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Wie gewohnt findest Du hier unser wöchentliches Briefing zu den aktuellen Themen aus der Digital Health Szene!
BRAINWAVE INSIGHTS

Die ersten KHZG-Anträge wurden bewilligt. Geht es nun los mit der Digitalisierung für die Krankenhäuser?

Das Krankenhauszukunftsgesetz birgt viele Chancen, aber mindestens genauso viele Herausforderungen für die Krankenhäuser Deutschlands. Die Fördervorhaben und die festgelegten „Muss-Kriterien“ (um Pönalen zu entgehen) sind umfangreich: vom Aufbau von moderne Notfallkapazitäten, über den Aufbau einer digitalen Infrastruktur, bis hin zu IT-Sicherheitsprojekten. Nun wurden die ersten KHZG-Förderanträge bewilligt und die ersten Gelder werden ausgezahlt.
 
Ready - set - go? Wo stehen wir mit dem KHZG?

Seit Januar arbeiteten die deutschen Krankenhäuser nun mit Hochdruck an der Erstellung von Projektlisten, Prüfung von Angeboten und Kosten, sowie dem seitenlangen Befüllen von Förderanträgen. Die Krankenhausträger, welche Häuser in verschiedenen Bundesländern unterhalten, waren dabei die großen Verlierer. Die Anträge und Einreichungsprozesse werden von den Ländern einzeln bestimmt und so gab es in jedem Land ein anderes Verfahren. Bis Ende des Jahres können Krankenhäuser ihre Anträge bei dem jeweiligen Land einreichen, jedoch hat das Land bis zu drei Monate Zeit diese Anträge zu bearbeiten und der Stapel dürfte hoch sein. Damit ist die inoffizielle Einreichungsfrist Ende September abgelaufen, zumindest für eine gewährleistete Antwort. Die Krankenhäuser, welche bis jetzt keine KHZG-Strategie aufgesetzt haben, werden höchstwahrscheinlich leer ausgehen (was sicherlich auch so gewollt ist). Zwar wurden bereits 50 Anträge bewilligt – jedoch ist diese Anzahl bei über 1.900 Krankenhäusern ein verschwindend kleiner Teil. Der aufwendige und ineffiziente Prozess der Förderanträge und auch die länderspezifischen Deadlines zur Einreichung führte dazu, dass selbst viele „Front Runner“ erst in den Sommermonaten ihre Anträge finalisieren konnten.
 
Auch konnten wir am Markt beobachten, dass die zugesagten Budgets längst nicht ausreichen um alle Fördertatbestände anzugehen. Allein die pönalisierten Fördertatbestände mit allen Muss-Kriterien bis 2025 zu erfüllen, frisst die Budgets der (vor allem kleineren Krankenhäuser) komplett auf. Wer also auf intelligenten Algorithmen oder eine durchgängigen digitalen User Journey hofft - wird enttäuscht werden.

Nun stellt sich die Frage: Was machen die Krankenhäuser nun mit Geld (was bei den meisten Antragstellern im ersten Halbjahr 2022 auf dem Konto sein sollte) und schaffen sie es die großen IT- und Digitalisierungsdefizite damit aufzuholen? Wir sehen das kritisch. Der notwendige Sprung ist einfach zu weit und die Budgets dafür dann doch zu wenig. Auch muss kritisch beobachtet werden, ob die wenigen Anbieter am Markt überhaupt den "Ansturm" der Krankenhäuser decken kann und die Frist der Umsetzung bis 2025 
 
Fazit
 
Einerseits hat die KHZG-Förderrichtlinie dazu geführt, dass die deutschen Krankenhäuser nun alle an exakt den gleichen Themen arbeiten und in den meisten Fällen mit denselben Anbietern im Gespräch stehen, was die Kollaboration und den Austausch zwischen den Trägern erhöht hat.
 
Andererseits ist der Froschsprung der nötig ist, um die Anforderungen bis 2025 zu erfüllen, für viele Krankenhäuser, mit den Mitteln die sie durch das KHZG bekommen, nicht machbar. Und trotzdem kommt Geld in die Kasse für IT-Projekte und darüber sind wir trotz allem sehr froh! Selbst wenn nur die pönalisierten Tatbestände in Angriff genommen werden, ist dies eine Chance für die Krankenhäuser sich fit für die Zukunft zu machen.

