09.07.21

Guten Morgen

Und jetzt alle: 🎶 I can't stand the rain! 🎵 Against my window ... Ok, das musste kurz raus. Singen hebt ja bekanntlich die Stimmung. Also dreh doch kurz dein Radio, Smartphone oder was auch immer lauter und schrei dir den Regen-Frust aus der Seele. Das hilft bestimmt. Ein bisschen. Wenn du deine innere Tina Turner gechannelt hast, kann es ja jetzt mit den News losgehen 💃 

Polizei überwacht Uferstrasse mit Kameras

Die Polizei hat im Nachgang zu den Ausschreitungen auf dem Hafenareal Kameras installiert, ohne die Bevölkerung zu warnen. Sieben Stück hat sie an Firmengebäuden angebracht und auf die Uferstrasse gerichtet. Da ist jedoch kein Schild, kein Hinweis, der Passant*innen darüber informieren würde, dass sie gefilmt werden. 

Meine Kollegin Adelina hat bei Polizeisprecher Toprak Yerguz nachgefragt, warum. Laut Yerguz reichen die gesetzlichen Grundlagen gemäss Polizeigesetz aus. Die sieben Kameras würden «einsatzbezogen betrieben», also seien nur zeitlich beschränkt im Einsatz: «Die Kameras sind zu den Zeiten mit hohem Personenaufkommen von jeweils Freitagabend bis Sonntagmorgen in Betrieb. Das ist jene Zeitspanne, in welcher sich erfahrungsgemäss am meisten Personen zu dortigen Partys treffen.»

Beat Rudin, Datenschutzbeauftragter des Kantons Basel-Stadt, differenziert: Einerseits erlaube das Polizeigesetz, zur Beweissicherung Teilnehmer*innen einer öffentlichen Veranstaltung aufnehmen, wenn die konkrete Gefahr besteht, dass Straftaten begangen werden. Und auch das Informations- und Datenschutzgesetz erlaube Videoüberwachung zum Schutz von Personen und Sachen. «An der Uferstrasse ist es tatsächlich schon mehrfach zu Gewalt- und Strafdelikten gekommen, deshalb ist es möglich, dass die Polizei dort eine entsprechend Videoüberwachung einsetzt.»

Für die konkrete Umsetzung braucht es allerdings ein öffentliches Reglement. Und ein solches gibt es noch nicht. Trotzdem lässt der Datenschutzbeauftragte die Polizei schon jetzt filmen. Warum und alle weiteren Details, liest du im Bajour-Artikel von Adelina.

Corona-Kurznews:
  • Schweizer Covid-Zertifikat in der EU: Ab heute wird das Schweizer Covid-Zertifikat auch in der EU anerkannt. Wer gerade erst zum zweiten Mal geimpft wurde, muss allerdings beachten, dass einige EU-Länder die Impfung erst zwei Wochen später als vollständig anerkennen, weshalb für die Einreise trotzdem einen negativen Corona-Test nötig sein könnte. In der Schweiz könnte der Impfschutz demnächst auch erst nach einer bestimmten Zeit und nicht sofort nach der Zweitimpfung als vollständig gelten, schreibt die bz. Auch das SRF-Regionaljournal hat sich mit Reisen während Corona beschäftigt und warnt, dass unvollständige Namen auf dem Impfzertifikat zu Problemen führen können.
     
  • Thomas Steffen zur Corona-Situation: Die BaZ (noch nicht online) hat den Kantonsarzt von Basel-Stadt, Thomas Steffen, zum Interview getroffen. Steffen gibt einen Ausblick, wie in naher Zukunft mit dem Virus umgegangen wird. «Je mehr sich impfen lassen, desto besser werden wir durch die nächsten Monate kommen», sagt er. Gerade bei den über 16-Jährigen sei noch einiges möglich, dort lägen die Impfraten derzeit bei rund einem Drittel. Auch zu den vom Bundesrat geplanten Lockerungen im August äussert sich Steffen: «Das wird mit grosser Wahrscheinlichkeit einen Anstieg der Fallzahlen zur Folge haben.» Ausschlaggebend würden dann die Hospitalisierungen und die Sterberate sein. «Wir müssen Delta sicher ernst nehmen, uns aber nicht verängstigen lassen. Eine grössere Ausbreitung sagt noch nichts darüber aus, wie gross der Schaden ist, der dadurch entsteht», sagt Steffen.
     
