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Wie gewohnt findest Du hier unser wöchentliches Briefing zu den aktuellen Themen aus der Digital Health Szene!
BRAINWAVE INSIGHTS
Bildquelle: Shutterstock/ Rawpixel.com
Headspace und Ginger - Fusion im Mental Health Markt

Startups im Mental Health Bereich gehören in Deutschland bereits zu den "alten Hasen" in der Digital Health Szene. Der breite Bedarf an psychischer Betreuung in der Bevölkerung steht spätestens seit Beginn der Pandemie außer Frage. Psychologische Online Kurse oder Behandlungen per Videosprechstunde gehören mittlerweile zu den etablierten Angeboten im Gesundheitswesen. Was macht die geplante Fusion der US-amerikanischen Healthcare Startups Headspace und Ginger also so besonders?

Headspace zählt zu den weltweit führenden Apps für Achtsamkeits- und Meditations-Übungen. Ginger hingegen bietet telemedizinische Therapien und Coaching für Depressionen und Angststörungen an. Die beiden Anbieter haben jüngst verkündet zu "Headspace Health" zu fusionieren, um die größte digitale Mental Health Plattform der Welt zu werden. Das entstehende Unternehmen hat einen Unternehmenswert in Höhe von über 3 Milliarden US-Dollar und eine Reichweite von über 100 Millionen Nutzer:innen. Das macht die Plattform zu der größten Mental Health Datenquelle der Welt, welche in Zukunft für hochpersonalisierte Gesundheitsversorgung genutzt werden soll. Durch die Fusion vereinigt sich ein Anbieter aus dem Bereich Wellness und Prävention mit einem aus der Tele-Therapie. 

Digital Mental Health in Deutschland
 
Der deutsche Markt für Digital Mental Health zeigt viele etablierte Angebote, wie wir Euch bereits in unserem Newsletter Special hierzu vorgestellt haben. In Kombination mit dem strategischen Fokus der DiGA chronische Krankheiten zu unterstützen, sind sie hier stark vertreten: 10 von 20 DiGAs im BfArM-Verzeichnis kommen aus dem Bereich Mental Health. Wir sehen auf dem deutschen Markt insgesamt wenig neue Geschäftsmodelle und Investitionsrunden, was an der Reife des Marktes und dem damit verbunden hohen Wettbewerb liegt. Im ersten Halbjahr war das Interesse der deutschen Investoren im europäischen Vergleich eher gering. Likeminded erhielt in einer Seed-Runde bspw. 3,5 Millionen Euro für ihre digitalen Gruppentherapien, während Koa Health aus Spanien 36 Millionen in einer Series A sammelte.

Schaut man sich die Angebots-Landschaft etwas genauer an, wird schnell klar, dass Angebote im Bereich Wellness und Prävention häufig stark von digitalen Behandlungen abgegrenzt sind. Meditations-Apps decken allenfalls noch die Bereiche Schlaf und Stressprävention ab. Demgegenüber haben Startups wie HelloBetter oder Selfapy abgeschlossene Therapie-Programme für dedizierte Indikationen.

Fazit

Durch Plattformen wie Headspace Health können größere Teile der Versorgungskette abgedeckt werden. Patient:innen können sehr eng digital begleitet werden und bei ernsten psychischen Problemen z.B. schnell eine passende digitale Therapie erhalten. Eine reine Meditations-App kann keine Angststörung behandeln und das muss sie auch gar nicht, denn auf einer digitalen Plattform können Nutzer:innen ohne Medienbruch und in gewohnter Umgebung zu Patient:innen werden und professionelle Hilfe bekommen. Wir hoffen in Zukunft auch auf dem deutschen Markt Mental Health Plattformen mit breitem Leistungsangebot zu sehen.