Eure Luisa Wasilewski
Digital Health Expert @Brainwave

PRESSESCHAU
 

Deutschland


Intelligente Algorithmen
Die KI-basierte Hautkrebsapp SkinScreener überzeugt erste Investoren. Mehr ~2 min

Roche setzt in der CUPISCO-Studie auf intelligente Algorithmen und nimmt dadurch eine Vorreiterrolle in der Branche ein. Mehr ~5 min


Telemedizin
WeCaRe-Bündnis erhält eine Förderzusage des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Mehr ~3 min


Innovationsfond 
Kein Digital Health Projekt kommt in die Normalversorgung. Mehr ~2 min

Wearables
Der Wert von Smartwatches wächst stetig, da durch neue Funktionen eine bessere Forschung möglich ist. Mehr ~5 min

Präzisionsmedizin

Gesundheitsapps werden zukünftig große Datensätze zur Verbesserung von individuellen Therapien liefern. Mehr ~5 min  
 
Interview
Jeanne Kehren (CIO bei Bayer) spricht über „Integrated Care“ und die Kooperationen mit Ada Health. Mehr ~5 min

International


Telegesundheit
[US] Hims & Hers führt ein neues Nahrungsergänzungsmittel ein, um Harnwegsinfektionen einzudämmen. Mehr ~3min
 
Künstliche Intelligenz
[US] Nuance bringt seine KI-gestützten Radiologielösungen nach Australien und Neuseeland. Mehr ~3 min

Gamification
[US] Akili veröffentlicht ADHS-Videospieltherapie für Kinder mit ADHS. Mehr ~3min

Mental Health
[US] Ginger bietet jetzt auch Dienstleistungen auf Spanisch an. Mehr ~3 min
 
[AU] Die digitale Plattform für psychische Gesundheit von Orygen kommt nach New South Wales. Mehr ~3 min

Digitalisierungsgrad
[CHE] In der Digitalisierung des Gesundheitswesens befindet sich die Schweiz im internationalen Vergleich nach wie vor im Mittelfeld. Mehr ~5 min


Gesundheitsapps 
[IND] Indische Ärztegruppe erschließt Eka Care für Online-Gesundheitsplattform. Mehr ~3 min
REGULARIEN

Datenschutzrechtliche Erweiterung der ePA
Der Bundesdatenschutzbeauftragte fordert Nachbesserungen im Datenschutz der ePA bei vier großen Krankenkassen ein. Hinsichtlich des Zugangs für Patient:innen ohne Smartphone gibt es noch Uneinigkeiten. Allerdings werden die Kassen per Gesetz nicht dazu verpflichtet Alternativen anzubieten.  Mehr 

Einführung der elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU) noch zögerlich 
Die geplante Einführung der eAU wurde bis Ende des Jahres als verpflichtend erklärt. Da keine 52 Prozent der Arztpraxen einen elektronischen Heilberufsausweis vorweisen können, fehlen wichtige Voraussetzungen für die Einführung der eAU. Dennoch zeigt sich eine positive Entwicklung, da noch kein anderer digitaler Kommunikationsdienst so viel Zuspruch vom Gesundheitspersonal erhielt. Mehr 

Digitales Gesundheitswesen in den Wahlprogrammen
Pläne für die Digitalisierung des Gesundheitswesens finden sich anlässlich der bevorstehenden Bundestagswahl auch in den Wahlprogrammen. So schreiben zum einen CDU/CSU von einer „ressortübergreifenden e-Health-Roadmap“ zum anderen die Grünen von einer „Digitalisierungsstrategie“. Jedoch konkretisieren beide Parteien ihre Vorschläge nicht weiter, wofür sie von Expert:innen kritisiert werden. Mehr 

Zweifel an der zeitlichen Umsetzung des eRezepts
Vertreter der gematik, der ABDA, der KBV und der Berliner Apothekeninhaber diskutieren, ob die Einführung zu Anfang 2022 flächendeckend starten kann. Außer dem gematik Chef glaubt niemand richtig daran, dass das eRezept zum angestrebten Termin starten kann. Die Apotheker sind der Meinung, dass die Digitalisierung nicht so spontan umgesetzt werden kann.  Mehr 
 