  • Ans Herz legen, möchte ich dir die Recherche zu Todesfällen in Altersheimen von den Kolleg*innen des SRF-Regionaljournal. Darin schildern sie, wie es in der Region Basel zu den extrem hohen Sterbefällen in Altersheimen während der zweiten Corona-Welle kommen konnte. Die Recherchen zeigen am Beispiel des Altersheims Birsfelden, dass die Behörden hätten früher eingreifen können.
Die aktuellen Corona-Zahlen:

Der Kanton Basel-Stadt meldete gestern 6 Neuinfektionen. In Baselland erhielt die Statistik kein Update. Trotz der niedrigen Zahlen bleibt es wichtig: wenige Menschen treffen, Abstand halten, Masken tragen, bei Symptomen sofort testen lassen und die Swisscovid-App nutzen

Der letzte Bolzplatz: Finaaale, ohooo
Heute erscheint die allerletzte Folge der Bolzplatz-Kolumne auf Bajour. Und gibt es dafür einen besseren Abschluss, als den EM-Final? Die beiden Didi-Macher Beni und Rafi kommen in dieser Folge zusammen und lassen die vergangenen emotionsgeladenen EM-Tage Revue passieren. Und ich finde, was Beni sagt, fasst ganz gut zusammen, wie sich die vergangenen Fussball-Wochen angefühlt haben:

«Diese EM ist unglaublich. Ich habe ja nichts erwartet. Irgendwie habe ich sogar befürchtet, dass sich niemand so richtig dafür begeistert, weil es aktuell sicher Wichtigeres gibt als Fussball. Und dann entfachen die Schweizer so eine Euphorie. Das ist schon sehr geil. Die beiden Spiele gegen Frankreich und Spanien im Didi sind schon jetzt legendär. Dieser emotionale Ausbruch gegen Frankreich, das hat es sonst bei uns nur bei wenigen internationalen Spielen des FCB gegeben.»

🏴󠁧󠁢󠁥󠁮󠁧󠁿 Das Didi ist übrigens ein guter Ort, um den EM-Final am Sonntag (um 21 Uhr geht es los) sicher emotionsgeladen zu schauen. «Es hat eine regelrechte Italiener*innen-Fraktion dort, die alle Spiele guckt und kräftig mitsingt», sagte mir meine Kollegin Fränzi. Und wenn sie das sagt, heisst das was. 🇮🇹
Die Kurz-News:
  • Arbeitslosenquote sinkt: Die Arbeitslosenquote in Basel-Stadt ist mit 3,8 Prozent gegenüber dem Vormonat (3,9 Prozent) leicht gesunken, trotzdem liegt sie über dem Landesdurchschnitt von 2,8. In Baselland liegt die Quote bei 2,4 Prozent und damit deutlich niedriger als im Stadtkanton. Dieter P. Wirth, Bereichsleiter Arbeitslosenversicherung beim Amt für Wirtschaft und Arbeit, hat der BaZ erklärt, warum städtische Zentren stärker von Arbeitslosigkeit betroffen sind als ländliche Regionen.
     
  • Zum dritten Mal vors Bundesgericht: Die Stadt Liestal erhebt erneut Beschwerde beim Bundesgericht. 2014 hatte die Stadt um einen kantonalen Härtefallbeitrag von zwei Millionen Franken an ihre extrem hohen Sozialhilfekosten gebeten. Das Gesuch wurde nach dem Kantonsgericht auch vom Bundesgericht abgelehnt und inzwischen bereits zum zweiten Mal zur Neubeurteilung nach Liestal zurückgewiesen. Das Kantonsgericht hat nun zum dritten Mal entschieden, das Gesuch abzuweisen – dagegen will die Stadt Liestal erneut vors Bundesgericht ziehen, berichtet die BaZ.
     
  • Längere Perrons für Schwingfest: Damit der Bahnhof in Pratteln die vielen Besucher*innen des Eidgenössischen Schwing- und Älplerfests 2022 bewerkstelligen kann, bauen die SBB den Bahnhof in Pratteln aus. Weil in dieser Zeit längere Züge eingesetzt werden, sollen die Perrons in Pratteln um bis zu 200 Meter verlängert werden, schreibt die bz (Abo). Auch neue Übergänge zu den Perrons und eine Passarelle sollen gebaut werden.
     
