31.05.21

Guten Morgen

Heute fällt die Homeoffice-Pflicht in der Schweiz. Zumindest für jene Betriebe, die ihre Mitarbeiter*innen regelmässig testen lassen. Hier spricht der Bundesrat nur noch eine Empfehlung für Homeoffice aus. Ich bin neugierig: Wie sieht das bei dir aus? Kehrst du jetzt ins Büro zurück?

Wir von Bajour gehen es langsam an und planen erst mal in Ruhe unsere Rückkehr ins Büro. Wie wird das wohl, nach 15 Monaten zu Hause wieder gemeinsam am Sitzungstisch den Tag zu planen? Wie viel Staub hat sich ächtsch auf den Bildschirmen angesetzt. Und... oje ... die Büropflanzen! Was ist aus denen geworden??

Dank der guten Seele Ibrahim, der die Pflanzen während unserer Abwesenheit regelmässig goss, geht es ihnen besser als je zuvor, soviel kann ich schonmal verraten. Wie sehr die Büroflora die Ruhe genoss, hat Pflanzenversteher Daniel hier aufgeschrieben: 🌴bajour.ch/büropflanzen🌿
Der Basler Epidemiologe Marcel Tanner begrüsst die Rückkehr in den Büroalltag. Er würde sogar noch einen Schritt weiter gehen als der Bundesrat. Im Interview mit den Tamedia-Zeitungen (Abo) sagt er: «Für die Rückkehr ins Büro sollten regelmässige Selbsttests reichen.» Vielen Menschen setze es zu, dass sie ihre Büro-Gspänli seit Monaten nur am Bildschirm sehen. «Um als Gesellschaft zu gesunden, müssen wir Risiken in Kauf nehmen», sagt er pragmatisch.

Tanner hält es für realistisch, dass wir im Herbst mit den Impfungen soweit sind, dass Masken und Abstandsregeln hinfällig werden – vorausgesetzt es gebe keine Lieferengpässe und keine neue Virusvariante. Man müsse sich aber auch bewusst sein, dass es weiterhin Ansteckungen und «kleine Ausbrüche» geben wird. «Denn wenn ein Impfstoff nur zu 95 Prozent wirkt, gibt es immer solche, die sich trotz Impfschutz anstecken.»

Auch hier bin ich nochmal neugierig: Bist du schon geimpft?
Die Corona-Kurz-News:

💉 Fördergeld: Das Basler Biotech-Unternehmen ACM Biosciences will Corona-Impfstoffe gebrauchsfreundlicher machen. Der Impfstoff soll stabiler sein. Für die Entwicklung erhält das Basler Start-Up Fördergelder in unbekannter Höhe von Innosuisse, der staatlichen Schweizer Agentur für Innovationsförderung, wie die BaZ schreibt.

🏥 Keine Coronafälle auf der Intensiv: Neben den schweizweiten Lockerungen, die heute in Kraft treten, weil die epidemiologische Lage sich deutlich verbessert hat, kann auch der Kanton Baselland Positives vermelden: Seit Freitag liegen keine Covid-19-Patient*innen mehr auf den Intensivstationen der Baselbieter Spitäler.

Der Inzidenzwert sinkt in beiden Kantonen (BS: 82 / BL: 105). Zur Erinnerung: Ab Werten von 40 respektive 60 Fällen pro 100'000 Einwohner*innen innert 14 Tagen ist ein lückenloses Contact-Tracing wieder möglich. Weiterhin gilt: Maske tragen, wenige Menschen treffen, Abstand halten, bei Symptomen sofort testen lassen und die Swisscovid-App nutzen

😷 Der Kanton Basel-Stadt verlängert bis Ende Juni die Spezialmassnahmen in der Steinenvorstadt. Dort gelten seit Mitte April eine Maskentragpflicht und ein Konsumationsverbot auf Allmend. Mit der Verlängerung solle laut Gesundheitsdepartement die epidemiologische Lage weiter stabilisiert werden. Bis dahin 👇
Ab heute dürfen die Beizen auch wieder Gäste drinnen bedienen. Trotzdem ist der Basler Wirteverbandspräsident Maurus Ebneter alles andere als euphorisch. Zur BaZ sagt er: «Von einer Normalisierung sind wir noch sehr weit entfernt. Diese dürfte erst im nächsten Jahr einkehren.»

Zum einen müsse man sich noch an viele Vorgaben halten, die den Betrieb nach wie vor einschränken, zum anderen hätten sich viele Beizer*innen notgedrungen umorientiert. Jetzt zeichne sich für das Gastgewerbe ein Mangel an Fachkräften ab.
In der Schweiz hat sich die Praxis eingebürgert, dass Konzerne ihren Spitzenverdiener*innen die Steuerberatung zahlen. Zum Beispiel auch dem Roche-Chef Severin Schwan, schreibt die BaZ (Abo). Für die private Steuerberatung bekam Schwan vergangenes Jahr 42’626 Franken. «Wir möchten vermeiden, dass Führungskräfte ihre Zeit mit zum Teil komplexen Steuererklärungen und Steuerfragen verbringen müssen», erklärt Roche-Sprecher Nicolas Dunant. Nicht anders klingt das bei Novartis oder Sandoz – andere Firmen, wie die UBS weisen solche Ausgaben gar nicht explizit aus.