Digitalisierung in Sachsen-Anhalt geht voran
Der Koalisationsvertrag bietet zum einen Chancen in den Versorgungskapazitäten, allerdings auch neue Technologien, um den Menschen sinnvoll zu unterstützen. Zum Beispiel soll die Einführung der sektorenübergreifenden ePA angegangen werden und mit den Heilberufskammern Telemedizin weiter etabliert werden. Mehr 

Elektronisches Gesundheitsberuferegister (eGBR)

Für eine erfolgreiche Implementierung der TI benötigen Leistungserbringer einen Eintrag imm eGBR. Anfang Oktober startet das eGBR in eine Pilotphase und vergibt an ausgewählte Berufsgruppen den elektronischen Heilberufsausweis (eHBA). Mehr 

FINANZIERUNGSRUNDEN / M&A

Finanzierungsrunden
International         
       
Numan

 
Men‘s Health

 
$40M (Series B)

 
Fördern zugängliche medizinische Heilmittel für erektile Dysfunktion
RecoveryOne

 
mHealth

 
$33M (Series C)

 
Bieten Gesundheitsprodukte und Arzneimittel im Direktvertrieb an
Caresyntax

 
Plattform

 
$30M (Series C)

 
Entwickeln Tools und KI für den Operationssaal in Krankenhäusern
accuRx


 
Plattform


 
$27M (Series B)


 
Lassen Hausarztpraxen mit ihren Patienten, dem Team und anderen Organisationen kommunizieren
Corti.ai

 
Software

 
$27M (Series A)

 
Dokumentieren Patientengespräche in Echtzeit
Hublo

 
Plattform  

 
$26M (Series A)

 
Unterstützten Krankenhäuser und Kliniken beim digitalen Personalmanagement
YourBio
Health

 
Patienten-versorgung
 
$21M (Venture)

 
Entwickeln diagnostische Tests zur Selbstanwendung für Zuhause
DotCom
Therapy


 
Teletherapie


 
$13M (Series A)


 
Bieten digitale logopädische, ergotherapeutische und psychosoziale Dienstleistungen an...
Neuroglee Therapeutics
 
DTx

 
$12.3M (Series A)

 
Behandeln Patienten mit neurodegenerativen Erkrankungen
Babyscripts

 
Femtech

 
$12M (Series B)

 
Bieten Fernüberwachung und pädagogische Inhalte für Schwangerschaften
Wefight

 
Patienten-versorgung
 
$11.7M (Seed)

 
Automatisieren die ambulante Nachsorge von Krebspatienten
Eleos Health

 
Künstliche Intelligenz
 
$6M (Seed)

 
Unterstützen Fachleute für psychische Gesundheit bei der Analyse ihrer Patienten
UpHill

 
Patienten-versorgung
 
$5.3M (Seed)

 
Bieten Unterstützung bei der klinischen Entscheidungs-findung
Ailaaj

 
Gesundheits-plattform
 
$1.6M (Seed)

 
Bieten medizinische Produkte und Informaionen für Patienten an
Sotech

 
Software

 
$1M (Seed)

 
Unterstützen Kliniken dabei Patientendaten auszuwerten
 
       
Hauptquellen: Deutsche Börse Venture Network, Finsmes, TechCrunch

STARTUP OF THE WEEK 

Wir haben diese Woche das Münchner Startup Nilo.Health entdeckt und stellen es euch hier kurz vor!
 
Die Gründer:innen Ines Räth, Jonas Keil und Cartalina Turlea haben sich zusammen getan, um eine Plattform für den Umgang mit psychischer Gesundheit am Arbeitsplatz zu schaffen. Sie möchten damit das Problem von Stress, Unsicherheit und Angst insbesondere am Arbeitsplatz transparent gestalten und die Bedeutung von Mental Health als einen ganzheitlichen Ansatz gestalten. Hierzu könnt ihr auch in unserem Mental Health-Special nachlesen, welche weiteren Startups in Europa zu finden sind.
 
Die neue App bietet neben Video-Sitzungen auch selbstgeführte Trainings und tägliche Meditation an. In fünf Jahren sehen sich die drei Gründer:innen als Partner der meisten mittelständischen Unternehmen und wollen der führende Anbieter für psychische Gesundheit in Europa sein.
 
Hier gehts zu dem Interview mit der CTO Catalina Turlea. Happy reading!
Bildquelle: Nilo.health 
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