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ETH Zürich | Institut für Landschaftsarchitektur

Newsletter #06 Mai 2016

Professur Günther Vogt


Einladungen und Ankündigungen

Einladung zur Schlusskritik
Studio Meili, Vogt, Conzett

Mittwoch, 1. Juni 2016, 8.00 bis 19.00 Uhr, ARchENA, ETH Hönggerberg

Gastkritiker: Gion Caminada und Bruno Reichlin

Eine neue transalpine Eisenbahnlinie: Scuol, Landeck, Mals


Seit vielen Jahren schwelt zwischen dem Unterengadin und dem Vinschgau im Südtirol eine utopische Idee: eine Eisenbahnverbindung von Scuol (RhB-Anschluss) ins oberste Vinschgau. Die Skizzen basieren alle auf einem langen und teuren Tunnel. Anders unser Semester: Wir möchten, verwandt zur Berninabahn, eine oberirdische Zuglinienführung untersuchen. Unter der Leitung von Ingenieuren diskutieren wir eine Bahnlinie, die die Landschaft aktiv einbezieht. Wir widmen uns der grundlegenden Frage, welche Kriterien relevant sein können, wenn nicht ausschliesslich technische Argumente massgeblich sind. Daraus folgen eine Reihe von Ingenieurbauwerken, die ein erstes Entwurfsthema bilden.

Ein zweites Thema behandelt die Erweiterung des benachbarten Nationalparks. Wir gehen davon aus, dass die Eisenbahnlinie das unterste Engadin zu einer Touristendestination macht, die wiederum Bauten nach sich zieht. Solche Bauwerke, wie Berghotels, Kulturbauten, Parkgaragen oder Lawinenschutzmassnahmen werden in den Entwürfen exemplarisch vorgedacht. Ihre Grundlage bildet die Vorstellung einer «musealen Landschaft». Das heisst, dass geschichtliche Ablagerungen von Kulturzeugnissen im Einzugsbereich des Parks berücksichtig werden: Bergwerke, frühere Alpenpfade, Lawinenverbauungen, verlassene Alpen u.ä.. Daraus gilt es eine begehbare «Landschaft der Erinnerung» zu konzipieren.

Ziel des Semesters ist es, eine Serie von alpinen Entwurfsaufgaben zu schaffen, die alle über zwei Bezüge ausserhalb der Architektur verfügen: die Landschaft und das Ingenieurwesen. 

Summer School Möbelbau
Ein Stuhl für die Landschaft

6. Juni bis am 15. Juni 2016

John Krubsack, «Chair that Grew», 1915.
In einem zehntägigen Workshop entwerfen und bauen wir auf dem Campusgelände der Vitra in Weil am Rhein zwölf Stühle für die Landschaft. Der Ausgangspunkt für die Entwicklung der Möbel bildet ein gemeinsamer Spaziergang vom Vitra Campus entlang des Tüllingerbergs zur Fondation Beyeler. Mit der Wahl eines konkreten Ortes bestimmen die Studierenden die primären Bedingungen für den zu entwerfenden Stuhl. Diesen entwickeln sie in der Folge in enger Auseinandersetzung mit materialtechnischen und konstruktiven Anforderungen sowie Ansprüchen an die spezifische Nutzung.

Wir nähern uns der Aufgabe experimentell. Die Stühle erheben weder Anspruch auf Serientauglichkeit noch auf handwerkliche Perfektion. Die Materialverwendung (Textil, Holz, Metall und Beton/Gips) sowie die Verarbeitungs- und Verbindungstechniken (nähen, schrauben, schweissen, giessen) im Möbelbau werden fundiert eingeführt. Begleitet wird der Entwurfsprozess von einem Exkursionsprogramm. In den Räumlichkeiten der Vitra erhalten wir Einblicke in die Entwicklungs- und Produktionsprozesse (vom Entwurf über die Standardisierung bis hin zur Fertigung eines Möbels) und besichtigen im neu eröffneten Schaudepot die Schlüsselobjekte der umfangreichen Sammlung des Vitra Design Museums.

Ausblick Herbstsemester 2016

Entwurf, Pairi-daeza und Urban Food
Ljubljana – The Alps as Common Ground

Die Stadt Ljubljana.
Alpen
Die Entwurfssemester der Professur Vogt kreisen um den Alpenbogen der These folgend, dass dieser als urbaner Common Ground gelesen werden kann. Jedes Entwurfssemester stellt sich die Aufgabe der Verifizierung dieser These, indem wir auf eine Metropolitanregion fokussieren und nach dem spezifischen Bezug zum alpinen Raum fragen.

