22.07.21

Franziska ZambachGuten Morgen

Hach Sommerferien! Ausser Dauerthema Corona (leider!) ist nicht viel los. Das zeigt auch der Blick in die heutigen Zeitungen. Macht nix, dann haben wir mehr Zeit für anderes. Schau mal in den Unterhaltungstipp 👇 für Inspiration ...

Impfpflicht ja oder nein?

Während im Basler Impfzentrum die 100'000 Person doppelt geimpft worden ist (dafür gab's einen Blumenstrauss), florieren in der Politik die Diskussionen um eine Verschärfung der Corona-Massnahmen und um eine Impfpflicht. Eine solche will Präsident Emmanuel Macron in Frankreich fürs Gesundheitspersonal einführen. In der Schweiz wird es eine Impfpflicht wohl eher nicht geben, sagt Urs Karrer, Mitglied der wissenschaftlichen Corona-Taskforce des Bundes zu SRF: «Ein Obligatorium entspricht nicht der hiesigen Tradition und wäre ein Eingriff in die persönliche Integrität.»

Auch die Basler Gesundheitsbehörden und Politiker*innen von links bis rechts sind sich ziemlich einig und sprechen sich gegen einen Impfzwang aus. Das zeigt eine Umfrage von PrimeNews. Für einige ist eine Ausweitung des Covid Zertifikats eine Option. Eine Auswahl der Voten auf PrimeNews zur Impflicht 💉 und zu Verschärfungen der Massnahmen 🚫:

Luca Urgese (FDP):
💉 «Ich bin klar gegen eine Impfpflicht. Das Selbstbestimmungsrecht über den eigenen Körper ist ein hohes Gut.»
🚫 «Solange die Hospitalisierungen und Todesfälle nicht zunehmen, sind neue Einschränkungen – vor allem für Geimpfte – nicht vertretbar.»

Jessica Brandenburger (SP):
💉 «Das wäre ohne gesetzliche Grundlage gar nicht durchsetzbar, auch nicht beim Gesundheitspersonal.»
🚫 «Eventuell müsste man sich überlegen, grosse Veranstaltungen wieder zu verbieten oder die Maskenpflicht flächendeckend einzuführen. Die Pandemie ist noch nicht vorbei, das dürfen wir nicht vergessen.»

David Wüest-Rudin (GLP):
💉 «Wer sich nicht impfen lassen möchte, geht das bewusste Risiko einer Ansteckung ein. Diesen freien Entscheid gilt es zu respektieren, er darf nicht durch Zwang oder Kennzeichnung unterminiert werden.»

Beatrice Isler (Mitte):
🚫 «Es soll den Restaurants, Bars und Clubs selbst überlassen werden, ob sie ein Zertifikatsobligatorium einführen wollen. Betriebsleitung und Belegschaft sollen die freie Wahl haben. Wir können keinen Polizeistaat aufstellen wegen Covid.»
❓ Wie siehst du das?
Die aktuellen Corona-Zahlen:

In beiden Basel hat der Inzidenz-Wert den nationalen Grenzwert von 60 Fällen pro 100'000 Einwohner*innen innert 14 Tagen überschritten. Baselland meldet 10 neue Fälle, Basel-Stadt deren 19. Für ausführliche Informationen empfehlen wir dir die täglich aktualisierten Grafiken und Analysen von SRF. Wichtig ist nach wie vor: wenige Menschen treffen, Abstand halten, Masken tragen, bei Symptomen sofort testen lassen und die Swisscovid-App nutzen.

Und ein Reminder für alle: Hände waschen nicht vergessen! 🤙

Testen im Drive-In

Fürs Reisen, die Party oder für den Besuch eines Fussballmatches gilt: Wer nicht geimpft ist, braucht einen negativen Corona-Test. Zwei TopPharm-Apotheken bieten vor verschiedenen Basler Clubs an, dass man sich gleich vor Ort testen lassen kann. Das Ergebnis des Antigen-Schnelltests ist in 15 Minuten da. Bald soll auch ein Drive-In Testcenter beim Joggeli stehen. Die Kosten für die Test übernimmt der Bund.

