08.10.21

Guten Morgen

Du bist Montag mit meinem Briefing in die Woche gestartet und heute verabschiede ich dich ins Wochenende. Eine runde Sache, würde ich sagen. Und obwohl ich ja für dolce far niente bin, wie ich vor circa zwei Briefings noch schrieb, habe ich heute ein gut gefülltes Päckli mit Unterhaltungstipps für dich parat. Falls es dir auf dem Sofa dann doch noch langweilig wird. Aber ich greife vor. Zuerst werfen wir noch einen Blick auf die wichtigsten Neuigkeiten und Geschichten des Tages. 

Mehr Geld für Kultur 

Vor circa einem Jahr, Ende November 2020, sagten die Basler*innen Ja zur Trinkgeld-Initiative und sprachen sich damit für mehr finanzielle Unterstützung des Kantons für Alternativ- und Jugendkultur aus. Fünf Prozent des Kulturbudgets soll in Zukunft in diesen Kultur-Bereich fliessen. Damit könnte beispielsweise die Club-Kultur in Basel ausgebaut werden. Die Initiative fand damals breite parteiübergreifende Zustimmung. Gestern hat die Regierung ihren Ratschlag zur Umsetzung der Initiative vorgestellt. Das Geld soll nicht etwa umverteilt werden, um niemanden zu kurz kommen lassen zu müssen. Stattdessen will man in den nächsten drei Jahren das Gesamtbudget gestaffelt erhöhen. Das aktuelle Budget beträgt 132.7 Millionen Franken. Das soll um 3 Millionen Franken aufgestockt werden. 

Zuerst muss der Vorschlag aber noch vom Grossen Rat abgesegnet werden. Wenig Freude wird die SVP haben. Sie hatten bereits letztes Jahr kritisiert, dass die Initiative Mehrausgaben bedeuten würde. 

Mehr dazu liest du in der bz oder BaZ. Auch das SRF Regionaljournal berichtete. 
E-Löschfahrzeuge für die Basler Feuerwehr

Basel bekommt die erste elektrobetriebene Löschfahrzeugflotte der Welt. Nicht schlecht. 

Dass die Regierung auf Elektromobilität setzt, hat sie bereits 2018 bewiesen, als sie die Polizei mit sieben Teslas ausstattete. Das war ebenfalls ein weltweites First. Die aktuellen Feuerwehrautos hätten aus technischen Gründen ohnehin ausgetauscht werden müssen. Darum hat man sich entschieden, vier neue Löschfahrzeuge zu kaufen. 

Diese Anschaffung ist natürlich nicht ganz günstig. Pro Fahrzeug kostet das den Kanton etwa eine Million Franken. Die E-Fahrzeuge sind etwa 30% teurer, als Feuerwehrautos, die nicht elektronisch betrieben sind. Wir sind also bei Gesamtkosten von circa vier Millionen Franken. 

Bis die E-Löschfahrzeuge aber tatsächlich in Betrieb sind, dauert es noch einen Moment: Die Auslieferung soll im Frühling 2023 erfolgen. 

Weitere (technische) Details zur elektrobetriebenen Löschfahrzeugflotte erfährst du im Q&A in der BaZ (Abo). 
Maskenempfehlung für zwei Baselbieter Sek-Schulden

Seit Juni müssen Schüler*innen in Baselland keine Maske mehr im Unterricht tragen. Nach den Sommerferien dann der Schock: In den Sekundarschulen Muttenz und Pratteln steckten sich viele Schüler*innen mit dem Corona-Virus an. Mehrere Klassen mussten in Quarantäne. Damit sich dieses Szenario nicht wiederholt, empfiehlt der kantonsärtzliche Dienst dringend, nach den Herbstferien zwei Wochen lang eine Maske während des Unterrichts zu tragen. Diese punktuelle präventive Empfehlung sei nötig, um einen erneuten Ausbruch zu verhindern und um weiterhin Präsenzunterricht durchführen zu können. 

In der bz (Abo) liest du mehr dazu. 
Die aktuellen Corona-Zahlen:

Der Kanton Basel-Stadt meldete gestern 8 Neuinfektionen. Für Baselland gibt es momentan keine neuen Zahlen. Weiterhin bleibt es wichtig: wenige treffen, Abstand halten, Masken tragen, bei Symptomen sofort testen lassen und die Swisscovid-App nutzen, und – wenn noch nicht getan – impfen lassen.

Der Basler des Tages ist Francisco de Goya, weil ...

