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BRAINWAVE INSIGHTS
Quelle: elenabsl/shutterstock.com
Wo steht eigentlich die ePA? Ein Update

Die elektronische Patientenakte (ePA) ist eine von mehreren Anwendungen der Telematikinfrastruktur (TI), welche allesamt von der gematik entwickelt werden. Die ePA soll das deutsche Gesundheitswesen umfassend vernetzen, analoge Prozesse digitalisieren und Patient:innen aktiver an ihrer eigenen Gesundheitsversorgung teilnehmen lassen. Befunde, Diagnosen, Therapiemaßnahmen und vieles mehr sollen mit der ePA zu jeder Zeit digital verfügbar sein. So weit, so gut. Doch ab wann können wir überhaupt mit einer flächendeckenden ePA rechnen? Zur Mitte des Jahres haben gerade einmal 200.000 Menschen ihre ePA aktiviert; das ist weniger als 0,5% der Bevölkerung.
 
Status-quo

Seit dem 01. Januar 2021 sind die gesetzlichen Krankenkassen verpflichtet ihren Versicherten kostenlos eine ePA bereitzustellen. Gleichzeitig startete zu Beginn des Jahres die Testphase mit der "ePA-Light" in zunächst 200 ausgewählten Arztpraxen. Die Inhalte der ePA beschränkten sich zunächst auf Befunde, Arztberichte und Röntgenbilder mit eingeschränktem Berechtigungsmanagement. Ziel war es, die Leistungsfähigkeit der ePA sicherzustellen. 

Als Anwendung der TI setzt die Verwendung der ePA von Arztpraxen, Apotheken sowie Krankenhäusern unter anderem voraus, dass diese die nötigen TI-Konnektoren besitzen. Ab dem 1. Juli 2021 waren hier ursprünglich Sanktionen für alle Arztpraxen geplant, welche die technischen Voraussetzungen für einen ärztlichen Zugriff auf die ePA noch nicht besitzen. Von der Kürzung der Vergütung aus vertragsärztlichen Tätigkeiten (um 1%) sieht der Gesetzgeber aber mittlerweile ab, wenn die hierfür notwendigen Komponenten zumindest bestellt sind. Folgende Voraussetzungen benötigen Praxen für die ePA (ÄrzteZeitung):
  • TI-Anbindung
  • ePA-Update der Praxis-EDV (150 Euro einmalige Förderung)
  • ePA-Update des Konnektors: Updatestufe PTV 4 (400 Euro einmalige Förderung)
  • elektronischer Heilberufsausweis (eHBA): Generation 2.0
Ausblick

Laut der Roadmap von der gematik soll die flächendeckende Verbreitung in der zweiten Jahreshälfte starten. Ab dem 01. Januar 2022 soll dann der Rollout weiterer ePA-Inhalte wie dem digitalen Impfausweis, Mutterpass, gelbes U-Heft für Kinder und dem Zahnbonusheft gestartet werden. Damit bekommt die ePA mehr Leben eingehaucht und wir hoffen, dass bis dahin auch die Nutzungszahlen weiter steigen.

Kritik und Skepsis 

Die andauernde Kritik des Bundesdatenschutzbeauftragten (BfDI) Ulrich Kelber gegen das Berechtigungsmanagement der ePA nagt am Vertrauen bei Ärzt:innen und in der Bevölkerung. Mittlerweile schließen sich deshalb einige Kassen zusammen, um im Zweifelsfall vor Gericht gegen die Anweisungen des BfDI vorzugehen.

Eine aktuelle Umfrage von Datapuls ergab, dass 43% der Bürger nur oberflächlich über die ePA Bescheid wissen. Zwar erkennen mehr als Dreiviertel (78%) einen klaren Nutzen in der ePA, jedoch fürchten viele Befragte (61%) durch die Nutzung der ePA zum "gläsernen Patienten" zu werden. Zusätzlich fühlen sich die Ärzt:innen stark unter Druck gesetzt den gesetzlichen Fristen und technischen Anforderungen in kürzester Zeit parallel zum Praxisalltag gerecht zu werden.

Fazit

Wir kommen dem Ziel, eine Patientenakte als zentralen Ort für Gesundheitsdaten und Katalysator für ein selbstbestimmtes Gesundheitsmanagement zu schaffen, langsam aber sicher näher. An den gesetzten gesetzlichen Fristen wird (fast schon unüblich) konsequent festgehalten. Das allein wird allerdings noch lange nicht ausreichen, damit die ePA im Alltag der Praxen und Menschen ankommt. Am Ende wird die ePA von den Leistungserbringern (Ärzt:innen), Kassen und Patient:innen selbst befüllt. Doch viele Ärzt:innen wissen nicht wie sie dies in den Praxisalltag integrieren sollen. Auch müssen Informationsplattformen aufgebaut und Bedenken bei den Bürger:innen ausgeräumt werden. Erst dann können langfristig auch Services und Produkte aufbauend auf die eigenen Gesundheitsdaten angedockt werden, um eine individuelle medizinische Versorgung zu gewährleisten.