Das findet LDP-Grossrat André Auderset nicht gut. Es schaffe falsche Anreize, wenn die Tests gratis bleiben. Er fordert, dass Menschen, die sich nicht impfen lassen wollen, die Tests zumindest selber berappen müssen. Zum Regionaljournal sagt er: «Das kann ein symbolischer Beitrag von 20 Franken sein. Vielleicht auch bisschen mehr.»

Der Basler Kantonsarzt Thomas Steffen versteht Audersets Wunsch, dass sich die Menschen vermehrt impfen lassen sollen. Jedoch sei das Ende von Gratis-Tests der falsche Weg dafür. Es sei wichtig, dass sich möglichst viele Menschen testen lassen, grad auch solche, die keine Symptome zeigen. Und vielleicht sei ja auch die Anforderung, dass immer wieder ein neuer Test vorgezeigt werden muss, Grund genug für die Nicht-Geimpften sich doch noch für eine Impfung zu entscheiden.
Contact Tracing in Bereitschaft

Die meisten Kantone haben in den vergangenen Monaten das Contact Tracing zurückgefahren, berichtet SRF. Auch Basel-Stadt hat das Team von 85 Personen zu Spitzenzeiten auf aktuell 35 Mitarbeiter*innen reduziert. Das könne man aber schnell ändern, sagt Anne Tschudin, Sprecherin des Basler Gesundheitsdepartements: «Wenn es nötig werden würde, könnten wir innerhalb von ein bis zwei Wochen wieder auf Höchststand ausbauen.» Dabei würde dann temporär auch auf die Hilfe des Zivilschutzes zurückgegriffen.
Die Kurz-News:
  • Hochwasser-Entwarnung: Der Rhein führt kein Hochwasser mehr. Polizei und Rettung Basel-Stadt gaben gestern Nachmittag Entwarnung. Einzelne Abschnitte am Rheinbord bleiben noch gesperrt. Die Schifffahrt ist zwischen der Mittleren Brücke und Birsfelden mit wenigen Einschränkungen möglich. Ausserdem wollen wieder alle Fähren den Betrieb aufnehmen, sagt Martina Meinicke, Präsidentin des Fähri-Vereins, zu Telebasel. Die in den Rhein gestürzten Fischergalgen konnten noch nicht geborgen werden. Sobald der Rheinpegel noch weiter sinkt, könne mit der Bergung begonnen werden, gibt das Bau- und Verkehrsdepartement gegenüber der BaZ Auskunft. 
     
  • Neues Gastroangebot: Die Bank Cler am Aeschenplatz wird umgestaltet. Im Rahmen dessen entsteht jetzt ein neues Gastroangebot. Es heisst «Die Station» und bietet Mittags ein wöchentlich wechselndes Food-Angebot und Abends eine Bar mit Bühne für «Lesungen oder Buchvernissagen», wie Bauleiterin Sonja Kaplan in der BaZ erklärt. Ausserdem entsteht hier Basels erste Matcha-Bar. Neben der «Station» wird es auch einen zugehörigen Feinkostladen geben. Hinter dem Projekt steckt Tom Wiederkehr, der unter anderem für seine früheren Engagements in der Spezerei Tellplatz 3 oder im Predigerhof bekannt ist. Die neue Kundenhalle inkl. Gastroangebot soll im Dezember eröffnet werden.
     
  • Wegen Verleumdung verurteilt: Die Basler Staatsanwaltschaft hat die «Tagesanzeiger»-Journalistin Michèle Binswanger wegen Verleumdung per Strafbefehl zu einer bedingten Geldstrafe von 9000 Franken und 1500 Franken Busse verurteilt. Die Netzaktivistin Jolanda Spiess-Hegglin hatte Binswanger wegen einem Tweet vom 4. Mai 2020 angezeigt. Das Urteil ist noch nicht rechtskrätfig. Tamedia werde das Urteil anfechten, sagt Sprecherin Nicole Bänninger zu Persönlich.com.
     