Euer Keanu Forthmann
Analyst @Brainwave

PRESSESCHAU
 

Deutschland


5G-Ausbau
Helios treibt 5G-Netz-Ausbau an Leipziger Standorten voran. Mehr ~3 min

Telemedizin
Hamburg eröffnet die Klinikgruppe Askleopios als erstes Telemedizinzentrum (TMZ). Mehr ~4 min

Im Rahmen des E-Health-Kongresses Rhein-Main und Hessen wurde zum ersten Mal ein E-Health-Award vergeben. Mehr ~3 min


Virtual Reality
Viel Potenzial aber ein langer und steiniger Weg zur Zulassung. Mehr ~5 min

Intelligente Algorithmen
Die TU Dresden hat das erste Implantierbare KI-System zur Frühdiagnostik entwickelt. Mehr ~2 min


Patientenversorgung
Baden-Württemberg fördert den Einsatz Künstlicher Intelligenz im Gesundheitswesen. Mehr ~2 min


Startups
Gründer oder Startups können sich bis heute (03.09.) beim 4C Accelerator Tübingen bewerben. Mehr ~3 min

International


Tech-Giganten
[US] Apple will angeblich die Gesundheitsfunktionen der Smartwatch auf Blutdruck- und Fruchtbarkeits-Tracking erweitern. Mehr ~3 min

Virtual Reality
[JP] In Japan wurde die erste Cloud-basierte klinische Ausbildungsplattform entwickelt. Mehr ~2 min


Physiotherapie
[US] Hinge Health findet heraus, dass ältere Erwachsene das digitale MSK-Programm eher nutzen als Jüngere. Mehr ~3 min

Intelligente Algorithmen
[US] Selbst harmlos erscheinende Daten können Verzerrungen in der Künstlichen Intelligenz reproduzieren. Mehr ~3 min

[UK] Das Universitäts-Krankenhaus Plymouth testet KI-Software zur Schlaganfallbehandlung. Mehr ~2 min


Cyberkriminalität
[US] Die US-Regierung und Tech-Konzerne investieren massiv in Cybersicherheit. Mehr ~3 min
REGULARIEN

Krankenkassen kritisieren die neue Gesundheitskarten-Bestellfunktion der gematik
Damit Patient:innen später auf die Funktion des eRezepts zugreifen können brauchen sie zunächst eine neue NFC-fähige Gesundheitskarte. Die gematik hat nun eine neue Funktion in ihre App eingebaut, die Patient:innen dabei unterstützt eine neue Karte zu beantragen. Mehr
 
Apotheken können jetzt digitale Covid-19-Genesenen Nachweise ausstellen
Die Abrechnung der Covid-19 Nachweise für Genesene kann rechtlich seit letztem Freitag über Apotheken-Rechenzentren erfolgen. Für jeden erstellten Nachweis erhalten Apotheken zukünftig 6 Euro. Mehr
 
Eine neue Verordnung des BMG soll die Interoperabilität im Gesundheitswesen vorantreiben
Letzte Woche wurde ein erster Entwurf der Gesundheits-IT-Interoperabilitäts-Governance-Verordnung (GIGV) vorgelegt. Grundlage für die Verordnung ist das Digitale-Versorgung-und-Pflege-Modernisierungs-Gesetz (DVPMG). Mehr
 
Die gematik kündigt einen Entwurf für den Standard des TI-Messenger an
Damit Ärzt:innen untereinander kommunizieren können entwickelt die gematik im Rahmen der Telematikinfrastruktur einen TI-Messenger. Am Mittwoch soll nun ein erster Entwurf dafür veröffentlich werden. Mehr

Ein neuer Entwurf zur Interoperabilität im Gesundheitswesen liegt vor
Die angesetzte Gesundheits-IT-Interoperabititäts-Governance-Verordnung (GIGV) von Jens Spahn bringt eine neue Koordinierungsstelle hervor. Für die Einrichtung ist die gematik bis spätestens zum 30.11.2021 zuständig. Auch wird ein Expertengremium benannt, dass die Koordinierungsstelle unterstützen wird. Mehr
 
Die Reifegradmessung der Krankenhäuser beginnt
Nach Verzögerung soll nun die Reifegradmessung im Rahmen des KHZG im vierten Quartal mit Digital Radar begonnen werden.  Diese erste Erhebung endet 2021 und die zweite ist für Mitte 2023 angesetzt. Dabei werden Krankenhäuser unter verschiedenen Kriterien begutachtet und bewertet. Mehr

 

FINANZIERUNGSRUNDEN / M&A

Finanzierungsrunden
 
Deutschland      
Oviva

 
Diabetes

 
€68M (Series C)