Metropolitanregion
Nach Milano (HS14) und Lyon (HS15) beschäftigen wir uns im kommenden Semester mit Ljubljana. Die Stadt versammelt in ihrem kleinräumigen Territorium unterschiedlichste Landschaften (die Slowenischen Alpen, die Dinarische Bergwelt, die Pannonische Ebene, die Mittelmeerküste im Golf von Triest), deren Morphologie und Nutzung seit je her durch das Wasser als gemeinsames und zugleich verbindendes Element geprägt wurde.

Process Cartography
Wir verstehen den Entwurf nicht als Endprodukt sondern als Prozess an sich. In einem ersten Schritt untersuchen wir die grossmassstäblichen Beziehungen Ljubljanas. Auf einem fünftägigen Fieldtrip ergänzen wir den analytischen Blick mit einer persönlichen Sicht auf den Ort. Daraus entwickeln die Studierenden ein individuelles Programm als Grundlage für ihren Entwurf. Die vorgeschlagenen Eingriffe können zwischen städtebaulichen und landschaftlichen Szenarien sowie konkreten architektonischen Vorschlägen variieren.

Informationen und Kontakt
Entwurf mit Integrierter Disziplin Planung / Landschaftsarchitektur
Assistenz: Sebastiano Brandolini, Thomas Kissling, Ilkay Tanrisever
Die Reise nach Ljubljana findet vom 07. bis am 11. September 2016 statt.
Der Unkostenbeitrag beträgt 250.- CHF
Kontakt: Thomas Kissling, kissling@arch.ethz.ch 
Unterschiedlichste Landschaften: Die Slowenischen Alpen und Salzsalinen am Meer bei Piran.

Einblicke

Pairi-daeza Umgrenzung: Köln

Frühlingssemester 2016

Im Rahmen des Wahlfachs «Pairi-daeza», das sich mit der Aneignung von Landschaft als öffentliche Ressource in europäischen Metropolen befasst, entwickelten die Studierenden in diesem Frühlingssemester ein Konzept für einen metropolitanen Park in Köln. Während eines zweitätigen Field trips im Februar näherten wir uns der Stadt von der Landschaft her und besuchten unter anderem die riesigen Braunkohle-Tagebaulandschaften, die Insel Hombroich, die Rheinpromenade sowie das Kolumba Kunstmuseum. Unter dem Leitthema «Umgrenzung» befassten sich die Studierenden mit dem von der Stadt Köln geplanten dritten Grüngürtel und erarbeiteten ein Nutzungsszenario sowie ein Gestaltungskonzept für einen noch undefinierten Landschaftskorridor im Westen der Millionenstadt. Die Entwürfe wurden an der Schlusskritik am 9. Mai präsentiert und werden nun im Rahmen von Wahlfacharbeit weiter vertieft. 
Besichtigung des Tagebaus Erzweiler.
Besichtigung der Museum Insel Hombroich; Stadtspaziergang entlang der Rheinpromenade.
Blick über den Volkspark Belvedere im äusseren Grüngürtel.

Urban Food Lyon: Hauptstadt der Gastronomie

Herbstsemester 2015

Nachdem wir uns 2014 mit Mailand auseinandergesetzt hatten, stand dieses Jahr Lyon und seine Umgebung im Fokus. In einer achttägigen Blockwoche untersuchten die Studierenden in Zweiergruppen das Thema «Food» unter den Aspekten Manufaktur, Verteilung, Tourismus, Konsum, Schutz und Wasser. Wichtige Quellen waren Interviews, die die Studierenden auf einer Reise mit verschiedenen Akteuren geführt hatten. So erklärte ein Metzger im Stadtzentrum Lyons das Verteilungssystem von Halal-Fleisch, ein Botaniker der Universität Grenoble die Walnusshaine in Tullins und eine Bäuerin das «Korb»-Verteilungsprinzip. Die Untersuchung präsentierten die Studierenden in Form eines Visual Readers. In Wahlfacharbeiten werden die Themen nun von den meisten Studierenden noch weiter vertieft.
Auszug aus der Recherche zum Thema Manufaktur von Kathrin Röthlisberger und Lukas Loosli:
Halal-Fleisch.
Auszug aus der Recherche zum Thema Schutz von Charlotte Rudolf und Anastasia König: 
Poulet de Bresse.
Auszug aus der Recherche zum Thema Konsum von Anina Huber und Corinne Räz:
Innenarchitektur von Gastronomiebetrieben.

