20.07.21

Franziska ZambachGuten Morgen

Schon wieder ich 👋. Ich habe das Vergnügen, dich durch die ganze Woche zu begleiten. Die Sommerferien-Zeit bietet sich an, dass man sich ein bisschen zurücklehnt und neue Energie tankt. Deshalb machen wir bei Bajour reduzierten Betrieb mit leichten Sommerstoffen fürs Gemüt 🤗 – und natürlich mit den wichtigsten News aus der Region im Briefi.

Und du kannst dich freuen: Den ersten sommerlichen Aufsteller aus der Bajour-Küche findest du am Ende dieses Briefings.

Aber jetzt ab in die News.
Der dritte Galgen versinkt im Rhein

Nachdem am Freitag zwei Fischergalgen oberhalb der Schwarzwaldbrücke wegen eines Hangrutsches in den Rhein stürzten, ist jetzt auch der dritte Galgen im Fluss versunken. Gestern schaute nur noch das Dach aus den Fluten hervor, wie du auf dem Foto von Roland Schmid sehen kannst, das er für die bz geschossen hat.
Screenshot: bz / Foto: Roland Schmid
 
Das Regionaljournal hat mit Besitzer Christian Trachsel gesprochen. Seit 20 Jahren ist er fast jedes Wochenende beim Galgen. Er musste hilflos zusehen, wie sein Fischergalgen versinkt. Machen konnte er nichts. Das Gelände ist instabil, die Grenzacherstrasse noch immer gesperrt. Beim Kanton warte man darauf, dass der Wasserpegel sinkt. Erst dann sei ein Zugang für Sicherungsarbeiten vom Wasser her möglich, heisst es in der bz

Trachsel sagt zum Regi: «Ich nehme es mit Galgenhumor. Aber mir tun meine Kinder und Enkelkinder leid, die hier viel Freizeit verbracht haben und gerne fischten.» Er will seinen Galgen wieder aufbauen. Zuerst muss er aber warten, bis der Hang gesichert ist und er überhaupt wieder ans Rheinufer kann. Rechtliche Schritte will Trachsel keine unternehmen. Seine Versicherung übernehme den Schaden in Höhe von rund 150'000 Franken.

Auf politischer Ebene fordert die Basler FDP Antworten. In einer Interpellation will Grossrat Erich Bucher wissen, warum der Hang nicht im Frühling saniert wurde, wie es laut FDP geplant war. Zudem fragt er, wer nun die Verantwortung für die zerstörten Galgen übernehme.
Versicherungen ziehen Bilanz

Ausser den eingestürzten Galgen kam der Kanton Basel-Stadt bei den Unwettern glimpflich davon. «Wir hatten in den letzten Tagen höchstens vierzig Schäden», sagt Peter Blumer, Direktor der Gebäudeversicherung Basel-Stadt, zu Telebasel. Im Vergleich zur Restschweiz ist das sehr wenig. 

Ganz anders im Kanton Baselland. Dort verrechnet die Gebäudeversicherung eine Schadenssumme von rund 14 Millionen Franken wegen des Hochwassers. Insgesamt seien rund 1900 Schadenmeldungen eingegangen, heisst es bei PrimeNews (Abo). Besonders hart getroffen wurden die Gemeinden Zunzgen, Hölstein, Ober- und Niederdorf. Dort entstanden ein Drittel der Schäden im Baselbiet.
Noch keine Entwarnung

Die Pegel sinken langsam. Auch am Rhein habe sich die Hochwasserlage entspannt, sagt Toprak Yerguz, Sprecher des Basler Sicherheitsdepartements. Trotzdem gilt noch Gefahrenstufe 2, das heisst: Rheinbord meiden und Absperrungen beachten.

Gestern wurde der Fluss für die Grossschifffahrt teilweise wieder geöffnet. Die Schiffe, die im Hafen Basel-Kleinhüningen blockiert waren, konnten wieder losfahren, heisst es bei Telebasel. Bis die Baselbieter Häfen in Muttenz und Birsfelden wieder öffnen, dauere es aber sicher noch bis Mittwoch.
Muttenzerkurve nicht im Stadion

Diese Woche startet die neue Saison der Super League. Der FCB bestreitet sein erstes Heimspiel am 1. August gegen den FC Sion. Zuvor spielt er Auswärts gegen GC.

