10.06.21

Guten Morgen

Am Basler Stadtrand wird es kein Windrad geben. Das hat die Muttenzer Gemeindeversammlung am späten Dienstagabend entschieden, im dortigen Hardwald hätte die 140 Meter hohe Anlage gebaut werden sollen. Mit 118 zu 96 Stimmen lehnten die Teilnehmer*innen der Gemeindeversammlung von Muttenz (18'000 Einwohner*innen) den Bau ab, Windräder seien zu laut, stören das Landschaftsbild und gefährden Vögel, fasst die bz die Argumente der Gegner*innen zusammen. Und kommentiert: Energiewende ja, einfach nicht bei uns.

Insgesamt gibt es im Landkanton sechs Potenzialgebiete für Windparks, bei fünf von ihnen wurden Projekte sistiert oder nicht weiterverfolgt. Einzig im Gebiet Challhöchi bei Burg gibt es noch Pläne. Seit 2010 will die IWB dort mit fünf Turbinen Windstrom für 10'000 Einwohner*innen herstellen. Status gemäss bz: verzögert. Und (die Zeitung lässt heute wirklich nichts aus, wenns um Windräder geht, diese Meldung ist hinter der Paywall): Selbst die schweizweit erste netzgekoppelte Windkraftanlage in Langenbruck (Bild unten), die das Baselbiet 1986 zum Windkraft-Pionierkanton gemacht hatte, wird abgerissen - ob mit oder ohne Ersatz, ist unklar. 

Wie geht eigentlich die Basler Staatsanwaltschaft mit Falschmeldungen um? Diese Frage stellt sich aktuell, weil an einer brisanten Mitteilung der Stawa von Ende Mai über eine angebliche sexuelle Belästigung eines Kindes im 8er-Tram nichts dran ist. Wie die Baz schreibt (Paywall), hätten die Ermittler*innen das Videomaterial der Überwachungskamera im Tram gesichtet und darauf sei keine strafbare Handlung zu sehen gewesen, wie Sprecher Peter Gill zitiert wird. Kollege David vom (einige sagen langsamsten, ich sage gründlichsten) Ticker der Schweiz (dem Bajour-Ticker), ist der Sache nachgegangen und fragt: Wieso wird ein Communiqué verschickt, das den mutmasslichen Ablauf der mutmasslichen Straftat detailliert schildert, nicht aber eine Korrekturmeldung? "Das vorliegende Verfahren ist noch nicht abgeschlossen, deshalb können wir, gestützt auf die Strafprozessordnung, auch keine weiteren Informationen geben und darum erfolgte bis anhin auch keine Medienmitteilung", schreibt der Sprecher auf Anfrage von Bajour. Mehr dazu und ein Kurzkommentar von David im Ticker. 
Kommen wir zum angenehmsten Teil des Briefing, einem Jö-Bildli aus dem Zolli und der Chance auf 3x2 Gratis-Tickets fürs Bildrausch-Filmfestival. Zuerst zum Rotschulter-Rüsselhündchen, das neu im Zolli zu sehen ist und das ich hier in seiner ganzen Pracht präsentiere: 
Vom Jö zum Yeah! Donnerstag ist im Briefing neu 🎁Kultur-Verlosungs-Tag✨. Wir haben immer wieder Anfragen von Kultur-Institutionen, die Tickets oder sonstige Goodies verlosen möchten. Und einige Briefing-Leser*innen freuen sich sehr darüber und machen fleissig mit, wie Verlosungen in der Vergangenheit gezeigt haben. Wenn du zu dieser Gruppe gehörst, musst du gar nichts tun. Wenn du kein Interesse an Verlosungen hast, kannst du folgenden Link klicken und wir schicken dir künftig auch Donnerstags ein verlosungsfreies Briefing. Praktisch, oder?
 

Jetzt aber wirklich zur:
🎁Kultur-Verlosung
Heute geht es um 3 x 2 Tickets für einen frei wählbaren Film am viertägigen Bildrausch Filmfestival, das nächsten Mittwoch startet. Das Festival findet als Hybrid-Veranstaltung mit Online- und Offline-Filmen statt, die Tickets sind für die Präsenzveranstaltungen. Hier kannst du dein Glück versuchen. 
 

🍀mitmachen🍀

Die Kurven auf beiden Diagrammen sehen gut aus. Im Baselbiet ist der Grenzwert des Bundes von 60 Fällen pro 100'000 Einwohner*innen innert 14 Tagen erstmals seit Beginn der zweiten Welle wieder unterboten worden, damit ist lückenloses Contact-Tracing wieder möglich. Und beim Impfen haben beide Kantone ihre bis Ende Juni gesteckten Ziele bereits übertroffen. Wichtig bleibt: Maske tragen, wenige Menschen treffen, Abstand halten, bei Symptomen sofort testen lassen und die Swisscovid-App nutzen

Übrigens. In der heutigen Ausgabe von "Rechnen mit Sämi" gehts ums Impfen. Mehr dazu ganz am Schluss des Briefings.

