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Bothmer Nachrichten

Februar 2021

LIEBE BOTHMER FREUNDE,


Frohes Neues Jahr!

Der Vorstand
Alles Gute zum Geburtstag!
Zur Gründung des internationalen Vereins, 6. Februar 2000

1998, eine Zeit in der die Bothmer Schule voll im Betrieb war und dankenswerterweise ein bis zweimal im Jahr für die ehemaligen Studenten eine Fortbildung und Wiederauffrischung anbot, fand sich eine kleine Gruppe von Menschen zusammen, die sich Gedanken machte inwieweit nun, 21 Jahre nach dem Beginn des Ausbildungsbetriebes der Graf Bothmer Schule (1977), die ehemaligen Studenten erwachsen genug geworden sind, um sich in einer neuen Form zusammenzuschließen und die Fortbildungen und Treffen in einem größeren Rahmen zu organisieren. Es gab verschiedene Vorstellungen warum solch ein Zusammenschluss wichtig wäre, aber im Vordergrund stand der Aufbau einer internationalen Kommunikations- Forschungs- und Fortbildungsstruktur. Dies führte dazu, dass sich ein kleiner Kreis regelmäßig getroffen hat und diese Ideen weiter verfolgte, mit dem Gedanken einen Verein zu gründen, in dem diese Interessen und Anliegen ein Zuhause haben könnten. Als die Ziele und Ideen sich weiter verdichteten, wurde an einem Satzungsentwurf gearbeitet, der einen Rahmen bilden sollte für eine internationale freie Zusammenarbeit. Dies führte dazu, dass am 6. Februar 2000 in einer Gründungsversammlung der Verein: „Internationaler Berufsverband für Bothmer-Gymnastik und Spacial Dynamics e.V.“ aus der Taufe gehoben wurde. Innerhalb der nächsten Jahre präzisierte sich der Prozess dann weiter und es erschien sinnvoll, die beiden Bewegungsarten in verschiedene Vereine auf zu teilen. So hieß der Verein dann „Internationaler Berufsverband für Bothmer Gymnastik e.V.“.  Vorstände dieses ersten Abschnitts waren: Stephan Thilo, Angela Schoen, Soledad Piacenza und Alfred Röhm. Kaum war dies geschehen, wurde verlautbart, dass die Graf Bothmer Schule schließen wird aber die Kurse noch extern zu Ende geführt werden sollten. Damit war die Vollzeit-Bothmer Ausbildung beendet und es stellte sich die Frage, in welcher Form weiterhin Ausbildung in Bothmer Gymnastik gewährleistet werden könnte. Diese Aufgabe führte zu intensivem Austausch und Beratungsprozessen. Es erschien sinnvoll, diese Fragen sowohl der Forschung, als auch der Gemeinschaftsbildung, sowie der Fortbildung in einem größeren internationalen Kreis anzugehen. Es gab unendlich viele offene Fragen, wie die Gymnastik in der Welt stehen soll, was ihre einzelnen Entwicklungen in verschiedenen Ländern und Kontinenten anbelangt, wo sie inhaltlich und spirituell steht, welche Formen der internationalen Kooperation man anstrebt und welche Aufgabe sie mit dem gerade angebrochenen Jahrtausend anzugehen hat. Aus diesem Impuls heraus wurde beschlossen, eine internationale Tagung dort zu veranstalten, wo der Geist der Gymnastik sich erstmals inkarnieren konnte: An der Freien Waldorfschule Uhlandshöhe in Stuttgart, dem Wirkungsfeld des Grafen von Bothmer. Eine intensive Vorbereitungszeit, in der auch viel Inhaltlich gearbeitet wurde, führte letztendlich zur Internationalen Bothmertagung 2002.

