Guten Morgen 

In Basel ist die Taubenpest ausgebrochen. Die hochansteckende Krankheit ist für die Vögel tödlich und kann auch auf Nutztiere übergreifen, was Notschlachtungen zehntausender Hühner nötig machen würde. Das Regionaljournal hat mit dem Basler Kantonstierarzt Michel Laszlo gesprochen. Er sagt, dass das Virus auch auf den Menschen übertragbar sei, allerdings höchstens zu schmerzhaften Bindehautentzündungen führe. Sein wichtigster Appell: Die Tauben sollen keinesfalls gefüttert werden, weil das zu Ansammlungen und damit einer erleichterten Übertragung der Krankheit führe. 

Kommen wir zum anderen Virus. Die Corona-Fallzahlen sind seit Tagen rückläufig, bereits zum zweiten Mal hintereinander wurden in Basel-Stadt keine Neuerkrankungen offiziell nachgewiesen. Beunruhigend ist hingegen, dass in Basel ein 64-jähriger Mann am Virus gestorben ist, der gemäss Gesundheitsdepartement an keinen Risikovorerkrankungen litt. Insgesamt steigt damit die Anzahl Corona-Toter in Base auf 45 an. 

Immer wieder schreiben und Briefing-Leser*innen, dass wir und die anderen Medien aufhören sollen damit, ständig die Corona-Todesopfer zu nennen. Briefing-Leser Stefan zum Beispiel schreibt, dass täglich 183 Menschen in der Schweiz sterben, 25 davon, weil sie geraucht haben. Das statistische Amt Basel-Stadt Basel-Stadt hat gestern dazu eine interessante Zahlenreihe veröffentlicht, das die Anzahl Toter pro Monat seit 1991 zeigt. 

Tatsächlich geht daraus kein Corona-Peak hervor. Damit das auch so bleibt, ist es wichtig, dass die Kurve mit Neuansteckungen auch nach ersten Lockerungen nicht zu stark ansteigt. Andrea und ich werden also weiterhin im Briefing die aktuellsten Zahlen und die dazugehörige Grafik präsentieren - aber ich bin mit den kritischen Briefing-Leser*innen einig, dass man die Zahlen jeweils im Verhältnis sehen sollte.

Das Gesundheitsdepartement Basel-Stadt meldet insgesamt 933 positive Fälle von Personen mit Wohnsitz im Kanton Basel-Stadt. Im Baselbiet sind es 811 Fälle (Plus 2). Zur interaktiven Version inklusive Kurve für Baselland gelangst du, indem du auf die Grafik klickst. 

Wir merken an den Zugriffszahlen auf der Homepage, dass Artikel über die kleinen, persönlichen Geschichten aus der Quarantäne sehr beliebt sind bei den Bajour-Leser*innen. Mit dem vierten Portrait endet die Mini-Serie von Martina Rutschmann über ältere Menschen im Lockdown. Zum Abschluss hat sie mit Pilar Reguero und Michele Parisi gesprochen. Die Spanierin und der Italiener sind seit Jahrzehnten ein Paar, verbringen jedoch gewöhnlich viel Zeit voneinander getrennt bei ihren jeweiligen Familien. Das können sie jetzt nicht, weil die Grenzen geschlossen sind. "Während sie viel liest, kann ich stundenlang an die Decke schauen", erzählt Parisi aus ihrem Quarantäne-Alltag. Hier geht es zum Artikel.
Kurz-News: +++ Der Grosse Rat hat gestern lange diskutiert, aber noch nicht abgestimmt über die Umsetzung der Wohnschutzinitiative. Links und rechts werden sich nicht einig werden, wie strikt die Auflagen an Vermieter*innen sein sollen, damit in Basel billiger Wohnraum erhalten bleibt. Abgestimmt wird heute, das Zünglein an der Waage dürften die Grünliberalen spielen, wie die bz schreibt. +++ LDP-Präsidentin Patricia von Falkenstein hat auf Ende Juni ihren Rücktritt aus dem Grossen Rat bekanntgegeben. Die bz hat bei ihrem Ex-Mann Christoph Eymann nachgefragt, ob er nun Platz machen werde im Nationalrat, damit von Falkensteins Politkarriere weitergehen kann. Doch dieser lehnt ab, eine Rochade sei nicht geplant. +++ Der FCB hat sich mit seinen Spielern in einem "sehr offenen und konstrutiven Gespräch" über die Löhne während der Corona-Pause geeinigt. Auf wie viel Geld die Sportler verzichten, wird nicht mitgeteilt. +++ Eine knappe Mehrheit der Basler Stimmbevölkerung befürwortet die Einführung von E-Voting. Das hat eine repräsentative Umfrage des Kantons ergeben. Dabei zeigte sich ein deutlicher Altersgraben; Rentner*innen sind skeptisch, bei den Unter-40-Jährigen hingegen befürworten drei von vier Personen die Möglichkeit elektronischer Stimmabgabe. +++
Unterhaltungstipp: Eine Polit-Talk-Sendung als Unterhaltungstipp, denkst du dir jetzt? Ich gebe zu, da ist gemein, aber wer austeilt, muss auch einstecken können, finde ich. Viel Neues hat der Telebasel-Talk mit Messe-Verwaltungsratspräsident Ueli Vischer gestern nämlich nicht gebracht, beste Unterhaltung war es dennoch. Beides lag primär an Telebasel-Geschäftsführer Michael Bornhäuser, der seinen "Gesprächspartner" kaum zu Wort kommen liess. Die zweite Frage Bornhäusers (im Bild) dauert geschlagene zwei Minuten und 28 Sekunden - da blieb nicht nur seinem Studiogast die Spucke weg. 
Das war es schon fast. Danke für deine Aufmerksamkeit. Du kannst Bajour unterstützen, indem du deinen Freund*innen erzählst, dass es uns gibt, oder hier klickst und tust, was zu tun ist: unterstuetzen.bajour.ch.

Herzlichen Dank, 

Samuel Hufschmid

P.S. Wie immer etwas Nützliches zum Schluss:
Digitale Geräte sind so wichtig wie nie zuvor. Doch nicht alle können mit Handy und Tablett umgehen. Hier hilft der Digi Coach der GGG - in Coronazeiten auch übers Telefon. Einfach auf die Nummer 079 892 54 10 anrufen und Namen, Gerät und Problem sowie eine Telefonnummer hinterlegen - dann wird dich ein Digicoach zurückrufen. Weitere Infos auch unter ggg-digicoach.ch.

Einen habe ich noch:
Weil ich mit Tauben begonnen habe und weil das Wetter wunderschön ist und wir leider wegen Corona nicht in den Park gehen sollten und schon gar nicht mit der Absicht, die Vögel zu vergiften, hier noch der Klassiker von Georg Kreisler. 
     
     
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