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ETH Zürich | Institut für Landschaftsarchitektur | Professur Günther Vogt

Newsletter #14 Juli 2019

Professur Günther Vogt


 

Rückblick Frühjahrssemester 2019

Entwurf Marseille – The Alps as Common Ground

Im Frühjahrssemester erarbeiteten die Studierenden des Entwurfskurses der Professur Vogt individuelle Projekte im Kontext der Metropolitanregion Marseille.
In einer ersten Analysephase beschäftigten sich die Studierenden – unter den Aspekten Geologie & Geomorphologie, Migration & Tourismus, Wasser, Landwirtschaft, Infrastruktur und Industrie & Energie – mit dem Territorium von Marseille. Dieses kollektive Wissen wurde dann während eines Fieldtrips nach Marseille mit einer individuellen, fotografischen Aneignung ergänzt und diente als Grundlage für die Ausarbeitung des jeweiligen Programms und der anschliessenden Entwicklung der Entwurfsarbeiten. Die Eingriffe beschäftigten sich mit dem vorgeschlagenen Hafengebiet, das sich nördlich des alten Hafens befindet und dem Plateau de l’Arbois, welches sich nordwestlich von Marseille um den TGV Bahnhof Aix-en-Provence erstreckt sowie individuell gewählten Orten.
Während des Semesters gab es verschiedene Inputveranstaltungen, die den Entwurfsprozess ergänzten. Besonders interessant war der Besuch von Silke Helfrich mit Vortrag zum Themengebiet der Commons und Gastkritik oder der Schriftworkshop bei Dafi Kühne in Näfels. Abschliessend fand die Schlusskritik am 28. Mai statt. Dabei durften wir die Gäste Ariane Widmer Pham, Patrick Bonzanigo und Sebastioano Brandolini begrüssen und in einen spannenden und vielseitigen Diskurs einsteigen.

links und rechts: Field Trip nach Marseille, Plateau de L'Arbois © Professur Günther Vogt, ETH Zürich
links: Zwischenkritik (Variantenstudium), rechts: Schlusskritik © Professur Günther Vogt, ETH Zürich

Territorium der Stadt Marseille 

Im vergangenen Frühjahrssemester befasste sich das Wahlfach Territorium der Stadt mit Marseille, der zweitgrössten Stadt Frankreichs. Mit kritischem Blick auf die wachsende Metropolitanregion Aix-Marseille-Provence, die sich über ein weites Territorium von der Camargue im Westen, der Côte d’Azur im Osten und der Haute-Provence im Norden erstreckt und durch eine raue Topografie, komplexe Hydrologie, grossflächige Industrieanlagen und eine heterogene Stadtstruktur geprägt ist, suchten wir nach Konzepten und Strategien für die metropolitane Landschaft zwischen Alpenbogen und Mittelmeerküste. Bis Mitte September werden die Projekte der Studierenden in der Form von Wahlfacharbeiten weiter vertieft und ausgearbeitet.

Gruppenbild vom Field Trip in Marseille im März 2019 © Daia Stutz, Professur Günther Vogt, ETH Zürich

Urban Food Marseille

Zu Beginn des Jahres wurde Marseille im Rahmen des Wahlfachs Urban Food aus der Sicht des Essens erforscht. In Dreiergruppen hat man sich mit den Themen Big Events, Distribution, Küche, Rohstoffe sowie Schutz und Tourismus auseinandergesetzt. Jede Gruppe verfasste ein Kapitel eines Visual Readers, der ein Porträt des Kulturraums Marseille bildet. Spannende Besuche gab es unter anderem bei einer unterirdischen Champignons-Produktion und den Kreuzfahrtschiff-Terminals.
Die Wahlfacharbeit fand auch dieses Jahr als Blockwoche statt, in der in Einzelarbeiten ein Wahlfach-Thema als Essayfilm weiterentwickelt wurde, kulminierend in einem Screening im Kino des Case Studio Vogt.