Die Kurz-News aus der Region:
  • Die Basler Regierung erhält einen Rüffel aus Bundesbern. Die Pläne für einen Güterbahnhof am Hafen, so wie sie Basel vorlege, würden den angestrebten Logistikverbund von Schifffahrt und Güterbahn schwächen, zitiert die bz aus einem internen Schreiben (das nicht nur der Zeitung, sondern auch SVP-Grossrat Lorenz Amiet zugespielt wurde). Nun reicht Letzterer einen Vorstoss ein, um zu Erfahren, wieso die Regierung ohne Absprache mit dem Bundesamt geplant habe. 
  • Grossrät*innen und Grossräte in Mutterschafts- oder Vaterschaftsurlaub sollen künftig von zuhause aus abstimmen können. Ein entsprechender Anzug von Barbara Heer (SP) und Konsorten wurde gestern mit 69 Ja-Stimmen zu 18 Nein-Stimmen bei drei Enthaltungen an das Ratsbüro überwiesen. Mehr dazu hier.
  • Der Mann, der am Montagabend in einer Beiz im St. Johann um sich geschossen hatte, ist verstorben, wie die Staatsanwaltschaft gestern mitteilte. Der 31-Jährige stand bei der Tat unter Einfluss von Drogen und erlitt bereits kurz nach der Festnahme, auf dem Weg in die Notfallstation, einen Zusammenbruch und musste reanimiert werden. Nun folgen weitere Untersuchungen, um die Todesursache zu klären. 
  • Der Baselbieter Landrat debattiert über eine parlamentarische Untersuchungskommission PUK, die die Vorgänge rund um die Verbindungen zwischen Kanton und Wirtschaftskammer aufarbeiten soll. Davon berichtet das Regionaljournal in der Morgenausgabe, hier kannst du den Beitrag anhören. Der Landrat tagt heute. 
Unterhaltungstipp:
Morgen beginnt die Fussball-EM aber irgendwie will die Fussball-Stimmung nicht so richtig aufkommen, zumindest bei mir nicht. Ich habe dir einen nicht ganz ernst gemeinten Unterhaltungstipp: Du kannst dir zur Einstimmung die zwölfteilige "Road to Uefa Euro 2020"-Sendereihe von SRF anschauen. SRF sendet heute Abend um 22.05 Uhr die letzte der jeweils knapp halbstündigen Folgen, alle anderen kannst du online nachschauen. Wenn du wirklich willst. Weil ich habe eine geschaut, und auch wenn du Fussball liebst, ist es eher eine zähe Sache. Das findet offenbar auch SRF und blendet vor jeder Ausstrahlung diesen Hinweis ein:
Spässchen bei Seite, natürlich haben wir auch richtig gute Veranstaltungstipps, nicht ich, aber Kollege Lory. "Kulturelle Glücksmomente unter samtenem Himmel", sind seine Kulturtipps der Woche überschrieben; Bajour kann auch Feuilleton, würd' ich sagen. Hier findest du die Tipps, bei Nummer 1 geht es um den dreifachen Oscargewinner "Nomadland", der heute in den Basler Kinos anläuft (Kult Kino Atelier, 14:00, 16:15, 18:30, 20:45). Zu den Kulturtipps der Woche. 
Ich wünsche dir einen schönen Tag, 
Samuel
Das Nützliche zum Schluss:
Hobbygärtner*innen kämpfen derzeit gegen einen übermächtigen Gegner: Schnecken. Es gibt Gift (schrecklich), es gibt die Schere (noch schrecklicher) und es gibt Schneckenschutzringe aus Plastik, um einzelne Salate zu schützen. Die Dinger wirken gut, die Barriere scheint unüberwindbar für diese Biester. Ziemlich nützlich also, aber hier kommt der Geheimtipp, weil von mir selbst erfunden und erprobt: Diese Schneckenschutzringe (gibt es in jedem Gartencenter für wenig Geld) sind so stabil, dass du auch Töpfe draufstellen kannst. Mein bereits totgeglaubter Basilikum gedeiht wieder prächtig, hurra!
Willkommen zu Teil zwei von "Rechnen mit Sämi", meinem persönlichen Selbsthilfeprojekt gegen den Kolleg*innenneid (gemeint ist Ina mit ihrem fantastischen Baseldytsch, das auch gestern wieder wieder mal richtig gute Laune gezaubert hat.) Beim letzten Mal habe dich gefragt, wie viele zusätzliche Sitze Frauen im Baselbieter Landrat bräuchten, um Mutterschaftsurlaub-Abwesenheiten auszugleichen. Ich habe mehrere richtige Lösungen erhalten, eine davon von Lilith. Sie schreibt kurz und knapp und korrekt: "Die Frauen brauchen einen Sitz mehr (als die Männer), aber es geht nur wenn die Gesamtanzahl Leute auf 91 erhöht wird."

Heute nehme ich mir das Impfen vor. Es geht vorwärts in den beiden Basel, aktuell werden im Impfzentrum bis zu 3000 Spritzen täglich gesetzt. Was bedeutet das im weltweiten Vergleich? Wie viele Impfungen dürften in Basel täglich verabreicht werden, wenn wir im weltweit im Gleichschritt impfen würden? Ich habe dir vier Zahlen dazu (Tipp: du brauchst nur drei): Weltweit sind bisher rund 2,2 Milliarden Impfdosen verabreicht worden, aktuell wird 21 Millionen Mal täglich gepikst, die Weltbevölkerung beträgt 7,8 Milliarden und die Bevölkerung von Basel-Stadt 201'856 Personen.

Ich freue mich über Feedback und Lösungsvorschläge, am besten im Mailprogramm direkt auf "antworten" klicken. 


Basel Briefing - der tägliche Newsletter mit 🤍 von Bajour.

[anmelden]



Bajour Clarastrasse 10 4058 Basel Switzerland