Rückblick Ausstellung
«The Alps as Common Ground – Lyon»

In der Ausstellung wurden die Ergebnisse des Herbstsemesters 2015 aus den drei Fächern «Entwurf», «Pairi-daeza» und «Urban Food» präsentiert: in Form der Zeitungsreihe «Position», einer Animation und einer Plakatserie, welche die Studierenden des Entwurfssemesters gemeinsam mit dem Grafiker Dafi Kühne in einem zehntägigen Workshop als Übersetzung ihrer Entwürfe gestaltet und analog gedruckt haben. 
Impressionen von der Ausstellungseröffnung.

Case Studio Wunderlust/Wanderkammer

Das Buch «Wunderlust/Wanderkammer» erscheint zu einer vom Case Studio VOGT entwickelten mobilen Wunderkammer, die in verschiedenen Formen in den Ausstellungen «Theater Objects: A Stage for Architecture and Art» LUMA Foundation (2014), «Dan Graham – with an Intervention by Günther Vogt» am Institut für Geschichte und Theorie der Architektur an der ETH Zürich (2015) und «Günther Vogt. Wanderlust/Wanderkammer» in der 3A Gallery in New York (2016) zu sehen war.
Das Buch ist selbst wie eine Wunderkammer gestaltet.
Drei «Kabinette» zu den Tätigkeiten des «Sammelns», «Aufzeichnens» und «Übersetzens»…
…enthalten verschiedenste Objekte, die mit der Praxis von Vogt Landschaftsarchitekten und den Projekten des Case Studios  in Beziehung stehen.
Das Buch ist bei Lars Müller Publishers erhältlich.
Das Case Studio dient als Schnittstelle zwischen dem Büro und dem Lehrstuhl von Günther Vogt. 2010 wurde es eröffnet als Plattform für Forschung und Ausstellungen. Mehr Info: Case Studio

achtung: die Landschaft!

Das Buch basiert auf dem Forschungsprojekt «achtung: die Landschaft», das von 2012 bis 2015 am ETH Studio Basel, Lehrstuhl Herzog & de Meuron, in Zusammenarbeit mit Günther Vogt und Philip Ursprung durchgeführt wurde. Es ist «ein Versuch, die Stadt anders zu denken», nämlichem aus der Perspektive des «nicht-gebauten Territoriums».

Das Buch ist bei Lars Müller Publishers erhältlich.

«Roma 20-25»

2015 führte das Departement für Stadtplanung Rom und die MAXXI Foundation das Projekt «Roma 20-25: New Life Cycles for the Metropolis» durch. Die Professur Günther Vogt beteiligte sich mit anderen italienischen und internationalen Architekturschulen mit Recherchen und Entwurfsvorschlägen, die sich mit der zukünftigen Stadtentwicklung der Metropolitanregion Rom auseinandersetzten. Die Ergebnisse wurden in einer Ausstellung im MAXXI gezeigt. Nun ist im Quodlibet-Verlag der Katalog erschienen.
Entwurfsvorschlag der Professur Günther Vogt für einen Perimeter der Metropolitanregion Rom.

zu sehen Vitra Design Museum: Schaudepot

Eröffnung: 3. Juni 2016
Am 3. Juni wird auf dem Vitra Campus das Schaudepot eröffnet. Es wurde von Herzog & de Meuron für die Präsentation der umfangreichen Sammlung des Vitra Design Museums entworfen. Es zeigt eine Dauerausstellung von über 400 Schlüsselstücken des modernen Möbeldesigns von 1800 bis heute. Kleinere Wechselausstellungen ergänzen die Sammlungspräsentation, angefangen mit einem Blick auf die Bewegung des «Radical Design» der 1960er Jahre.

Mehr Info: www.design-museum.de
Detail der Sammlung des Vitra Design Museum. @Vitra Design museum, Florian Boehm
Copyright © 2016 ETH Zürich, Prof. Günther Vogt, All rights reserved.


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