Copy
Diese E-Mail im Browser ansehen.
Wie gewohnt findest Du hier unser wöchentliches Briefing zu den aktuellen Themen aus der Digital Health Szene!
BRAINWAVE INSIGHTS

Instant Messaging im Gesundheitswesen

Messenger-Dienste wie z.B. Whatsapp, Facebook oder Telegram gehören schon längst zu unserem Alltag, doch im Gesundheitswesen fehlt von Messengern bislang jede Spur. Warum ist das so? Ein Grund ist, dass herkömmliche Dienste nicht den hohen Sicherheits- und Datenschutzstandards entsprechen, welche durch die hochsensiblen Gesundheitsdaten gefordert sind. Außerdem gibt es bislang keinen Anbieter, der einen interoperablen und somit anbieterunabhängigen Austausch ermöglicht.

Dabei könnten Akteure im Gesundheitswesen von einer schnellen, digitalen und interoperablen Kommunikation enorm profitieren. Genau deshalb wurde mit dem Digitale-Versorgung-und-Pflege-Modernisierungs-Gesetz (DVPMG) neben Anpassungen zur ePA und zum eRezept die Entwicklung des TI-Messengers durch die gematik verabschiedet.

Was kann der TI-Messenger?

Die gematik war und ist für die Entwicklung der TI und der dazugehörigen Anwendungen zuständig. Die TI ist die sichere "Daten-Autobahn" auf deren Grundlage Anwendungen wie die ePA oder das eRezept realisiert werden. Der TI-Messenger soll einer dieser Anwendungen werden und oben genannte Probleme lösen. Mit dem Messenger sollen sich bspw. Ärzt:innen, Apotheker:innen, Pflegepersonal oder Rettungsdienste ganz einfach am Computer, Smartphone oder Tablet in Echtzeit austauschen können - ganz wie bei Whatsapp oder Telegram. Rückfragen zwischen den Akteuren sollen damit effizient und kurzfristig geklärt werden können und somit auch die Versorgung für die Patient:innen verbessert werden. Außerdem sind die Kontaktdaten der Kolleg:innen bereits hinterlegt, was wiederum erheblich Zeit spart.

In einem Konzeptpapier erklärt die gematik, dass der TI-Messenger auf Basis des Open-Source-Messenger-Protokolls der Matrix.org Foundation einen neuen Kommunikationsstandard gewährleisten soll. Dies soll u.a. durch Interoperabilität und somit auch über sektoren- und anbieterübergreifenden Austausch, Daten-Integrität und Ende-zu-Ende-Verschlüsselung erreicht werden.

Wann können wir mit dem TI-Messenger rechnen?

Der Zeitplan zur Entwicklung des TI-Messengers ist ebenfalls durch das DVPMG geregelt. Im Oktober diesen Jahres wird die gematik die Spezifikation der ersten Ausbaustufe veröffentlichen, welche detailliert und überprüfbar auf den funktionalen Umfang eingeht und somit die Spielregeln für TI-Messenger-Anwendungen im Gesundheitswesen vorgibt. Dann können Hersteller eigene TI-Messenger-Anwendungen entwickeln und durch die gematik testen und zertifizieren lassen. Durch die Interoperabilität und ein zentrales Verzeichnis können Nutzer:innen von Anwendungen unterschiedlicher Hersteller miteinander kommunizieren. Die gematik rechnet ab Q2 2022 mit ersten Anwendungen auf dem Markt. Im April 2022 soll zusätzlich die Spezifikation für einen Messenger-Dienst veröffentlicht werden, welcher auch von Versicherten genutzt werden kann und von den Kassen zur Verfügung gestellt werden soll.

Fazit

Wir freuen uns über die stetig wachsenden Anwendungen in der digitalen Infrastruktur des Gesundheitswesens und begrüßen das Tempo, mit dem die gematik versucht an den gesetzten Fristen und Plänen festzuhalten. Dennoch machen die technischen Voraussetzungen allein noch keinen Erfolg aus, denn zusätzlich müssen die Technologien und Anwendungen auch tatsächlich in der Masse - also bei den Patient:innen und Leistungserbringern - ankommen. Die überschaubare Nutzungsrate der ePA oder die Notwendigkeit einer neuen eGK zur Nutzung des eRezepts sind nur zwei Beispiele von vielen und wir fragen uns, welche Akteure stärker involviert werden müssen, damit die digitalen Anwendungen im Alltag der Nutzer:innen ankommen.

