prof. Günther Vogt, All rights reserved.


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