21.05.21

Guten Morgen

Bist du ready für die letzte Runde News aus der Region, bevor es ins lange Pfingstweekend geht? Heute dreht sich wieder eine Menge um Corona, oder besser gesagt den Impffortschritt in in Basel, ausserdem hat der Grosse Rat gestern wegweisende Entscheide getroffen und last but not least haben wir für dich eine Zusammenstellung der besten Brunch-Lokale in Basel in petto. Achtung, fertig, los. 🏎️🏎️🏎️

Vielen Basler*innen geht das Impfen zu langsam. Nachdem das Gesundheitsdepartement am Montag verkündet hatte, dass die Terminvergabe ausgeweitet wurde, gab das Grund zur Hoffnung. Neu vergibt das Gesundheitsdepartment nämlich Impftermine für Personen ab 16. «Wer sich bereits Anfang März registriert hat, kann im Mai mit einer Erstimpfung rechnen», hiess es in der Medienmitteilung. Nun melden sich zahlreiche Basler*innen, die sich bereits Anfang März registriert hatten, und beklagen via Social Media, dass sie noch immer keinen Termin erhalten haben. Mai könnte knapp werden, räumt Anne Tschudin, Mediensprecherin des Gesundheitsdepartements, ein. Man habe sich zwar bemüht, «die allermeisten Registrierungen bis 2. März» zu berücksichtigen. Trotzdem müssen sich einige, die sich zwar früh registriert hatten, wohl noch bis Ende Juni gedulden. Grund für dieses Durcheinander ist der Wechsel der Registrierungs-Software, der Mitte Februar erfolgte, aber erst im März offiziell kommuniziert wurde. Mehr dazu liest du in der BaZ (Abo)

In Basel befinden sich momentan 41'000 Menschen auf der Warteliste (Stand Dienstag). Etwa 60% der impfbaren Personen in Basel haben sich bisher für einen Termin registriert. Die Impfbereitschaft der Basler*innen sei im schweizweiten Vergleich als gut zu bewerten, meint Anne Tschudin. Im Interview mit der BaZ (noch nicht online) erklärt der Virologe und das ehemalige Mitglied der Corona-Taskforce Marcel Tanner, dass er aber davon ausgehe, dass die Impfbereitschaft nochmals zunehmen wird. Dies sei «elementar», um die Herdenimmunität zu erreichen. 

Übrigens: Im Gegensatz zu den beiden Basel, ist es in Zürich mittlerweile sogar für Ausserkantonale möglich, sich impfen zu lassen. 
 
Es ist dir beim Shoppen wahrscheinlich auch schon aufgefallen: Zurzeit wird in der Freien Strasse der Belag erneuert. Die bz (noch nicht online) hat die Entwicklung der Freien Strasse der letzten Jahre analysiert und sich angeschaut, welche Läden in der Basler Shoppingmeile Einzug gehalten und wie sich die Mietpreise verändert haben. Dabei fällt auf: Internationale Ketten verdrängen eigenständige Läden. 2010 waren es noch 34 – heute sind es 46 internationale Geschäfte.

Eine Veränderung, die in Basel nicht unbedingt für Begeisterung sorgt. Viele Basler*innen trauern den Traditionshäusern hinterher, heisst es in der bz. Erinnerst du dich noch an Kost Mode & Sport? Nach 150 Jahren musste das Geschäft im Januar 2015 seine Tore schliessen. Bis heute wacker gehalten hat sich das Fotohaus: Seit 1909 befindet es sich in der Freien Strasse. Die Haus-Besitzer*innen führten den Laden während dreissig Jahren selbst. Nur dank der guten Beziehung zu den Besitzer*innen, sei die Miete noch zu stemmen, sagt Geschäftsinhaber Adrian Samuel. 

In den letzten fünf Jahren haben die Mietpreise für Ladenlokale in der Freien Strasse abgenommen. Die Geschäfte setzen auf Renditemaximierung und sind wählerischer geworden. Sie suchen nach der optimalen Ladefläche. 
 

«Homosexualität kann und soll nicht therapiert werden, denn es ist keine Krankheit», sagte GLP-Grossrat Johannes Sieber während der gestrigen Sitzung im Grossen Rat. Das Thema: «Konversionstherapien». Menschen, die homosexuell, trans oder non-binär sind, sollen durch Konversionstherapien «umgepolt» werden.

Eine «Therapieform», die, so schauderhaft sie auch klingen mag, bisher in Basel erlaubt war. Das wollten die Motionär*innen Johannes Sieber und Michela Seggiani (SP-Grossrätin) ändern. Aus dem bürgerlichen Lager regte sich Widerstand gegen das Vorhaben. Für den Liberalen Raoul Furlano geht der Eingriff des Staates zu weit, der, wenn schon, auf nationaler Ebene geschehen müsste.