Euer Keanu Forthmann
Analyst @Brainwave

PRESSESCHAU
 

Deutschland


DiGAs
Ärzte sollen durch Informationsportale besser über DIGAs informiert werden. Mehr ~3 min

KHZG
Für die Umsetzung von Patientenportalen und anderen Vorhaben fehlt das Personal. Mehr ~5 min

Intelligente Algorithmen
Ein Wiener Startup unterstützt Radiologen bei der Analyse von Röntgenbildern. Mehr ~5 min

Digitale Angebote
Warum Online Apotheken und E-Health immer weiter an Popularität gewinnen. Mehr ~5 min

Forschung
Das neu gegründete Institut für Medizininformatik hat einen Professor für Digital Health als neue Leitung bestimmt. Mehr ~5 min

Arbeitsmarkt
Wer sich im Bereich Digital Health ausbilden lässt, soll sehr gute Jobaussichten haben. Mehr ~5 min

International


Tech-Giganten
[US] Apple will angeblich die Gesundheitsfunktionen der Smartwatch auf Blutdruck- und Fruchtbarkeits-Tracking erweitern. Mehr ~3 min

[US] Amazon plant Telemedizin in 20 weitere Städte zu bringen. Mehr ~3 min


Künstliche Intelligenz
[KR] Das Startup Lunit erhält die Anerkennung von Singapurs HSA für KI-Diagnosetools. Mehr ~2 min


[UK] Die NHS testet KI-fähige Software, um Gehirnoperationen sicherer zu machen. Mehr ~2 min

Videosprechstunde
[UK] Die Mehrheit der Gesundheitsorganisationen führt weniger als 20 % der Besuche virtuell durch. Mehr ~4 min


Forschung
[US] Medable ernennt CSOs und andere Mitarbeiter im Bereich Digital Health. Mehr ~3 min
REGULARIEN

Wesentliche Anpassungen des GIGV sind notwendig
Nachdem der erste Entwurf zur Gesundheits-IT-Interoperabilitäts-Governance-Verordnung (GIGV) veröffentlich wurde, gibt es auch schon erste Kritik von Seiten des Bundesverband Gesundheits-IT (bvitg) und der BVMed. Demnach wird die GIGV in ihrer jetzigen Form nicht für mehr Interoperabilität sorgen können. Mehr
 
Wunsch nach Verschiebung der Einführung des eRezepts und der eAU
Kassenärzt:innen in Sachsen-Anhalt fordern, dass das eRezept und die eAU erst eingeführt werden, wenn alles funktioniert. Sie rechnen mit zusätzlichem Chaos und erhöhtem Arbeitsaufkommen in ihren Praxen, wenn neue Systeme nicht reibungslos eingeführt werden. Mehr

FINANZIERUNGSRUNDEN / M&A

Finanzierungsrunden

International  
     
       
Quip



 
Zahngesundheit



 
$100M (Series B)



 
Mundpflegeunternehmen, das Produkte, Beratung und professionelle Dienstleistungen entwickelt
Elvie

 
Femtech

 
$97M (Series C)

 
Bietet eine tragbare, intelligente Milchpumpe als Wearable an
Alma

 
Mental Health

 
$50M (Series C)

 
Netzwerk zur Verbesserung psychosozialer Versorgung
Solv

 
Plattform

 
$45M (Series C)

 
Digitales Termin-buchungssystem für Arztbesuche
Contextflow

 
Künstliche
Intelligenz
 
$8M (Series A)

 
Bietet 3D Bildanalysen zur Unterstützung von Radiologen an

M&A
 
     
Ciitizen

 
Patienten-
daten
 
$325M

 
Von dem Gentest-Unternehmen Invitae erworben

Hauptquellen: Deutsche Börse Venture Network, Finsmes, TechCrunch
Dir gefällt unser Newsletter? Dann teile ihn gerne auf LinkedIn, Twitter oder per E-Mail!
Post Post
Tweet Tweet
E-Mail E-Mail
LinkedIn
Medium
Website
Email
Copyright © 2021 Brainwave Hub GmbH, All rights reserved.

Du erhältst diese E-Mail, weil Du Dich über unsere Website angemeldet hast. Der Inhalt des Newsletters von Brainwave Hub GmbH dient lediglich zur allgemeinen Information über rechtliche Entwicklungen und die jeweiligen Rechtsgebiete bzw. über die Brainwave Hub GmbH. Der Inhalt des Newsletter stellt keine Rechtsberatung dar und kann die rechtliche Beratung im Einzelfall nicht ersetzen! Jegliche Prognosen, Einschätzungen und Aussagen sind ausschließlich Meinungen der Brainwave Hub GmbH zum jeweiligen Zeitpunkt und ohne Gewähr.

Impressum
Brainwave Hub GmbH - Alt-Moabit 98 - Berlin 10559 - Deutschland
Registergericht: Amtsgericht Charlottenburg, HRB 199716 B
Geschäftsführung: Fabian Pritzel, Luisa Wasilewski
Du hast Fragen? Kontaktiere uns via hello@brainwave-hub.de
Hiermit distanzieren wir uns ausdrücklich von den Inhalten und Darstellungen aller verlinkten Nachrichtenartikel und Seiten.

Füge uns Deinen Kontakten hinzu
Du willst ändern, wie Du diese E-Mails erhältst?
Du kannst Deine Präferenzen ändern oder Dich vom Newsletter abmelden.