  • Gigi Oeri sponsert Tierambulanz: In Basel ist der erste Tierrettungsdienst der Schweiz unterwegs. Dank dem neuen Ambulanzfahrzeug könne die Tierklinik Basel einen mobilen Notfalldienst rund um die Uhr anbieten. Neun Personen brauche es dafür, erklärt Tiermedizinerin Gabrielle Brunner der BaZ (Abo). «Das ist eigentlich zu personalintensiv, aber der Tierrettungsdienst liegt uns am Herzen, und wir sehen, es gibt da eine Lücke.» Ermöglicht hat den Krankenwagen für Tiere die Tierklinik selber mit Hilfe von Gigi Oeris Stiftung Anton. Die Stiftung bezweckt die Förderung der Tiermedizin und des Tierwohls. Die Tierklinik schweigt über die Höhe des Stiftungsbeitrags.
Unterhaltungstipp: 
Heute Abend startet der FC Basel offiziell in die neue Saison. Die Basler treten in der neuen Conference League (SRF erklärt dir hier, wie der neue Wettbewerb funktioniert) gegen FK Partizani Tirana an. Anpfiff ist um 20:15 Uhr. Wer ins Stadion will, sollte ein bisschen früher da sein und muss zwingend ein Covid-Zertifikat (Geimpft, Genesen oder Getestet) dabei haben.

Du findest Fussball eher so:
Kein Problem! 
 
Gestern habe ich dir ja schon den ersten von zehn Glücksorten in Basel vorgestellt, die wir diesem Sommer auf Bajour aufschalten dürfen. Heute folgt der zweite mit ausdrücklicher Empfehlung dort einen Spaziergang zu machen – vor allem jetzt, wo das Wetter noch hält...

Der zweite Glücksort in Basel ist der Elsässerrheinweg zwischen dem Novartis Campus und dem französischen Dorf Huningue – ein «sonderbares Zwischenland, nicht mehr Schweiz und noch nicht ganz Frankreich». Die Runde komplett machen kannst du, wenn du weiter über die Dreiländerbrücke gehst und den Rhein auf Kleinbasler Seite wieder aufwärts gehst. Dabei kannst du bei der Sandoase oder beim Rostigen Anker einkehren. Oder dich gemütlich an eine der Buvetten setzen und den Sommer geniessen 🌞. Denn wenn wir schon nicht am Meer sind, tut's auch ein Spaziergang am Rhein.

Die Texte zu den Glücksorten stammen von der Basler Journalistin Yaël Debelle. Zusammen mit Co-Autor Stephan Petersen hat sie im September 2020 das Buch «Glücksorte in Basel» herausgegeben. Das Buch landete auf der Bestseller-Liste. Yaël Debelle starb vier Monate nach Erscheinen des Buches. Ihre wunderbaren Texte bleiben und bringen ein bisschen lichtes Sommerglück in unsere Herzen. 💕

Ich wünsche dir einen sonnigen Donnerstag.

Herzlich,
Franziska
PS: Das Nützliche zum Schluss

Gemeinsam mit den Liebsten die Ferien zu verbringen, ist wunderbar. Da will man eigentlich nicht ans Geld denken. Rechnen, wer jetzt dran ist mit dem Bezahlen der Rechnung, wer als nächstes einkaufen gehen muss etc. Ich mach mir soclhe Gedanken nicht mehr, weil ich die App Splitwise entdeckt habe. Damit lässt sich das Ferienkässeli fair aufteilen. Du kannst gemeinsame Ausgaben eintragen, notieren, wer was ausgegeben hat und die App berechnet wer wem was schuldet. Am Schluss der Ferien lässt sich alles ganz einfach aufteilen. Praktisch. Und du hast mehr Zeit, die gemeinsamen Ferien richtig zu geniessen. 


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