13.07.21

Franziska ZambachGuten Morgen

Ich bin heute ganz glücklich aufgewacht, obwohl – nein, weil mein linker Arm schmerzt und das Tippen gerade gar nicht so einfach ist. Du ahnst es, ich habe gestern meine zweite Impfung erhalten. Damit bin ich eine von 91'920 vollständig geimpften Basel-Städter*innen.

Ich bin aber auch ein neugieriger Mensch und ich hoffe, du nimmst es mir nicht übel, wenn ich dir eine persönliche Frage stelle 👼. Gehörst du wie ich zu den doppelt geimpften Menschen? 

A.) Ja, ich bin vollständig geimpft.
B.) Nein, meine (1. oder 2.) Impfung steht noch an.
C.) Nein, ich lasse mich (noch) nicht impfen.


So viel Offenheit soll belohnt werden, deshalb pack ich in dieses Briefing so viel Nützliches rein, wie nur möglich. Also los ...

Nützliches #1

💉 Wenn du Fragen rund um die Corona-Impfung hast, empfehle ich dir einen Blick ins Bajour Impf-Q&Abajour.ch/impfung

🌴 Wenn du eine Reise planst und unsicher bist über die Einreisebestimmungen, dann liefern wir dir hier die Antworten: bajour.ch/corona-reisen
Nützliches #2 (für alle Ungeimpften aus dem Baselbiet)

Heute kannst du dich im Impfzentrum in Lausen ohne Voranmeldung impfen lassen. Das Walk-In-Fenster ist zwischen 15 und 19 Uhr für alle Baselbieter*innen ab 18 Jahren offen. Der Walk-In-Nachmittag wird am 15. Juli (15 bis 19 Uhr) wiederholt.
Bleiben wir gleich beim Thema Corona und schauen auf
die aktuellen Corona-Zahlen:

Der Kanton Basel-Stadt meldete gestern 11 Neuinfektionen. Im Baselbiet gibt es seit gestern keinen neuen Fall. Die Inzidenz-Werte beider Kantone liegen unter dem kantonalen Grenzwert von 40 Fällen pro 100'000 Einwohner*innen innert 14 Tagen. Dennoch: die Delta-Variante kommt. Es bleibt wichtig: wenige Menschen treffen, Abstand halten, Masken tragen, bei Symptomen sofort testen lassen und die Swisscovid-App nutzen

Leidende Gastro, boomende Startups

Die Pandemie scheint den Innovationsgeist der Unternehmer*innen nicht getrübt zu haben – im Gegenteil: 2021 werde schweizweit ein Rekordjahr was die Neugründungen von Unternehmen betrifft. Das prophezeit die Wirtschaftsauskunftei Dun & Bradstreet in ihrer Semester-Analyse. Im ersten Halbjahr wurden schweizweit 26’382 Unternehmen ins Handelsregister eingetragen (+ 20%).

Die beiden Basel sind da ganz im Trend. Wie die BaZ (nicht online) schreibt, wurden im Baselbiet 675 neue Firmen (+ 18%) eingetragen. In Basel-Stadt waren es 705 (+ 11%). Dabei ist es vor allem der Einzelhandel, der einen Boom erlebt. Aber auch in der Gastro-Branche gibt es viele Neugründungen, schreibt die BaZ. Und das obwohl die Gastro stark unter der Pandemie leidet. 

Homeoffice, fehlende Events und kaum Tourist*innen – nicht grad einfaches Pflaster für die Gastronomie. «Viele Betriebe überleben die Krise nur verletzt», betont Wirteverbandspräsident Marus Ebneter. Einige können sich dank Kurzarbeit und Härtefallgeld über Wasser halten. Andere haben mehr Probleme. Lokale in der Innenstadt wie das Lilly Jo Plaza an der Steinentorstrasse, Stripped Pizza an der Aeschenvorstadt oder Dean & David an der Henric-Petri-Strasse mussten ganz schliessen. Die beiden letzteren haben aber noch je einen weiteren Standort in Basel, der offen bleibt.

Basler*innen sind Mehrweg-Meister*innen

Apropos Essen und Take-Away: Greenpeace verleiht der Stadt Basel das Prädikat (fast perfekte) Mehrwegstadt. Wir Basler*innen sind laut einer Studie der Umweltorganisation neben Bern Meister*innen darin, möglichst wenig Abfall mit Take-Away-Angeboten und Ähnlichem zu produzieren. Verglichen wurden die 14 bevölkerungsreichsten Schweizer Kantonshauptstädte. Basel und Bern machen laut Greenpeace am meisten, um geeingnete Mehrweg-Lösungen voranzutreiben.

Für uns ist das Mehrweggeschirr bereits Alltag. Auf Allmend gilt seit Jahren eine Mehrweg-Pflicht. Geht es nach Greenpeace sollen sich Mehrweg-Muffel wie Zürich und Chur an Basel ein Beispiel nehmen, heisst es in einem Beitrag von SRF.

