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PRESSEMITTEILUNG

Kolumbien: Wahrheitskommission dokumentiert über 60 Jahre Konflikt in einzigartigem Dokument

swisspeace, 08.07.2022 — Ein neues, 8‘000-seitiges Dokument zeichnet die Geschehnisse nach, die den mehr als 60 Jahre langen Krieg in Kolumbien geprägt hatten. Der Konflikt zwischen der kolumbianischen Regierung und der FARC-EP hatte 450’664 Tote, 50’660 Entführte und fast acht Millionen Geflüchtete zur Folge. Eine Wahrheitskommission hat intensiv daran gearbeitet, Zeugenaussagen von Opfern und Überlebenden, Zeugen und Täter des Konflikts zu sammeln und auszuwerten. Einen bedeutsamen Beitrag hierzu leistete die kolumbianische Diaspora in der Schweiz – mit der Unterstützung des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) und swisspeace. Einige Kommissionsmitglieder weilen derzeit in der Schweiz und stehen für Interviews zur Verfügung.

Während der letzten vier Jahre hat die «Commission for the Clarification of Truth, Coexistence and Non-Repetition of Colombia» intensiv daran gearbeitet, Zeugenaussagen von Opfern und Überlebenden, Zeugen und Täter des Konflikts zu sammeln. Das Ziel war es, Menschenrechtsverletzungen wie Tötungen, erzwungenes Verschwindenlassen, Massaker und Folter zwischen 1958 und 2016 zu identifizieren und Empfehlungen zum Umgang mit dieser Vergangenheit zu machen. Mit der Unterstützung des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) und swisspeace konnte die kolumbianische Diaspora in der Schweiz einen bedeutsamen Beitrag zu den Befunden der Kommission leisten. Diese Wahrheitskommission ist die weltweit Erste ihrer Art, die Berichte aus der Diaspora systematisch einbezogen hat.

Diese grenzüberschreitende Arbeit wird nicht nur Menschenrechtsverletzungen für das kollektive Gedächtnis sichtbar machen, sondern auch eine Grundlage für eine friedliche Zukunft in Kolumbien schaffen. Zudem hat der neu gewählte Präsident Gustavo Petro sich dazu verpflichtet, die Empfehlungen der Kommission umzusetzen. Diese umfassen unter anderem die Beschleunigung der Umsetzung des Friedensabkommens, die Verbesserung der Unabhängigkeit des Rechtssystems und die Reform des Sicherheitssektors.

Weiter dokumentiert der Bericht Gründe für und Folgen der Vertreibung und trägt somit zur Anerkennung und Würde geflüchteter Kolumbianer:innen bei. Die Befunde können auch die Schweizer Migrationspolitik gegenüber Kolumbianer:innen und Angehörige anderer Nationalitäten beeinflussen.

Einige Kommissionsmitglieder weilen derzeit in der Schweiz. Falls Sie ein Interview mit einem der Kommissionsmitglieder führen möchten, kontaktieren Sie uns bitte bis am 11. Juli. Sie sind wärmstens eingeladen, diese Pressemitteilung mit anderen interessierten Journalist:innen und Medienvertreter:innen zu teilen.

KONTAKTE FÜR MEDIENANFRAGEN

Maria Vogelbacher: maria.vogelbacher@swisspeace.ch, +41 61 551 56 36 (DE, EN)
Sanjally Jobarteh:
sanjally.jobarteh@swisspeace.ch, +41 61 551 56 51 (FR,EN)
Lisa Ott:
lisa.ott@swisspeace.ch, +41 61 551 56 20 (DE, SP, EN)

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