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PRESSEMITTEILUNG

Geschichten aus dem Exil im schweizerischen und kolumbianischen Narrativ verankern – Ein Durchbruch

swisspeace, 14. 06.2022 — Am 28. Juni 2022 veröffentlicht die kolumbianische Wahrheitskommission ihren Bericht über die Geschehnisse, die den über 60-jährigen bewaffneten Konflikt zwischen der kolumbianischen Regierung und der Guerillagruppe FARC-EP geprägt haben. Dieses Ereignis wird in der Schweiz auf grosses Interesse stossen, da die hier lebende kolumbianische Gemeinschaft einen wichtigen Beitrag zu den Ergebnissen und Empfehlungen der Kommission geleistet hat. Der Bericht wird von den Kommissionsmitgliedern am 14. und 15. Juli 2022 in der Schweiz vor Ort präsentiert.

Die 2017 ins Leben gerufene kolumbianische Kommission für Wahrheitsfindung, Koexistenz und Nichtwiederholung befasst sich mit dem Vermächtnis der Menschenrechtsverletzungen während des bewaffneten Konflikts, der mehr als 600'000 Menschen zur Flucht getrieben haben. Die Wahrheitskommission ist die erste ihrer Art, die sich systematisch mit der Beteiligung der Auslandsbevölkerung befasst. Sie hat mehr als 2'000 Zeugenaussagen von Kolumbianer:innen in 23 Ländern gesammelt. Angesichts der über 5'000 Kolumbianer:innen, die hier leben, war die Schweiz ein idealer Ort, um Zeugenaussagen von Opfern und Überlebenden, Zeug:innen und Täter:innen zu sammeln.

Ermöglicht wurde das Sammeln von Zeugenaussagen durch die Gründung der Arbeitsgruppe «Nodo Suiza», die von swisspeace unterstützt und vom Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) mitfinanziert wird. Sieben von der Kommission geschulte Interviewer:innen sammelten die Zeugenaussagen in den vier Sprachregionen der Schweiz. Die Geschichten der Befragten trugen wesentlich zur Dokumentation der in Kolumbien erlittenen Menschenrechtsverletzungen, aber auch des in Folge des Migrationsprozesses ertragenen Leids bei. Diese Perspektive wird in Kolumbien zu einem besseren Verständnis für die Realität der Geflohenen beitragen und ist von grossem Wert für die Aufklärung der während des internen bewaffneten Konflikts begangenen Verbrechen. Der Prozess hat zudem erstmals durch aktives Zuhören und Anerkennung die Geschichten der Betroffenen gewürdigt und damit einen grossen Beitrag zur Heilung und Versöhnung geleistet.

In Anbetracht des anhaltenden bewaffneten Konflikts und der steigenden Zahl von Asylgesuchen aus Kolumbien, die häufig abgelehnt werden, ist es auch für die schweizerische Migrationspolitik wichtig, Klarheit über die Fluchtursachen, die Fluchtbedingungen und die Situation im Exil zu schaffen.

Der Erfolg dieses innovativen partizipativen Prozesses wird zweifellos den Weg für die Einbeziehung der Diaspora in die künftige Vergangenheitsaufarbeitung anderer Länder ebnen.

Weitere Informationen zur Unterstützung der kolumbianischen Wahrheitskommission durch swisspeace finden Sie hier.

KONTAKTE FÜR MEDIENANFRAGEN

Maria Vogelbacher: maria.vogelbacher@swisspeace.ch, +41 61 551 56 36 (DE)

Sanjally Jobarteh: sanjally.jobarteh@swisspeace.ch, +41 61 551 56 51 (FR)







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