links: Still aus «Wasser als Naherholungsort», einem Essayfilm von Nadia Raymann
rechts: Still aus dem Essayfilm von Artai Sanchez © MSC Cruises

Seminarreise Handwerk in Dänemark

Anschliessend an die vorletzte Reise nach Hamburg haben wir uns in Dänemark erneut dem Thema Handwerk gewidmet. Dieses Mal waren Backstein, Textilien sowie Schiffbau Schwerpunkte der Reise. Wir haben den Prozess von Rohstoffgewinnung über Bearbeitung bis zum Verkauf kennengelernt.
Während eines Workshops bei Petersen Tegl in Broager, Süddänemark, lernten wir verschiedene Bauarten für Backstein-Mauern kennen. Ein Maurer zeigte uns exemplarische Backsteinbauten in Kopenhagen, inklusive der Grundtvigs Kirke von Peder Klint. Zudem haben wir einen Tag bei der Textilfirma Kvadrat in Ebeltoft verbracht.

links: Workshop bei Petersen Tegl in Broager, rechts: Workshop bei Kvadrat in Ebeltoft 
© Roland Shaw, Professur Günther Vogt, ETH Zürich

Summer School Möbelbau:
Ein Stuhl für die Landschaft

Während zwei Wochen entwarfen und bauten die Studierenden Sitzmöbel für die Landschaft. Den Ausgangspunkt bildete ein gemeinsamer Spaziergang vom Zentrum Basels über Klybeck, Kleinhüningen und das Hafenquartier bis nach Weil am Rhein. Durch die Wahl eines konkreten Ortes bestimmten die Studierenden zunächst die Bedingungen für den jeweiligen Stuhl und seine spezifische Nutzung. In der Folge wurden die Möbel in der Werkstatt bzw. direkt in der Landschaft entworfen und umgesetzt. Bei grosser Hitze arbeiteten wir fleissig mit Holz und Metall, Textilien oder Beton. Die eindrücklichen Ergebnisse wurden in einer abschliessenden Schlusskritik vorgestellt.
Als Gäste des Vitra Design Museums sahen wir die Sammlung und das Archiv des Schaudepots, besichtigten Produktion und Testcenter. Eine Führung bei INCH Furniture war ein weiteres Highlight.
Weiterhin widmete sich unser Rahmenprogramm dieses Jahr dem Wirken Lucius Burckhardts und analysierte im Zeichen seiner Frage «Wer plant die Planung?» das Handeln verschiedener Akteurinnen und Akteure der Stadtentwicklung im Klybeckquartier – eine Untersuchung, die auch in den Entwürfen Widerhall fand.

Eine Dokumentation der Summer School wird ab Herbst 2019 verfügbar sein.

Studierende der Summer School auf dem Vitra Campus © Max Leiß, Professur Günther Vogt, ETH Zürich
Arbeiten von Francesca Leibowitz (links) und Petra Steinegger (rechts) © Max Leiß, Professur Günther Vogt, ETH Zürich

Gletschertour rund um den Clariden

Am vergangenen Wochenende unternahm die Professur Günther Vogt eine Gletschertour in den Glarner Alpen. Vom Klausenpass stiegen wir zum Chammlijoch auf 3004 Meter auf. Danach ging es weiter über den Hüfifirn bis zum Claridenpass und weiter über den Gletscher bis zur Claridenhütte. Am nächsten Morgen folgte der Abstieg zum Fisetengrat, von wo uns eine Seilbahn zum Urnerboden brachte.

Eindrücke der Gletschertour © Professur Günther Vogt, ETH Zürich

Ausblick Herbstsemester 2019

Territorium der Stadt Napoli

Die Wahlfachreihe «Territorium der Stadt: Landschaft als Ressource» befasst sich mit aktuellen Transformationsprozessen metropolitaner Landschaften in Europa und führt in das landschaftsarchitektonische Entwerfen im territorialen Massstab ein. 
 
