25.06.21

Franziska ZambachGuten Morgen

Unser Leben wurde im vergangenen Jahr komplett auf den Kopf gestellt. Corona hat alles verändert und wir mussten uns an eine neue Realität gewöhnen. Vielleicht geht es dir wie mir. Ich habe mich so sehr an diese neue Realität gewöhnt, dass sich die vom Bundesrat angekündigten Lockerungen, die morgen in Kraft treten, wie ein erneutes Auf-den-Kopf-Stellen anfühlt.

Wie geht es dir dabei? Freust du dich auf die Lockerungen?

Der oberste Gesundheitsdirektor und Basler Regierungsrat Lukas Engelberger findet die Lockerungen richtig. Gestern sagte er im Namen der Kantone vor den Medien: «Wir begrüssen diesen Entscheid. Wir wissen aber auch, dass damit ein gewisses Risiko einhergeht.» Die Impfkampagne laufe aber gut und müsse weiter vorangetrieben werden.

Und auch der Basler Kantonsarzt Thomas Steffen ist zuversichtlich: «Die Öffnungsschritte sind mutig. Aber ich finde, dass sie auch kontrolliert und überlegt sind», sagt er zur «bz». «Wenn nicht etwas Unvorhergesehenes passiert – etwa eine Mutation, die den Impfschutz umgeht – sind wir für die nächsten Monate aus dem Gröbsten draussen.»

Deshalb werfen wir an dieser Stelle bereits unseren
Blick auf die aktuellen Corona-Zahlen:

Der Kanton Basel-Stadt und der Kanton Baselland melden gestern beide 4 Neuinfektionen mit Covid-19. Eine Person ist im Baselbiet an den Folgen von Corona verstorben. Trotz diesem tragischen Vorfall sieht die Inzidenzkurve in der Grafik oben gut aus. Beide Kantone liegen unter dem gesetzten Grenzwert. Wie du dich und deine Mitmenschen weiterhin schützen kannst, erfährst du hier auf der Webseite des Bundes.

Im Kanton Baselland haben über 104'000 Menschen die zweite Impfdosis erhalten. Ab August dürfen auch Arztpraxen und Apotheken gegen Covid-19 impfen. Ab September werden deshalb die beiden kantonalen Impfzentren in Lausen und Laufen geschlossen, dasjenige in Muttenz bleibt in Betrieb. In Basel-Stadt sind es knapp 70'000 Menschen, die komplett geimpft wurden. Aktuell sind laut dem Basler Gesundheitsdepartement rund 11'400 Basler*innen auf der Warteliste für eine Impfung.

Inzwischen können sich in Basel-Stadt auch Jugendliche ab 12 Jahren für die Impfung anmelden. Dafür benötigen sie eine unterzeichnete Einverständniserklärung von mindestens einer sorgeberechtigten Person.

Die Tücken der Technik

Hat man mal die zweite Impfung intus, erhält man das Covid-Zertifikat. Über 68‘000 vollständig geimpfte Basler*innen haben in diesen Tagen eine Nachricht erhalten, dass sie ihr Covid-Zertifikat anfordern können. Der Vorgang ist ein wenig antiquiert: Per SMS erhält man einen Link auf ein PDF-File mit dem QR-Code. Damit du diesen auf die offizielle App Covid Certificate laden kannst, musst du zuerst das PDF drucken oder auf einem anderen Gerät öffnen. Erst dann kannst du den QR-Code mit dem Handy einscannen.
Weiteres Problem: Das Covid-Zertifikat erhalten auch Genesene. Dafür müssen sie aber einen PCR-Test vorweisen. Wurde bei der Corona-Infektion nur ein Antigen-Schnelltest gemacht, reicht das nicht für den Erhalt eines Zertifikats. Die Empfehlung des Kantons: Personen, die iene Corona-Infektion durchgemacht haben, aber keinen PCR-Test vorweisen können, sollen sich einmalig impfen lassen. Das reiche für den Erhalt des Zertifikats, heisst es im «Regionaljournal».

Nebenwirkungen sind 👍

Falls du nach der Impfung übrigens unter Nebenwirkungen leidest, solltest du dich darüber freuen. Das sagt Beat Glogger vom Wissenschaftsmagazin higgs. Er erklärt hier im empfehlenswerten Video, dass «Nebenwirkungen» eigentlich das falsche Wort ist für die Symptome nach der Impfung. Denn die Müdigkeit, die Kopfschmerzen, das grippige Gefühl bedeutet lediglich, dass dein Immunsystem arbeitet ergo etwas taugt. Wenn's dich also nach der Impfung ins Bett haut, betrachte das ganze positiv und klopf deinem Immunsystem auf die Schulter.
Corona als Chance

Bajour-Kollegin Ina hat sich in der Basler Startup-Szene rumgehört. In der Region gibt es mehr als 70 Biotech-Startups, die in der Corona-Pandemie eine Chance sehen, ihre Erfindungen in die grosse Arena zu führen. Dort wo die Global Players wie Roche und Novartis die Nase vorne haben.

Ina hat mit drei Unternehmen gesprochen und erfahren, wie wichtig die Symbiose zwischen Big Pharma und den kleinen Firmen ist. Es ist eine wirtschaftliche Win-Win-Situation. Oder wie es Thomas Klimkait von der Uni Basel formuliert: «Die Kreativität liegt bei den Kleinen und die Produktions-Power bei den Grossen.»