Im Rückblick staunt man ein bisschen über das Timing, dass die Studentenschaft mit dem Erwachsenwerden nach 21 Jahren einen sozialen Körper gebildet hatten, der sich als Kontinuität des Impulses in Deutschland etabliert hatte und gleichzeitig die Frage nach der Allgemeingültigkeit und Internationalität der Gymnastik in eine neue Form der Zusammenarbeit geführt hat. Jetzt, 21 Jahre nach der Gründung schauen wir wieder auf einen unglaublichen Verwandlungsprozess: Das was sich im Laufe der letzten 16 Jahre als Bothmer Movement International mit Kursen in den verschiedensten Ländern etablierte, steht, wie viele andere Lebensbereiche, in dieser pandemieüberschatteten Zeit, vor Herausforderungen neue Wege und Ideen zu entwickeln. Es stellt sich die aktuelle Frage, was die Notwendigkeiten und neuen Impulse für diese Zeit und für die Zukunft sind, welche sich entwickelnden Formen der Zusammenarbeit und Kooperation möglich sind. Und natürlich, was die, nun mit 21 Jahren erwachsen gewordene Internationale Gemeinschaft der Postgrads, an Ideen und Impulsen in der Welt ergreifen wird. Durch eine Gruppe aus England z.B. sehen wir, wie sich neue Wege der Onlinezusammenarbeit etablieren (www.bothmermovement.online). Das was Familie war, wird jetzt Beruf, das was Schicksalsgemeinschaft war, kann freier Zusammenschluss werden. Just in diese Zeit fällt nun auch die Vorbereitungen für den hundertjährigen Geburtstag der Bothmer Gymnastik im Sommer 2022. Ich denke wir können mehr als gespannt sein über die Impulse, Begegnungen und neuen Initiativen die sich in dieser ungewöhnlichen Zeit entwickeln werden. Wir stehen in einer spannenden Situation, die im Geistigen, Sozialen und Wirtschaftlichen neue und innovative Wege beschreiten wird.

Wir wünsche dem Verein, der in kontinuierlicher Arbeit seit 21 Jahren aktiv ist und jetzt „Bothmer movement international e.V.“ heißt, einen festlichen Geburtstag, sowie eine sprühende, begeisterungs-geladene und von gegenseitiger herzlicher Wertschätzung geprägte Zukunft! Lasst uns feiern und neu befeuern!

Stephan Thilo
Die internationale Bothmer Gymnastik Tagung 2002 in Stuttgart
 
Der Anfang des 21. Jahrhunderts bedeutete eine Zäsur in der Geschichte der Bothmer Gymnastik. Durch die damalige Schließung der Graf Bothmer Schule in Stuttgart entstanden existentielle Fragen zur Neu-Besinnung und Standortbestimmung der Bothmer Gymnastik.
Um diese Fragen zu vertiefen, wurde 2002 die große internationale Bothmer Gymnastik Tagung vom internationalen Berufsverband organisiert, bewusst in dem Saal der ersten Waldorfschule, wo Fritz Graf von Bothmer die Gymnastik entwickelt hat. Es wurde ein großes internationales Treffen der Begegnung mit über 200 TeilnehmerInnen, bei manchen Vorträgen kamen fast nochmal soviele GasthörerInnen hinzu.
Die Tagung bot viele Üb- und Arbeitsgruppen, Plenums-Gespräche, eine Schüler-Demonstration[1],  Vorträge und abends weitere spontane Gesprächsgruppen und natürlich viel Tanz. Das war dem unglaublichen Einsatz einer kleinen Vorbereitungsgruppe von Bothmer-GymnastInnen zu verdanken, welche über ein Jahr lang, unermüdlich alle geistigen, seelischen, politischen, internationalen und konkret-physischen Aspekte berücksichtigten, um solch eine Tagung möglich zu machen. Das war gigantisch.
Da es das erste Mal war, dass sich TeilnehmerInnen aus ganz Europa, USA und Südamerika in einer gemeinsamen Tagung, ausschließlich für Bothmer Gymnastik zusammenfanden, war die Freude und Energie dementsprechend sehr groß[2]. Da trafen sich ehemalige Bothmerstudenten nach Jahren wieder, oder man begegnete seinen AusbilderInnen  Alheidis von Bothmer, Jaimen McMillan oder Roland Schmidt. Es wirkte zudem horizonterweiternd, da unbekannte Gleichgesinnte aus Dänemark, Italien, England, Frankreich, Ungarn, Deutschland, Holland, der Schweiz, Schweden, Russland oder Brasilien unerwartet zusammen fanden. Aber nicht nur das. So oft bekommt ein „erstes Mal“ eine Art Zauber geschenkt und der war über die ganzen Tage deutlich spürbar.
 
