16.07.21

Guten Morgen

Ich habe seit Tagen einen Ohrwurm: «Why does it always rain on me? Is it because I lied when I was seventeen?». Der 90s-Song der britischen Pop-Band Travis ist für mich der inoffizielle Sommerhit 2021. Regen und Stürme wollen nicht abreissen, Berichte über das Unwetter genauso wenig. 

Oder wie Travis singen: «Sunny days, where have you gone?»

In der Nacht auf heute soll der Rhein in Basel einen Höchststand und die Gefahrenstufe 4 von 5 erreicht haben. Aber, so die gute Nachricht, mit einer Überschwemmung muss in Basel trotzdem nicht gerechnet werden, schreibt der kantonale Krisenstab gestern in einer Medienmitteilung. Um trotzdem auf Nummer sicher zu gehen, hat der Zivilschutz der Rettung Basel-Stadt gestern Nachmittag Sandsäcke ab der Mittleren Brücke und bis zur Johanniterbrücke verteilt. Die Basler Zeitung berichtet (Abo) ausserdem von anderen am Rhein anliegenden Gemeinden und Städten, die sich für die Wassermassen wappnen. Da ist zum Beispiel die Stadt Rheinfelden (AG), die mit Schnellbaudämmen das Wasser von der Altstadt fernhalten will. In Wallbach, ebenfalls eine Gemeinde im Aargau, hat die Feuerwehr das Rheinufer mit sogenannten Beaver-Schläuchen erhöht. 

In Laufen wecken die Bilder der aktuellen Wetterlage ungute Erinnerungen. 2007 überschwemmte die Birs das Stedtli, es stand zwei Meter unter Wasser. Der Schaden war gross. Damit es nicht mehr soweit kommen kann, haben Ladenbesitzer*innen Vorsichtsmassnahmen getroffen und Sandsäcke vor ihren Geschäften platziert. Bisherige Prognosen geben Grund zum Aufatmen: Zu solchen Szenen wie 2007 werde es dieses Jahr nicht kommen. Der Pegelstand sei zwar hoch, aber die Abflussmenge sei weit von den Werten von damals entfernt, schreibt die bz. 

Wir wollten gestern etwas Dampf ablassen und haben euch darum gefragt: Wie geht's euch mit dem Wetter? Daraus entstand das Fotoprotokoll des Unwetters der Gärngschee-Community.

Hast du eigentlich schon einen Blick auf den Wetterbericht für kommende Woche geworfen? Für dann ist nämlich Sonne angesagt. 28 Grad, Sonnenschein! Klingt nach einem Sommercomeback. 
Lachapelle tritt zurück

Raiffeisen-Verwaltungsratspräsident Guy Lachapelle tritt auf Ende Juli zurück. Das verkündete er gestern während einer Medienkonferenz in Basel, bei der er Stellung nahm zu den Vorwürfen und seinen Rücktritt begründete. Es handelt sich dabei um einen Streit mit einer Frau, der Lachapelle, nach eigenen Angaben, interne Dokumente zugestellt haben soll, als er noch Chef der Basler Kantonalbank war. Strafrechtlich relevant sei dies laut Lachapelle aber nicht gewesen.

Auf Lachapelles Rücktritt folgt nun Pascal Gantenbein. Er ist Wirtschaftsprofessor an der Uni Basel und Vizepräsident der Raiffeisen. Schon nach der Affäre um den früheren Raiffeisen-Chef Pierin Vincenz hatte Gantenbein die Leitung des Verwaltungsrates übernommen, bis er 2018 von Lachapelle abgelöst wurde. Bei der nächsten Generalversammlung, die aller Voraussicht nach nächsten Frühsommer stattfinden wird, entscheidet sich dann, ob Gantenbein das Amt behalten wird.