  • Zwischennutzung des Hotels Basilisk: Nachdem das Hotel Basilisk und das Restaurant Trio schliessen mussten, sollen die Räumlichkeiten zwischengenutzt werden. Die Betreiber*innen vom «Goldenen Fass» bekamen den Zuschlag und eröffnen dort per Ende August das Vegi-Restaurant «Lauch». Das berichtet die bz (noch nicht online).
Unterhaltungstipp: 
🍹 Wie wär's mit einem Besuch in der Tiki-Bar beim Platanenhof? Wie ich gelernt habe, ist diese Bar ein saisonales Phänomen in Basel. Sie ist nur von Anfang Juni bis Ende September geöffnet und zwar jeden Donnerstag- und Freitagabend ab 21 Uhr. Die Tiki-Bar ist nach eigenen Angaben «ein nicht-kommerzieller Verein zur Förderung der Südseekultur» und das finde ich sehr sympathisch. Wenn du einen Besuch mit tropischem Flair geniessen willst, kannst du der Bar ja mal eine Chance geben. Und vorher kannst du übrigens im Platanenhof speisen, das bietet sich an. 🍹

Ich wünsche dir ein wonniges Wochenende!

Herzlich
Ina
 
P.S.: Das Nützliche zum Schluss

Wie du an meinem Foto oben erkennen kannst, bin ich Brillenträgerin. Im Laufe der Jahre hatten sich bei mir einige alte Modelle angesammelt. Du kennst das vielleicht: Die Augen werden schlechter, es müssen neue Gläser her und weil man mal was anderes möchte, gibt's auch gleich ein neues Gestell. Die alte Brille habe ich immer aufgehoben, falls die neue kaputt geht und bevor man gar nichts mehr sieht ... naja, jedenfalls wollte ich die ganzen alten Modelle loswerden und nicht einfach entsorgen. Dabei bin ich auf die Organisation «Brillen Weltweit» gestossen, die alte Brillen (auch Sonnenbrillen) annimmt und weiterverteilt an Sehhilfebedürftige auf der ganzen Welt. Man kann die Brillen einfach bei einem der teilnehmenden Geschäfte abgeben. In Basel gibt es leider keins. Aber du kannst deine Brille auch per Post spenden an: 

Brillen Weltweit
Moselweisser Strasse 36
56073 Koblenz

Bei Sendungen aus der Schweiz musst du laut der Organisation auf dem Päckchen/Paket «Sachspende» vermerken und eine Zolldeklaration ausfüllen. Der Inhalt ist als «Geschenk» zu deklarieren, mit einem Wert von maximal 22 Euro/Franken.

Pack doch einfach ein Paket mit alten Brillen von dir und deinen Freund*innen, dann lohnt sich das Verschicken!

P.P.S.: Baseldytsch mit Ina
Was los Digga, aane? «Aane» ist eins dieser kleinen Wörtchen, die einen grossen Unterschied machen. Benutzt man es, gehört man schon eher zu den Mundart-Akrobat*innen. «Aane» bedeutet so viel wie «hin» oder «her». Und ich bin aane und weg von diesem Wort. Erst vor Kurzem ist mir aufgefallen, wie oft ich es um mich herum höre:
  • «Das würd i gärn aanelege.»
  • «Gönn mir dört aane?»
  • «S'kriege mir scho aane.»
  • «Woaane muess i koo?»
Also wahrscheinlich wird es genauso oft gesagt, wie ich «hin» sage. Aber das fällt mir natürlich nicht auf. Was ich zum Beispiel nie sagen würde, ist «Aanewäg», also der Hinweg. Das ist einfach zu fest in meinem Gehirn installiert. Ein Wort, das ich hingegen unbedingt in meinen aktiven Wortschatz aufnehmen möchte, ist «aanepflyymle», also bewerkstelligen oder hinbekommen. Das klingt so nach zurechtfummeln, hinbiegen, zusammenschustern und ich sehe aus irgendeinem Grund Daniel Düsentrieb vor meinem geistigen Auge, wo e neui Erfindig aanepflyymlet hett. Herrlich.


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