Euer Keanu Forthmann
Digital Health Analyst @Brainwave

PRESSESCHAU
 

Deutschland


Tech-Giganten
Philips stärkt ganzheitliche digitale Patientenversorgung mit einem neuen Entlassmanagement. Mehr ~4 min

Intelligente Algorithmen
Das Gründerteam von Asgen erprobt eine neue KI-Software zur Krebsdiagnose. Mehr ~5 min

Es gibt einige Hürden, die überwunden werden müssen, bevor KI flächendeckend im Krankenhaus eingesetzt werden kann. Mehr ~5 min

Patientendaten
Durch die Flutkatastrophe haben viele Ärzt:innen die analogen Daten ihrer Patient:innen verloren. Mehr ~3 min


Mental Health
Kostenlose psychologische Hilfe von professionellen Therapeuten soll bald über Whatapp möglich sein. Mehr ~5 min

Forschung
Die Berliner Charité, Vivantes und die DRK Kliniken Berlin beteiligen sich am neuen Forschungscenter “Digital Urban Center for Aging & Health". Mehr ~4 min

International


Wearables
[US] Merck verwertet Wearable Daten, um Alzheimer zukünftig früher zu erkennen. Mehr ~5 min

Mental Health
[US] Patient:innen können jetzt Angst- und Depressionsmedikamente über Ro erhalten. Mehr ~4 min

Telemedizin

[US] Seit der Pandemie hat sich insbesondere die virtuelle Versorgung für die Frauengesundheit erweitert. Mehr ~3 min

Patientenversorgung
[US] LifeSignals erhält FDA-Zulassung für seinen tragbaren Biosensor zur Fernüberwachung von Patient:innen durch Ärzt:innen. Mehr ~4 min


Virtual Reality
[US] XRHealth startet VR-Gaming-Programm zur Unterstützung des Schmerzmanagements von Patient:innen. Mehr ~3 min
REGULARIEN

Neue Pläne der Regierung zum Impfzertifikat
Letzte Woche mussten Apotheken aufgrund einer Sicherheitslücke die Ausstellung von Impfzertifikaten stoppen. Grund dafür war, dass Unbefugte Zertifikate für Ungeimpfte anfertigen konnten. Ab nächster Woche sollen die Zertifikate schrittweise wieder ausgestellt werden können, allerdings eventuell nur noch über die TI und nicht mehr über die DAV. Mehr

Verbraucherzentrale fordert mehr Transparenz bei ePA

Im Sinne der Nutzenabwägung fordert die Verbraucherzentrale in Baden-Württemberg u.a. Informationen über den technischen Stand der ePA. Außerdem fordert die Verbraucherzentrale, dass die Daten von Patient:innen nur nach ausdrücklicher Zustimmung für Forschungszwecke verwendet werden sollen. Mehr

FINANZIERUNGSRUNDEN / M&A

Finanzierungsrunden
 
Deutschland      
       
her1


 
FemTech


 
€5,5M (Series A)


 
Bietet einnehmbare Produkte, um Frauengesundheit zu fördern
International
 
     
Elvie


 
FemTech


 
$80M (Series C)


 
Entwickelt intelligente Technologien wie Milchpumpen oder Beckenbodentrainer
HealthifyMe

 
Intelligente Algorithmen
 
$75M (Series C)

 
App zum Tracken und Auswerten von Ernährungs- und Trainingseinheiten
b.well

 
Gesundheits-plattform
 
$32M (Series B)

 
Bietet eine integrierte Lösung zum selbstständigen Gesundheitsmanagement
Qure4u
 
Telemedizin
 
$25M (Venture)
 
Entwickelt eine All-in-One App mit Telemedizin und Gesundheitsmanagement für Patient:innen
Sweetch

 
Intelligente Algorithmen
 
$20M (Series A)

 
Plattform für medizinische Vorhersagen, Prävention und Ergebnisverbesserung
Peppy


 
Gesundheits-plattform

 
$8.8M (Series A)


 
Bietet personalisierte gesundheitliche Unterstützung von Arbeitnehmern
   
Hauptquellen: Deutsche Börse Venture Network, Finsmes, TechCrunch
PICK OF THE WEEK

Künstliche Intelligenz eröffnet den Weg zu neuen Wirkstoffen in der Medizin


Diese Woche ist uns das Londoner Unternehmen DeepMind ganz besonders aufgefallen! DeepMind hat die bisher größte Datenbank zu menschlichen Proteinstrukturen veröffentlicht und das alles Mithilfe von Künstlicher Intelligenz (KI).

Und jetzt? Diese neuen Daten und Strukturen lassen sich in einem nächsten Schritt nutzen, um z.B. neue Medikamente oder Nahrungsmittel zu entwickeln. Dafür wird die Datenbank zu Forschungszwecken kostenlos zur Verfügung gestellt. 

Hier könnt ihr mehr erfahren!
Bildquelle: DeepMind Webseite
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