Diese Nebenleistungen seien heute zwar üblich, sagt Karin Landolt, Co-Geschäftsleiterin der Aktionärsvertretung Actares, «aber wir beobachten diese Entwicklung generell kritisch». Es seien «nichts anderes als eine künstliche Lohnaufstockung», die wenig mit Leistung und Geschäftserfolg zu tun hätten.
Das gescheiterte Rahmenabkommen habe direkte Auswirkungen auf den Forschungs- und Bildungsstandort Basel, befürchten sowohl Bildungsdirektion, Uni Basel und die Studentische Körperschaft der Uni (Skuba). So könne der Abbruch der Verhandlungen auch die Verhandlungsposition der Schweiz in Bezug auf eine Teilnahme an europäischen Forschungsprogrammen wie Horizon Europe oder dem European Research Council (ERC) schwächen, räumt Uni-Sprecher Matthias Geering gegenüber der bz ein.

«Ohne die Möglichkeit zur Teilnahme am ERC verliert der Forschungsstandort Schweiz massiv an Attraktivität.» Bildungsdirektor Conradin Cramer betont: «Auch Basel-Stadt muss dafür sorgen, dass das Dossier beim Bundesrat auf der Prioritätenliste oben liegt.»
Die Kurz-News aus der Region:

🗿 Hehlerei-Prozess: Das Basler Antikenmuseum ist in ein Strafverfahren in Italien wegen Verdachts auf Hehlerei verwickelt, schreibt die BaZ (Abo). Peter Gill, Sprecher der Basler Staatsanwaltschaft (Stawa) bestätigt gegenüber dem SRF-Regionaljournal, dass die Stawa elf archäologische Güter örtlich beschlagnahmt habe. Das heisst, sie bleiben zwar im Antikenmuseum, dürfen aber nicht verschoben werden. Die Stawa habe aufgrund eines Rechtshilfegesuchs der italienischen Behörden agiert.
 
🚌 Grenzenlos: Mit dem U-Abo können ÖV-Benutzer*innen ab dem 1. Juni auch nach Saint-Louis fahren. Das TNW-Abo ist neu auch auf dem Netz des Distribus im elsässischen Agglomerationsgebiet von Basel gültig. Umgekehrt erlaubt das Distribus-Abo an den Wochenenden die Fahrt in die Stadt Basel. Die Erweiterungen der Gültigkeitsgebiete gelten vorerst für einen Probebetrieb von zwei Jahren.

☕ Wirt*in gesucht: Die Stadt sucht ein*e neue*n Pächter*in für das Parkcafé im Pavillon Schützenmattpark. Interessierte haben bis zum 30. Juli Zeit, ihre Bewerbungen einzureichen. Details zur Ausschreibung sind hier einsehbar: bs.ch.

⚽ Karrieresprung: Die Schweizer Fussballerin Riola Xhemaili wechselt von den FC Basel Frauen in die Deutsche Bundesliga zum SC Freiburg. Die 18-Jährige gilt als Fussballtalent und lief auch schon fürs Schweizer A-Nationalteam während der EM-Quali auf.

🥟 Foodsharing: Am Samstag war im Bajour-Büro wieder Gärngschee-Lebensmittelabgabe. Bereits zum 4. Mal konnte das Gärngschee-Team rund um Sandie und Tijana Lebensmittel an Familien abgeben, die sonst nicht so viel haben. Dieses Wochenende waren das 55 Haushalte mit insgesamt 143 Personen, denen geholfen werden konnte. Die beiden Grossrät*innen Fleur Weibel (Grüne) und David Jenny (FDP) unterstützten diesmal das Gärngschee-Team.
Veranstaltungstipp: Der Entlebucher Spitzenkoch Stefan Wiesner macht alchemistische Naturküche. Das klingt erstmal ziemlich abgefahren. Aber mit seinen Gerichten hat sich Wiesner 17 Gault-Millau-Punkte und einen Michelin-Stern erkocht. Wiesner liebt das Experimentieren und die Nähe zur Natur.

Kein Wunder hat ihn das Kunstprojekt «Arena für einen Baum» des Basler Künstlers Klaus Littmann auf dem Münsterplatz angesprochen. Dort macht Stefan Wiesner heute und am Dienstag, 1. Juni, gemeinsam mit den Studierenden der HGK FHNW eine Kochperformance (jeweils ab 11 Uhr). Was dich da genau erwartet, verraten nicht mal die Organisator*innen, aber wenn man sich das Schaffen von Wiesner ein bisschen anschaut – zum Beispiel sein Dessert aus Steinen – dann kann das ziemlich interessant werden.
Ich wünsche dir einen guten Start in die Woche, egal ob zuhause oder im Büro oder unter dem Littmann-Baum mit Spitzenkoch Stefan Wiesner.

Herzlich,
Franziska
Das Nützliche zum Schluss
Apropos Kochen: Ich lasse mich gerne von der App des WWF beraten, welche Gemüse und Früchte gerade Saison haben. Das ist nicht nur praktisch fürs Einkaufen, sondern auch ganz toll als Inspiration fürs nächste Nachtessen. Wer weniger kocht, dafür lieber gärtnert, der*die findet in der App auch Tipps, welche heimischen Pflanzen sich für den eigenen Balkon oder Garten – oder das Büro – eignen. Nur für den Fall, dass deine Büropflanzen ein bisschen mehr gelitten haben als unser Bajour-Dschungel. 🌴🌿


Basel Briefing - der tägliche Newsletter mit 🤍 von Bajour.

[anmelden]



Bajour Clarastrasse 10 4058 Basel Switzerland