Und psst, den nützlichen Tipp zum Thema findest du ganz unten im Briefing 💡.
Acero äussert sich zum Lokalwechsel

Die Gelateria Acero in der Rheingasse muss eine neue Bleibe suchen. Vermieter Tino Krattiger lässt das Mietverhältnis Ende März 2022 auslaufen. Gestern hat sich das Acero-Team erstmals mit einer Mitteilung zum Entscheid geäussert. Sie wären gerne an der Rheingasse geblieben, heisst es im Schreiben, das Bajour und der bz vorliegt. «Trotz Unverständnis unsererseits für einige Punkte haben wir versucht, gemeinsame Lösungen zu finden», schreibt das Team. «Leider ohne Erfolg.»

Die Betreiber*innen des Acero sind als Kollektiv organisiert. Eine Person war dabei Ansprechperson für Krattiger. Dass diese nun das Kollektiv verlässt, nahm Krattiger zum Anlass, den Mietvertrag nicht mehr zu verlängern. «Mir ist es zeitlich nicht möglich, mit einem Kollektiv zusammen zu arbeiten. Ich brauche eine Bezugsperson, nicht mehrere», erklärte Krattiger uns. Das Acero-Team schildert das Geschehene anders. Sie hätten bereits eine neue Ansprechperson für den Vermieter bestimmt, sagt das Kollektiv. Krattiger habe sich aber auf die neue Person angeblich nicht einlassen wollen.

Jetzt zieht das Acero als weg von der Rheingasse. Fürs Kollektiv sei aber der Neuanfang an einem anderen Ort ein positiver Schritt. «Wir schauen zuversichtlich in die Zukunft des Aceros und glauben daran, dass wir eine Lösung finden werden.»
Die Kurz-News:

🌧 Hochwasser: Die Hochwasser-Situation in der Region Basel ist zwar nicht ganz so prekär wie im Rest der Schweiz, aber die Flüsse in der Region führen viel Wasser. Und die Pegelstände werden wohl noch weiter steigen, da in den kommenden Tagen viel Regen erwartet wird. Jelena Dobric, Sprecherin der Schweizerischen Rheinhäfen, erklärt im Regionaljournal welcher Pegelstand welche Konsequenzen nach sich zieht.

🌊 Nützliches #3
Den aktuellen Pegelstand und die kritischen Hochwassermarken kannst du auf der Webseite der Schweizerischen Rheinhäfen nachschauen. 

🧪 Chemieabfall: In der Deponie Roemisloch im elsässichen Neuwiller entsorgten Chemiefirmen jahrelang giftige Chemieabfälle. Diese flossen via Roemisbach bis nach Allschwil. Die Gemeinde forderte lange, dass die Chemieabfälle entsorgt werden. Ende 2012 sprachen Novartis, Syngenta und BASF dann von einer «erfolgreichen Sanierung». Doch nicht mal 10 Jahre später ist klar, im Roemisbach hat es immer noch giftige Stoffe, schreibt die bz. Gemäss Messungen werden Grenzwerte für eine ganze Reihe von Stoffen deutlich überschritten. Jetzt wollen Allschwil und Neuwiller dass die drei Basler Chemie-Giganten die Gefahr umgehend beseitigen.
Unterhaltungstipp: 
Das sympathische Gesicht da oben kennst du nur zu gut, gäll? Ina hat in ihren Basel Briefings die Lieblingsrubrik vieler Bajour-Leser*innen geschaffen: Baseldytsch mit Ina. Keine macht einem das mühsame Lernen einer neuen Sprache mit so viel Charme gluschtig. Deshalb hat Ina jetzt ihre bisherigen Baseldytsch-Fortschritte in einem Best-of zusammengefasst. Für Folge 1, wo's ums schmegge, Schlumi bstelle und um den Bündelidaag geht, musst du hier entlang: 📖 bajour.ch/baseldytsch-mit-ina

Nutzligs #4

Auch ich bin mir manchmal – naja oft 😅 – nicht sicher, wie ich ein Baseldeutsches Wort richtig schreibe. Dann schlage ich es gern kurz nach. Und weil meine Suter-Ausgabe nicht immer griffbereit ist, weiche ich auf die gratis Online-Version zurück. Die ist zwar nicht ganz vollständig und komplett up-to-date, aber für einen kurzen Check reicht's: 📙 baseldeutsch-woerterbuch.ch
Ich wünsche dir einen guten Start in den Tag.

Häärzlig,
Franziska
 
PS: Das Nützliche zum Schluss (Nützliches #5)

Basel ist Mehrweg-Meister – und setzt sich auch dafür ein, dass das so bleibt. Im Mai lancierte der Kanton die Kampagne Basel isst abfallfrei. Die Idee: Take-Away-Läden sollen möglichst Abfall vermeiden und deshalb Mehrweggeschirr anstatt Plastikboxen zum Mitnehmen anbieten. Der Kleber links markiert die Betriebe, die mitmachen. Hier findest du die Übersicht dazu. Mein Tipp aber: Wenn du öfters über Mittag Take-Away-Essen holen gehst, nimm jeweils einen leeren Behälter mit, den du dann füllen kannst. Und wenn du noch keinen passenden hast, versuchs mal in der Gourmessa in einer Migros – die neue im Westflügel des Bahnhofs SBB ist eh einen Besuch wert. Dort bekommst du gegen ein Depot von 5 Franken einen praktischen grünen Mehrwegbehälter, der ab sofort zu deinem treuen Begleiter wird. Versprochen.


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