... seine weltberühmten Kunstwerke in der Fondation Beyeler ausgestellt werden. Sein Name wird im gleichen Atemzug mit Picasso oder auch Velazquez genannt. Francisco de Goya ist einer der bedeutendsten Künstler Spaniens und gilt als der erste Wegbereiter der modernen Kunst. Heute soll die Königin Letizia von Spanien in der Fondation Beyeler in Riehen zu Besuch sein, um sich die Ausstellung vor ihrer Eröffnung anzusehen. Ab Sonntag, dem 10. Oktober, ist sie dann auch für die Öffentlichkeit zugänglich. Die bz (Abo) schwärmt von Goyas exzentrischen, magischen und Normen sprengenden Werken. Auch das SRF Regionaljournal findet viele lobende Worte und berichtet über die Hintergründe zur Ausstellung. Eine Vorschau erhältst du auch auf Telebasel.
Die Kurz-News aus der Region:
  • Arbeitslosenquote sinkt: Beide Basel verzeichneten im September einen Rückgang der Arbeitslosenquote. In Basel-Stadt liegt sie aktuell bei 3.4% und ist damit im Vergleich zum Vormonat um 0.2% gesunken. In Baselland um 0.1 % auf 2.2%, wie die BaZ berichtet.
  • Jazzclub muss schliessen: Der Jazzclub "Bird's Eye" muss auf Anordnung des Gesundheitsdepartements seine Tore schliessen, berichtet Telebasel. Die Club-Betreiber*innen hätten sich geweigert, sich an die neue Covid-Ordnung zu halten und die Zertifikatspflicht umzusetzen. 
  • Moderna schützt besser als Pfizer: Auswertungen des BAG ergaben, dass der Impfstoff von Moderna besser vor einer Covid-Infektion schützt, als der von Biontech Pfizer. Auf diese Erkenntnis kam das Bundesamt für Gesundheit, nachdem es Impfdurchbrüche nach Impfstoff aufgeschlüsselt hat, schreiben die Tamedia-Zeitungen (Abo). 
Unterhaltungstipps: Das volle Packet
Nummer 1: Du liebst alle 137 Spiderman-Comics, dein Spirit Animal ist Harely Quinn
Dann gehörst du an die Fantasy Basel. Die grösste Comic-Convention Europas findet dieses Wochenende wieder statt. Die Messe startet heute und dauert bis Sonntag. Cosplay ist erwünscht. Wenn du also schon lange auf eine Gelegenheit wartest, dich in deinen Sailormoon-Dress zu werfen oder dir das Superman-Cape umzuschnallen, ist dieses Wochenende die Gelegenheit dazu. Neben Panels, Autogrammstunden mit internationalen Stars und Ausstellungen, kannst du auch an einem Live Action Play teilnehmen. Die Theatergruppe Ludwig-Arts-Teams aus Basel wagt sich an ein Experiment und hat das Konzept von Point & Click Adventures in die Wirklichkeit übertragen. Ludwig, die Hauptfigur, steht Live in einem Raum und kann mit unterschiedlichen Gegenständen interagieren. Die Befehle hierzu erteilst du, also die*der Zuschauer*in live über ein Mikro und kannst so Ludwig steuern. 
Nummer 2: Du hast Style aber kein Geld
Das macht nichts. Stil kann man sich ohnehin nicht kaufen. Den hat man oder eben nicht. Das ist jedenfalls meine These. Falls du deine Herbstgarderobe auffrischen willst, empfehle ich dir, heute Abend in der Markthalle vorbeizuschauen. Dort findet ab 18 Uhr nämlich der Kleiderflohmi statt. Ein geübtes Auge entdeckt dort sicher das eine oder andere Kleidungsstück, das zu ergattern sich lohnt. Und: Die Budgetfrage ist am Flohmi eher zweitrangig. Nachhaltiger, als den neusten Fast Fashion Trends hinterherzurennen ist es übrigens auch. Doppelt gewonnen. 
Nummer 3: Du bist ein Musiknerd
Nein, quatsch. Du musst kein Musiknerd sein. Mich hat die Austellung "MUSIC - A Conversation Through Song Titles" aber glaubs angesprochen, weil ich schon einer bin. Ich war selbst noch nicht da, habe es mir aber für dieses Wochenende fest vorgenommen, weil ich die Idee richtig klasse finde: Mehr als 80 Künstler*innen aus aller Welt, die sich nur über Songtitel ausgetauscht haben. Die beiden Künstler Admir Jahic und Comenius Roethlisberger haben diese Konversationen gesammelt und in Szene gesetzt. Es ist nicht nur ein visuelles Erleben, sondern auch ein akustisches (was ja irgendwie schon Sinn macht, oder): Wer möchte, kann sich während des Rundgangs die dazugehörige Playlist anhören. Die Ausstellung läuft noch bis zum 14. November und wird von der Kulturstiftung Basel H. Geiger vorgestellt. 

Ich wünsche dir ein schönes Wochenende.

Herzlich,

Adelina

 
P.S.: Das Nützliche zum Schluss 

Über Basel sind momentan Starenschwärme zu sehen, die ihre Formationsflüge aufführen. Ein 20min-Leserreporter hat das faszinierende Spektakel per Video festgehalten. Was es damit auf sich hat, erfährst du hier.


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