Hier gelangst du zum Artikel 💉bajour-ch/biotech-startups💉
Überschwemmungen im Baselbiet

Über 1000 Notrufe gingen am Mittwochabend bei der Baselbieter Polizei ein. Wegen den heftigen Gewittern waren zahlreiche Keller und Garagen überschwemmt. Viele Baselbieter*innen stehen jetzt vor ihren verwüsteten Häusern. Wie schlimm das Hochwasser gewisse Gemeinden getroffen hat, siehst du im Beitrag von «Schweiz aktuell». Dort zeigen Bewohner*innen in Niederdorf, wie plötzlich Wassermassen und danach Schlamm in ihre Häuser eingetreten sind und alles zerstört haben.

Der Niederdörfer Gemeindepräsident Martin Zürcher spricht beim Ausmass der Regenfälle von einem Jahrhundertereignis. Er sei froh um die hervorragende Arbeit der Einsatzkräfte, die die ganze Nacht durchgearbeitet haben.

Auch in Zunzgen streift Gemeindepräsident Hansruedi Wüthrich durchs Dorf. Die Aufräumarbeiten sind im vollen Gang. «Ein Tag wird dafür nicht reichen», sagt Wüthrich zur «bz», «das wird noch Tage dauern.» Zudem sind weitere Gewitter angekündigt – jedoch wohl nicht so heftige wie jenes vom Mittwoch.
Die Kurz-News:
  • Kampf um jeden Baum: Die Tramhaltestelle Margarethen muss behindertengerecht umgebaut werden. Dafür müssen 17 gesunde Kugelahorne gefällt werden. Das hat zu einem Aufschrei geführt. Jetzt schlägt die neue Baudirektorin Esther Keller vor,  dass nach dem Umbau der Haltestelle Margarethen, eine neue Allee gepflanzt werden soll – nicht mehr in der Mitte, sondern an der Seite und mit viel grösseren Bäumen.
     
  • Nächste Runde im Parkplatz-Kampf: Der Grosse Rat setzt auf private Quartierparkings. Er hat sich gestern klar mit 73 gegen 15 Stimmen und bei 8 Enthaltungen dafür entschieden, dass Autoparkplätze in Basel wenn und wo immer möglich von der Allmend in private unterirdische Abstellplätze verlagert werden sollen.
     
  • Good News für Fussballfans: Die Beizen in Basel-Stadt dürfen ab nächster Woche bis zum EM-Final am 11. Juli am Abend länger offen haben. Draussen gilt zwar noch: 15 Minuten nach Abpfiff ist Schluss. Drinnen kann aber neu bis um 2 Uhr auf den Sieg angestossen oder die Niederlage schön getrunken werden. Am Montag um 21 Uhr spielt die Schweiz gegen Frankreich im Achtelfinal. Hoffentlich können wir da gemeinsam auf den Erfolg anstossen 🤞🍻
Veranstaltungstipp:
Über vier Jahre dauerte der Umbau des Westflügels des Bahnhofs SBB. Rund 100 Millionen steckten die SBB in das Projekt. Ab heute ist der Flügel endlich wieder fürs Publikum zugänglich. Das will gefeiert werden! Im renovierten und modernisierten Westflügel eröffnet heute das Restaurant / Bar Lora. Das Konzept: Saladbowls, Tapas, Pizza – und Cocktails an der «längsten Bar in Basel» (15 Meter). Ab 17 Uhr legen die DJs Cipmo & Franky Stache chilligen Afterwork-Sound auf.

Natürlich lohnt sich auch der Blick in den Rest des erneuerten Westflügels. Neben dem Lora belegt die Migros einen grossen Teil davon. Auf zwei Stockwerken durfte sie sich ausbreiten. Im Untergeschoss öffnet heute auf über 1000 Quadratmeter Fläche der Supermarkt. Darüber hat die Migros ihre «Eatery» eingerichtet. Ebenfalls eingezogen sind unter anderem  Sprüngli und Orell Füssli.

Es sind aber noch nicht alle Geschäftsflächen im Westflügel vermietet. Derzeit stehen drei grosse Bereiche für Gastrobetriebe leer, sagt SBB-Immobilienchef Alexander Muhm. Die Interessent*innen hätten sich wegen der Corona-Pandemie zurückgezogen. Es hat also noch Platz.
Ich wünsche dir einen genüsslichen Start ins Wochenende.

Herzliche Grüsse,
Franziska
PS: Das Nützliche zum Schluss
Ich bin grosser Fan von Memes und süssen kleinen Comics. An Tagen, an denen es nicht so läuft, schau ich mir gerne den Instagram-Kanal von Wawawiwa-Comics an. Die «Alles was wir brauchen, ist ein bisschen Liebe»-Geschichtchen schaffen es immer, mich zum Lächeln zu bringen. Vielleicht brauchst du ja grad einen Aufsteller – oder du kennst jemanden, der oder die eine virtuelle Umarmung in Form eines süssen Comics nötig hat, dann schau doch da mal vorbei. Mich macht es immer glücklich.
Kennst du eine Person, die einen Aufsteller gebrauchen kann? Du kannst dieses Briefing inklusive dem Nützlichen am Schluss per 👉Whatsapp oder 👉Mail weiterleiten. 


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