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Infolettre Nr. 4, Januar 2015

Verwaltung der Urheberrechte für Bühnen- und audiovisuelle Werke
Aufnahme vom 11. Januar, Place de la République in Paris während der «Marche républicaine».
Quelle: Mediathek der Europäischen Kommission / © Europäische Union, 2015

 
 

Editorial


Freiheiten
 
Manche erklärten in den letzten Tagen, sie seien Charlie, andere nicht. Egal. Was geschehen ist, hat mit grosser Wahrscheinlichkeit uns alle gleichermassen entsetzt und sprachlos gemacht. Als Bürgerinnen und Bürger, ob französischer Zunge oder nicht, aber selbstverständlich auch als Autoren und anderweitig schöpferisch Tätige. Es sind Menschen der Feder – man bekam dieses Werkzeug, unser Werkzeug, in den letzten Tagen reichlich zu sehen –, die liquidiert wurden (zusammen mit anderen Personen, die wir nicht vergessen). Es handelte sich schlicht und einfach um die Ermordung freier, unabhängiger Zeichner. Zahlreiche soziale, kulturelle und politische Faktoren dürften für die Erklärung dieses Ausbruchs ebenso blinder wie unsinniger Gewalt in unserer Gesellschaft oder, schlimmer noch, in unserem Mikrokosmos angeführt werden. Zum jetzigen Zeitpunkt erinnert uns diese menschliche und moralische Katastrophe daran, dass die freie Meinungsäusserung ein ebenso gefährdeter Wert bleibt wie die Möglichkeit, einen Beruf auszuüben, in dem man seine Meinung nach eigenem Ermessen ausdrücken kann. Vor einigen Jahren arbeitete ich mit einer Tunesierin zusammen, die mir mit Tränen in den Augen erzählte, dass das Berufsverbot, mit dem ihre Produzentin belegt wurde, ihre bescheidene Filmografie erklärt. Und bei einer Debatte in Genf im letzten Herbst verteidigten zwei russische Kollegen (ich betone: Kollegen) ohne mit der Wimper zu zucken das kürzlich erlassene Gesetz, das die Verwendung obszöner Worte im Theater und Film verbietet. Wenn wir bei uns noch das Recht und möglicherweise manchmal die Pflicht haben, "merde" zu sagen oder noch stärkere Worte zu gebrauchen, sollten wir uns daran erinnern, dass dieses grossartige und kostbare Privileg keineswegs für immer garantiert ist.
 
Antoine Jaccoud,
Mitglied des Verwaltungsrats und Präsident der Kommission Kommunikation der SSA
 

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Publikation:                                                                                   
Société Suisse des Auteurs, société coopérative (SSA)
 
Redaktion:
Jürg Ruchti und Nathalie Jayet          

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