Obwohl wieder alle Fans ins Stadion dürfen, wird die Muttenzerkurve auf den Matchbesuch verzichten. Das hat mit den neuen Corona-Regeln zu tun. Wer ins Stadion will muss ein gültiges Covid-Zertifikat und einen Ausweis vorweisen. Nur wer doppelt geimpft, genesen oder negativ getestet ist, erhält Zutritt.

Die Ausweispflicht passt den Fans nicht – nicht nur die Muttenzerkurve, sondern rund 20 weitere Schweizer Fankurven wehren sich mit einer gemeinsamen Stellungnahme gegen persönliche Tickets und das Beibehalten von Kontrollmassnahmen über das Ende der Pandemie hinaus.
Die KKJPD, die Konferenz der Kantonalen Justiz- und Polizeidirektor*innen, überlegt gewisse Sicherheitsmassnahmen auch nach dem Ende der Pandemie beizubehalten. Das kommt beim Walliser Sicherheitsdirektor Frédéric Favre gut an. Im Wallis führt der FC Sion – als einziger Schweizer Super-League-Club – personalisierte Tickets ein. Favre sagt im September 2020 gegenüber SRF: «Wir wollten Corona nicht, aber es hilft uns vielleicht gegen den Hooliganismus zu kämpfen.»

Josef Zindel, Präsident des Vereins Fanarbeit Schweiz, goutiert solche Überlegungen der Politik nicht: «Man hat den Eindruck, dass Pandemie-Schutzmassnahmen und Sanktionen gegen Fans wegen früherer Vorkommnisse gemischt werden. Das ist schlecht», sagt er zum SRF.
Rückkehrer beim FCB

Bleiben wir grad beim FCB. Der vermeldet einen prominenten Transfer: Nach drei Jahren in der Bundesliga kehrt Verteidiger Michael Lang zum FC Basel zurück. Die BaZ (Abo) kommentiert: «Der FCB weiss, was er an dem 30-Jährigen hat: Einen Spieler, der menschlich eine Bereicherung für das Team ist, und der trotz seiner wenigen Einsätze in den letzten Jahren auch sportlich eine Hilfe sein kann.» Willkommen zurück!
Unterhaltungstipp: 
Damit du beim Start der Super League auch mitreden kannst, empfehle ich dir den Podcast «Dritte Halbzeit» von Tamedia. Gerade eben haben die Tamedia-Sportjournis die 100. Sendung herausgebracht. Darin prophezeien sie die Schlusstabelle der Super League und machen – wie immer – den einen oder anderen Spruch. Die «Dritte Halbzeit» erscheint wöchentlich. Du kannst sie dir z.B. bei Spotify anhören oder direkt auf bazonline.ch.
Und damit zu den Kurz-News:
  • Netzcourage: Der Verein #NetzCourage unterstützt mit dem Projekt #NetzAmbulanz Opfer von digitaler Gewalt. Der Bund finanziert das Projekt für zwei Jahre zur Hälfte mit. Auch Basel-Stadt, genauer die Fachstelle für Diversität und Integration, hat Fördergelder in Höhe von 200'000 Franken für #NetzCourage gesprochen. Der Bund verlangt von Geschäftsführerin Jolanda Spiess-Hegglin – die auch bei Bajour ein Mandat hatte – wegen Äusserungen auf Social Media jetzt ein Kommunikationskonzept und droht mit «Kürzung, Streichung oder Rückforderung der Finanzhilfe». Für Basel-Stadt ist das gar kein Thema. Wie Michael Wilke, Leiter der Fachstelle, zur BaZ sagt: «Aufgrund von Äusserungen von einzelnen Personen» könnten Fördermittel nicht gestrichen werden. In einer Stellungnahme des Vereins heisst es, dass #NetzCourage weiterhin «konstruktiv mit den Behörden zusammenarbeiten» werde.
     