SVP-Grossrat David Trachsel hielt ebenfalls dagegen – Therapeut*innen dürften nicht kriminalisiert werden. Homosexuelle würden diskriminiert, weil man ihnen so Hilfe verwehren würde. Dabei liess Trachsel ausser Acht, dass das Verbot nur erzwungenen «Therapien» gilt. Am Schluss ist der Entscheid deutlich: Mit 67 zu 22 Stimmen bei 6 Enthaltungen beschliesst der Grosse Rat ein Verbot der sogenannten «Konversionstherapie». 

Die BaZ (Abo) berichtete über die Debatte. Mehr zum Grossen Rat liest du aber auch in unserem Ticker
 

Die aktuellen Corona-Zahlen:

Basel-Stadt registrierte gestern 25 Neuinfektionen. Baselland meldete 35 neue Fälle. Die Inzidenzzahl (14-Tage-Ansteckungswert pro 100'000 Einwohner*innen) zeigt nach unten. Trotzdem bleibt wichtig: wenige Menschen treffen, Abstand halten, Masken tragen, bei Symptomen sofort testen lassen und die Swisscovid-App nutzen

Die Kurz-News:
  • Der FCB entschuldigt sich bei Valentin Stocker. In der BaZ (Abo) erzählt Stocker in einem (ziemlich langen) Interview von seiner Beurlaubung, was das Video von Karli Odermatt in ihm ausgelöst hat und warum diese öffentliche Entschuldigung so wichtig für ihn ist. 
     
  • 80 Firmen in beiden Basel werden des Corona-Kredit-Betrugs verdächtigt. Die Basler Staatsanwaltschaft ermittelt. Es geht dabei insgesamt um mehrere Millionen Franken. Zwei Fälle werden in Basel-Stadt im Juni verhandelt, berichtet das SRF Regionaljournal.
     
  • Die Kaserne erhält mehr Geld. 14'300 Franken, um genau zu sein. Das hat der Grosse Rat gestern beschlossen, meldet das SRF Regionaljournal. Mit dem zusätzlichen Geld soll die Kulturwerkstatt diverser werden. Ganz nach dem Motto «Kaserne für alle». 
In der neuesten Recherche der «Wem gehört Basel?»-Reihe haben wir uns die Besitzverhältnisse von Wohneigentum in der Basler Politlandschaft angeschaut. Dabei kam raus: Die Grossrät*innen besitzen im Schnitt mehr Wohnraum als die Basler Bevölkerung. Während es bei den Politiker*innen rund 28 Prozent sind, die Wohneigentum besitzen, sind es bei den Basler*innen fünf Prozent. Was sagen die Fraktionspräsident*innen des Grossen Rats zu dieser Diskrepanz? Meine Kolleginnen Valerie und Romina haben sich bei den Politiker*innen umgehört.

Tonja Zürcher, Fraktionspräsidentin des Grün-Alternativen Bündnisses, fürchtet, dass sich der Hausbesitz auf die Politik auswirkt: «Die Analyse zeigt deutlich, warum der Grosse Rat die Interessen der Hausbesitzenden höher gewichtet, als den Schutz der Mieter*innen.» Anders klingt es bei den Bürgerlichen. Sie stehen der Analyse skeptisch gegenüber. Die Frage, welche Grossratsfraktionen wieviele Liegenschaften besitzen, sei heikel. Raoul Furlano von der LDP sagt: «Sie suggeriert, dass Wohneigentum in einem demokratisch gewählten Parlament ein Problem darstellen könnte.» Den ganzen Artikel findest du hier.
Unterhaltungstipp: Eurovision Song Contest Finale ❤️
Hast du schon Pläne für Samstagabend? Ich weiss, was ich dann mache: Nämlich stundenlang gebannt auf den TV starren. Die Schweiz hat's ins Finale des Eurovision Song Contests geschafft! Vertreten wird sie dieses Jahr durch «Gjon’s Tears». Der 22-jährige aus Fribourg überzeugte mit seiner poppigen Ballade Tout l'Univers. Der Name verräts: Gjon drückt gerne auf die Tränendrüse. Ich bin ja sonst nicht so für Pop zu haben. Aber singen kann er, der Gjon. Ich drücke ihm jedenfalls die Daumen am Samstag und fiebere mit. 

 


Ich wünsche dir ein schönes Wochenende,


Adelina 

 
Das Nützliche zum Schluss: Die top 6 Brunch-Lokale ☕🥐
Nach der langen Eurovision-Nacht am nächsten Tag erst mal gemütlich brunchen gehen? Die Gärngschee-Community weiss wo. Meine Kollegin Pauline hat eine Umfrage gestartet und für dich die sechs feinsten Brunch-Lokale zusammengetragen. Platz 1 belegt das Ziczac in Allschwil. Les Gareçons, mein persönlicher Favorit, hat es immerhin auf den dritten Platz geschafft. Mir gefällt die Aufbruchstimmung am Badischen Bahnhof. Vielleicht trinke ich bloss einen Cappuccino und geniesse mein Gipfeli. Aber vielleicht setze ich mich auch einfach spontan in den nächsten Zug nach Hamburg. Alles ist möglich. 


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