 
Bietet personalisierte Ernährungspläne zum Abnehmen an
       
International      
Carrot Fertility

 
Wellness

 
$75M (Series C)

 
Bietet Arbeitgebern und Arbeitsnehmern kostenlose Fruchtbarkeitsleistungen an
AllStripes

 
Seltene
Krankheiten
 
$50M (Series B)

 
Entwickelt die digitale Behandlung von Menschen mit seltenen Krankheiten weiter
Reify Health

 
Cloudlösung

 
$34M (Series C)

 
Softwareunternehmen, das Tools für das Ökosystem klinischer Studien entwickelt
ClosedLoop.ai


 
Plattform


 
$34M (Series B)


 
Sammelt Gesundheitsdaten und stellt sie für Forschungszwecke zur Verfügung
Overjet

 
Zahnmedizin

 
$27M (Series A)

 
Verbessert die Patient:innen-Versorgung durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz
Recuro Health


 
Patienten-versorgung

 
$15M (Series A)


 
Bietet integrierte digitale Gesundheitslösung als Ansatz für die Bevölkerungsgesundheit an
Antidote Health
 
Künstliche Intelligenz $12M (Seed)
 
Bietet medizinische Versorgung für Patient:innen ohne Versicherung an
Intelligencia

 
Künstliche Intelligenz
 
$10M (Series A)

 
Unterstützt klinische Entwicklungsstrategien mit Machine Learning
Speclipse

 
Diagnostik

 
$8M (Venture)

 
Entwickelt KI-basierte medizinische Diagnostik-Technologie
Cardiomatics


 
Künstliche Intelligenz

 
$3.2M (Seed)


 
Entwickelt eine Automatisierungs-technologie für das Lesen von Elektrokardiogrammen (EKG)
Abtrace

 
Künstliche Intelligenz
 
$2.8M (Seed)

 
Entwickelt Softwarelösungen für die elektronische Patientenakte
M&A      
Butterfly

 
FemTech

 
n.a.

 
Von dem Diagnostik- und Medikationsentwickler Caption Health akquiriert
Hauptquellen: Deutsche Börse Venture Network, Finsmes, TechCrunch
PICK OF THE WEEK

Letzte Woche haben wir an dem Event des health innovation hubs (hih) "Gesundheit digital – Meilensteine für eine digitale Medizin" teilgenommen und fassen das Wichtigste für Euch zum Thema digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) zusammen:

Das Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) ist der Entscheidungsträger, wenn es darum geht, ob eine digitale Anwendung zertifiziert wird oder nicht. Prof. Dr. Karl Broich, Präsident des BfArM, sagte, dass das BfArM seit Beginn der DiGAs von einer Risikobewertungsbehörde zu einem aktiven Partner geworden ist, der dabei unterstützt neue Innovationen voranzutreiben.

Aber welche Zwischenbilanz kann man eigentlich nach 10 Monaten DiGA ziehen? Wir selbst haben hierzu bereits ein Fazit in unserem H1 Report gezogen. Wichtige Themen, die bei der Veranstaltung erwähnt wurden und noch immer final geklärt werden müssen sind z.B. die Kontraindikationen und die Vergütung von DiGAs. In Punkto Finanzierung steht eine ergebnisorientierte Vergütung im Raum, also eine Vergütung, die an das gemessene Leistungsniveau gekoppelt ist. 

Aber nun mehr zu den DiGAs selbst: Von den 89 Anträgen wurden bisher 20 DiGAs dauerhaft oder vorläufig in das DiGA-Verzeichnis aufgenommen. Schaut man sich die therapeutischen bzw. diagnostischen Ansätze der DiGAs an, stellt man fest, dass überwiegend kognitive Verhaltenstherapie-Ansätze verfolgt werden.
Zum Nachweis bzw. zur Evidenz der Wirksamkeit von DiGAs werden zum größten Teil (79%) randomisiert kontrollierte Studien (RCT) – der wissenschaftliche Goldstandard – durchgeführt. Die verifizierten DiGAs sind zu 100% RCT Studien. Eine unzureichende systematische Datenauswertung oder ein unzureichendes Studiendesign sind für anstrebende DiGAs auch gleichzeitig die häufigsten Gründe einer Antrags-Ablehnung von Seiten des BfArM.

Bildquelle: hih Event
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