Im Herbstsemester 2019 findet das Wahlfach in Neapel, der drittgrössten Stadt Italien, statt. Auf Basis eines Fieldtrips und kartografischer Analysen mittels GIS entwickeln die Studierenden konkrete Strategien für die metropolitane Landschaft Neapels, die sich mit rund 4 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern entlang der Mittelmeerküste und zwischen zwei Vulkangebieten – dem Vesuv und den Phlegräischen Feldern – erstreckt. 

Territorium der Stadt: Landschaft als Ressource – Professur Günther Vogt
Wahlfach (052-0717-19 G – 2 KP) und Wahlfacharbeit/Vertiefungsarbeit (063-0629-19 A – 6 KP)
Die Reise nach Neapel findet Anfang Semester statt.
Der Unkostenbeitrag beträgt zwischen 200 und 280 CHF.
Präzise Angaben zu Reisedaten und Unkostenbeitrag werden ab Mitte August
auf der Webseite der Professur Günther Vogt
publiziert.
Kontakt: Amalia Bonsack

Satellitenaufnahme des Vesuvs – rot gefärbt sind die unbesiedelten Gebiete 
© NASA/GSFC/METI/ERSDAC/JAROS and U.S./Japan ASTER Science Team

Urban Food Napoli

Im Wahlfach Urban Food verstehen wir das Essen als Kennzeichen für den ganzen Kulturraum Neapels. Die Produktion, Verarbeitung, Distribution sowie der Konsum und die Entsorgung von Lebensmitteln gestaltet die Beziehung zwischen Stadt und Land immer wieder neu. Indem wir das Essen als Forschungsgegenstand betrachten, machen wir diese Transformationen sichtbar.

Im diesjährigen Wahlfach, das als Blockwoche in Neapel und Zürich stattfindet, portraitieren wir Neapel mittels einer analytischen Gruppenarbeit, die in einen «Visual Reader» übersetzt wird. Im Anschluss besteht die Möglichkeit, in einer zusätzlichen Blockwoche das Thema durch eine Wahlfach- oder Vertiefungsarbeit weiterzuführen. Die Wahlfach-Blockwoche enthält ein GIS-Modul und die zusätzliche Blockwoche ein Essayfilm-Modul.
 
Urban Food – Professur Günther Vogt
Wahlfach (052-0719-18 G – 2 KP) und Wahlfacharbeit/Vertiefungsarbeit (6 KP).
Die Blockwoche für das Wahlfach, inklusive Reise nach Neapel, findet vom 27.01.20 bis 30.01.20 statt.
Der Unkostenbeitrag beträgt 280 CHF.
Die Blockwoche für die Wahlfach- bzw. Vertiefungsarbeit findet vom 07.02.20 bis 14.02.20 statt.
Kontakt: Roland Shaw

Der alte Marktplatz, Neapel, Piazza Mercato, von Micco Spadaro, 17. Jahrhundert © commons.wikimedia.org

Seminarreise Handwerk in Kampanien

Die Reise nach Neapel schliesst denjenigen früherer Semester nach Südportugal, Ligurien, Hamburg und Dänemark an und widmet sich erneut dem Thema Handwerk. Uns interessiert dabei insbesondere, woher die Rohstoffe für handwerkliche Produkte wie bemaltes Porzellan und Fassadenelemente aus Basalt stammen und mit welchen Strategien Akteure in der Region die lokalen Handwerkstraditionen zukunftsfest machen. Workshops und Führungen von lokalen Handwerkern und Architektinnen bilden einen wesentlichen Bestandteil der Reise.

Seminarwoche – Professur Günther Vogt
Datum: 21. – 26. Oktober 2019
Kostenrahmen: C
Maximal 15 Teilnehmende
Kontakt: Roland Shaw

Die Fassade der Chiesa del Gesù Nuovo, Neapel, aus Basalt © commons.wikimedia.org
Copyright © 2019 ETH Zürich, Prof. Günther Vogt, All rights reserved.


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