Mehr zum Fall Lachapelle liest du im Tagesanzeiger (Abo), der die Details, gestützt auf Dokumenten, aufgearbeitet hat. 
«Vielleicht wird man einfach vergessen»

Wie ist das, wenn man plötzlich nicht mehr Berufspolitiker ist? Das haben wir ehemalige Regierungsräte gefragt. Christoph Brutschin hatte den Anfang gemacht. Meine Kollegin Ina Bullwinkel hat mit dem ehemaligen Sicherheitsdirektor Baschi Dürr (FDP) gesprochen. Der sich eigentlich noch zu jung fühlt, um Teil dieser Serie zu sein. Baschi Dürr ist nicht wie der 63-jährige Christoph Brutschin, der nach 12 Jahren freiwillig abtrat. Baschi Dürr ist 44 Jahre jung. Und er wollte nicht gehen, er musste.

Dürr ist stolz auf das, was er erreicht hat, auch wenn ihn die Abwahl hart getroffen hat. Er sagt: «Es ist ein ziemlich strenger, aber ein toller Job. ich hab ihn sehr gern gemacht. Ich würde sagen auch erfolgreich, habe eigentlich alles erreicht, 100 Prozent aller Projekte realisiert, alle Volksabstimmungen gewonnen, letztlich alles durch den Grossen Rat gebracht.»

Der Politik den Rücken gekehrt hat er aber nicht. Bei seiner Partei mischt Baschi Dürr noch immer mit. Den neuen Präsidenten, Johannes Barth, hat er an Bord geholt. Barth soll der Partei wieder mehr bekannte und erfolgreiche Kandidat*innen bescheren. «Die Partei muss wieder junge Leute für sich begeistern», sagt Dürr, aber dafür sei nicht er, sondern in erster Linie der neue Vorstand verantwortlich. 

Das ganze Porträt liest du hier. 
Die aktuellen Corona-Zahlen:

Im Kanton Basel-Stadt wurden gestern 20 Neuinfektionen registriert. Am 14. Juli meldete der Kanton Baselland 17 neue Fälle. Für ausführliche Informationen empfehlen wir dir die SRF-Analysen. Weiterhin bleibt es wichtig: wenige Menschen treffen, Abstand halten, Masken tragen, bei Symptomen sofort testen lassen und die Swisscovid-App nutzen

Die Kurz-News:
  • Massenkündigung am Schorenweg: Vor zwei Jahren erhielten 196 Mietparteien in den Schorenweghochhäusern Kündigungsschreiben von der Liegenschaftsbesitzerin Credit Suisse. Die Begründung: Man wolle die Gebäude sanieren. Das wollten sich viele Mieter*innen nicht gefallen lassen. Darauf folgte ein jahrelanges juristisches Hin- und Her, für das man nun eine Lösung gefunden hat, berichtet die bz. 15 Mieter*innen können nach der Sanierung in ihre Wohnungen zurückziehen. Der Mietzins ist für sie bereits festgelegt und bleibt bezahlbar, schreibt der Basler Mieterverband. 
     
  • Basler Firma RocketVax produziert neuen Impfstoff: Die Köpfe hinter dem Unternehmen RocketVax arbeiten fieberhaft an der Entwicklung eines Impfstoffes, der länger und besser gegen das Corona-Virus schützen soll. Die zweite Finanzierungsrunde ist geschafft: 7.2 Millionen Franken haben RocketVax erhalten, schreibt die bz.
Unterhaltungstipp: 
Der heutige Unterhaltungstipp stammt erneut von Bajour-Redaktor Lory, der den ultimativen Kinovergleich gemacht hat: Stücki oder Rheincenter - wo kriegst du mehr für dein Geld? Lory hat, ausgestattet mit Stift und Blöckli, den Selbsttest gemacht und die Kinos gründlich durchgecheckt. Wer hat das bessere Programm? Welches Kino den höheren Komfort? Die ausführliche Besprechung liest du hier. Und weil wir kein Clickbait machen, verrate ich dir, welches Kino gewonnen hat: Lorys Siegerkino ist das Arena Cinemas im Stücki. 

Und jetzt ab ins Weekend!


Adelina
 
P.S.: Das Nützliche zum Schluss

«Dieser Twitter-Account wird dich wieder an die Menschheit glauben lassen», schrieb mir gestern eine Freundin, nachdem ich mich über das miese Wetter beschwert hatte. Ihre Formulierung, die klingt wie der Betreff eines Spam-Mails, liess mich schmunzeln. Und der Twitteraccount «All Things Interesting» erst recht. Aber schau am besten selbst. 


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