  • Horizon: Die Schweiz ist wegen des gescheiterten Rahmenakommens mit der EU aus dem Forschungsprogramm Horizon Europe ausgeschlossen. Das macht Basler Forscher*innen Bauchweh. Es sei eine Benachteiligung der Forscher*innen und eine Schwächung des Standorts, sagt Professor Dominik Zumbühl vom Departement Physik der Uni Basel zur bz (Abo). Jetzt, wo die EU-Gelder wegfallen, prüfe die Schweiz zwar Ersatzmassnahmen. Das sei aber so, «wie wenn man als Fussballklub nur noch Challenge League anstatt Champions League spielt. Der Wegfall der EU-Beteiligung kann nicht wirklich ersetzt werden.»
     
  • Spontan-Impfung: Das Corona-Impfzentrum in Lausen bietet diese Woche wieder zwei Walk-In-Zeitfenster an, an dem ungeimpfte Baselbieter*innen ab 18 Jahren sich ohne Voranmeldung impfen lassen können. Die Zeitfenster sind zwischen 11 und 19 Uhr am Mittwoch und am Freitag.
Ein Blick auf die aktuellen Corona-Zahlen:

Im Kanton Basel-Stadt wurden am Montag 7 Neuinfektionen registriert. Im Kanton Baselland wurden übers Wochenende (Freitag bis Sonntag) 34 neue Fälle gezählt. Für ausführliche Informationen empfehlen wir dir die täglich aktualisierte Grafiken und Analysen von SRF. Wichtig bleibt: wenige Menschen treffen, Abstand halten, Masken tragen, bei Symptomen sofort testen lassen und die Swisscovid-App nutzen

  • Zweifel an Europarekord: Am Sonntag lief der Basler Sprinter Alex Wilson an einem Meeting in den USA zwei unglaubliche Zeiten über 200 Meter (19,89 Sekunden) und 100 Meter (9,84). Beide sind Schweizer Rekord, letztere sogar Europarekord. Ob die Zeiten aber wirklich zählen, ist noch nicht klar. «Es muss einiges überprüft werden», sagt Philipp Bandi, Chef Leistungssport bei Swiss Athletics, zu SRF. Ausserdem macht ein Video von Wilson die Runde, das ihn bei einer Übung mit dem wegen Dopingvergehen lebenslänglich gesperrten Trainer Raymond Stewart zeigt. Wilson beteuert in bz und BaZ (Abo), dass er Stewart per Zufall auf der Trainingsanlage getroffen habe: «Ich habe nicht mit ihm trainiert.»
     
  • BVD nicht BUD: Gestern habe ich dir von den Herausforderungen der neuen Basler Baudirektorin Esther Keller (GLP) mit den Kugelahornen an der Margarethenstrasse erzählt. Aus Versehen habe ich Keller dabei ins Baselbiet verfrachtet. Esther Keller ist natürlich Vorsteherin vom BVD, dem Basler Bau- und Verkehrsdepartement und nicht vom Baselbieter Pendant BUD, der Bau- und Umweltschutzdirektion. Dort hat nach wie vor Isaac Reber (Grüne) das Sagen. Aufgefallen ist der Fehler Kellers Vorgänger Hans-Peter Wessels. Danke fürs aufmerksame Lesen, Herr Wessels.
Ich bedanke mich auch für deine Aufmerksamkeit. Geniess den sonnigen Dienstag. Wir sehen uns morgen wieder.

Herzlich,
Franziska
PS: Das Nützliche zum Schluss

Basel ist eine Glace-Stadt 🍧 Punktfertig.

Die Berner können die besten Glaces? Quatsch!, sagt Bajour-Gspänli Pauline. Sie hat sich auf die Suche nach Basels feinstem Glace gemacht. Geholfen hat ihr die Gärngschee-Community mit ganz vielen Tipps, wo es die besten Gelaterias in und um Basel gibt. Paulines Fazit: Basel kann locker mit Bern mithalten.

Hier kommst du zum Gärngschee-Glace-Ranking: 🍧 bajour.ch/glace

Mein Favorit ist übrigens das Sesam-Eis von Eisuru in der Märthalle. Das musst du probieren! 💕


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