Copy

Infolettre Nr. 7, November 2015

Verwaltung der Urheberrechte für Bühnen- und audiovisuelle Werke
„Faust Variationen“ von Jaroslav Gillar und Helena Korinkova, Prod. Teater 3
 
 

Editorial


315 Milliarden Euro. Laut einer in der Financial Times behandelten Untersuchung ist das der Umsatz, der mit dem Verkauf der persönlichen Daten von europäischen Konsumentinnen und Konsumenten erzielt wird. Dieser Markt könnte bis 2020 auf 1 Billion Euro ansteigen. Internetnutzerinnen und -nutzer sind sehr leicht bereit, persönliche Daten für sämtliche Nutzungen und für immer freizugeben, z.B. an das soziale Netzwerk, welches sie gerade benützen. Diese persönlichen Daten befinden sich laut Schätzungen zu über 80% in den Händen der Internetgiganten.

Es liegt auf der Hand, dass der Unterhaltungswert gratis zur Verfügung gestellter künstlerischer Werke die Konsumentinnen und Konsumenten dazu anregt, neue Technologien zu nutzen (siehe unser Papier N°114 zum Thema). Nach den heute geltenden Gesetzgebungen wird die Entschädigung für Werknutzungen jedoch vor allem auf dem Endverkaufspreis berechnet, welchen das Publikum entrichtet. In der Digitalwirtschaft ist diese Berechnungsweise für die Urheberinnen und Urheber nicht mehr vorteilhaft. Die Urheberrechtsgesellschaften haben 2014 in Europa für den digitalen Bereich rund 258 Mio. € Entschädigungen wahrgenommen. Diese Summe entspricht somit nur etwa 0.08% des Datenverkaufsumsatzes.

Die Urheberrechtsgesellschaften schaffen es zwar immer besser, die Rechte bei den Nutzern auch auf Basis der Werbeeinnahmen einzukassieren. Zudem ist der digitale Werbemarkt stark am Wachsen. Der undurchsichtige Handel mit persönlichen Daten aber wird für die Berechnung der Entschädigungen nie einbezogen. Die Ungerechtigkeit ist augenfällig.

Schliessen wir uns also Forderungen nach gesetzlichen Bestimmungen an, welche Online-Händler zu mehr Transparenz verpflichten würden. Und wir sollten auch klarstellen, dass künstlerische Werke heutzutage einen wirtschaftlichen Mehrwert erzeugen, welcher sich nicht mehr in ihrem Verkaufspreis an das Publikum widerspiegelt.
 
Jürg Ruchti, Direktor

 

Aktuell

Verwaltungsrat der SSA: zwei Wechsel und ein neues Gesicht

Gérard Mermet ist neu Mitglied des Verwaltungsrats, Anne Deluz wurde zur Präsidentin der Kommission Audiovision ernannt...
Mehr dazu

SSA-Website nun auch auf Englisch

Internationale Tourneen, Koproduktion von Filmen zwischen mehreren Ländern? Die englische Version der SSA-Website ist nun online!
Mehr dazu

Wie wäre es mit fairer Entschädigung für Filmschaffende?

In den meisten Ländern haben Filmschaffende kein Recht auf systematische Entschädigung für sämtliche Nutzungen ihrer Werke...
Mehr dazu

Stipendien SSA – FARS 2016 für „Strassenkünstler“

In Zusammenarbeit mit der Fédération des Arts de la Rue Suisses (FARS)  vergibt der Kulturfonds der SSA zwei Stipendien an Urheber von originalen Werken...
Mehr dazu

Stipendien für die Übersetzung von Theaterstücken

Der Kulturfonds der SSA vergibt jährlich bis zu drei Stipendien für Übersetzer, die ein in Französisch, Deutsch oder Italienisch verfasstes Theaterstück...
Mehr dazu

«Collage» kontra «Bearbeitung»

Viele zeitgenössische Theaterproduktionen arbeiten mit Textcollagen. Für dieses Vorgehen braucht man…
Mehr dazu

Wenn neue Koautoren zur Drehbuchentwicklung hinzustossen

Beim Drehbuchschreiben gilt das Sprichwort «Den Letzten beissen die Hunde» eben gerade nicht…
Mehr dazu

Macht Kultur glücklich?

Antworten in der Studie „Kultur und Lebensqualität“ des BFS...
Mehr dazu

Unterstützung der SSA zugunsten der internationalen Werbung für Bühnenwerke von SSA-Mitgliedern

Der Kulturfonds der SSA fördert die Werbung und den internationalen Bekanntheitsgrad der SSA-Mitglieder und ihrer Werke, die im Ausland auf Tournee sind.
Mehr dazu

Unterstützung für das Verfassen eines humoristischen Bühnenwerks

Der Kulturfonds der SSA fördert die Entwicklung und das Verfassen von humoristischen Originalwerken durch aufstrebende Autorinnen und Autoren...
Mehr dazu

Was ein Urheber schrei(b)t
 

"Wer keinen Geist hat, glaubt nicht an Geister und somit auch nicht an geistiges Eigentum.“
Johann Wolfgang von Goethe zugeschriebenes Bon-mot

 
Publikation:                                                                                   
Société Suisse des Auteurs, société coopérative (SSA)
 
Redaktion:
Jürg Ruchti und Nathalie Jayet          

Allgemeine Hinweise                                             

Kontakt