Ich erinnere mich noch gut, dass viele einen Gymnastik-Kurs belegten bei jemanden, den sie noch nicht kannten. Gerade durch die Verfremdungen des Gewohnten, kamen die GymnastInnen umso tiefer ihren eigenen Bestrebungen auf die Spur. Das Spannende war, zu erleben, wie die verschiedenen Ansätze aus einer gemeinsamen Quelle schöpften und jeder aus diesem großen Ganzen - durch sich und seine körperlichen, seelischen und geistigen Dispositionen und Errungenschaften - die Gymnastik verindividualisierte. Das wirkte ermutigend und inspirierend für den eigenen weiteren gymnastischen Weg. 
Es entstand eine Art von Austausch in der jeder zugleich Verantwortung übernahm. Jeder konnte erleben, wie im gymnastischen Tun sich die eigene Wahrnehmung wieder verfeinerte, wie jeder mit einer veränderten Haltung auf das zuging, was man selber plötzlich erzeugte, bewegte, aussprach, erlebte, weniger offensiv, dafür achtsamer, persönlicher, manchmal auch voll befreiendem Humor. Das entstand aus dem Gewahr werden und nicht aus dem So-Müssen. In den Workshops ging es nicht so sehr um richtig oder falsch, um Hervorheben der Unzulänglichkeiten, oder um zu Glänzen, nicht um Beliebigkeiten und vergangenheits-gerichtete Vorlieben, sondern konsequent um das, was jede/n in seiner Art durch eigene Schritte zusammen mit den WeggefährtInnen weiterbrachte. Jeder der Beteiligten zeigte in offenen, wahrnehmenden und wahrgebenden Prozessen ein sehr gutes Gespür für das, was jetzt unternommen werden kann.
Damit bildete diese Tagung den Keim einer neuen internationalen Zusammenarbeit und für die Entstehung von Bothmer Movement International.
Die Vorträge dienten der Standortbestimmung.[3]
Der Vortrag von Alheidis von Bothmer gab uns eine tiefe Verbindung mit der Entelechie Fritz Graf von Bothmers, mit dem Zeitgeist in dem er lebte und seinem Ringen um gymnastische Formen. In einer wunderbaren Knappheit beschrieb sie die Gymnastik-Übungen als Bilder der Entwicklung der SchülerInnen und ihren Verhältnissen zu den lebendigen Kräften des Raums. 
Georg Glöckler besann uns auf die Qualitäten des Raums und Gegenraums, der Leib als Instrument für Seele und Geist und die inneren Haltungen des Lehrens und Lernens in Zusammenhang mit der Waldorfpädagogik und der Anthroposophie. Nämlich dort aufzuwachen, wo man sonst schläft.
In meinem Vortrag habe ich - unterstützt von praktischen Bewegungs-Beispielen auf der Bühne[4] - versucht vier Entwicklungsschritte in der Begegnung mit der Bothmer Gymnastik zu gehen: von den Formen, zum Leben, zur inneren Gebärde und schließlich zu dem Wesen der Bothmer Übungen, ergänzt mit einem Ausblick in die Zukunft.
 
Seit der Tagung ist viel geschehen. Die inzwischen entstandenen Ausbildungsstätten entwickelten immer mehr freie, lebendige und spielerische Übungsschritte in der Beziehung von Mensch und Raum und noch konkretere Verknüpfungen zur Anatomie und Physiologie. Jede Gymnastik Übung ist zugleich Grundlage für eine Metamorphose in bewegende, seelisch-geistige Lebensbereiche. Man muss nicht mal daran glauben, dass die Raupe stirbt und etwas ganz anderes, nämlich ein bunter flatternder Schmetterling daraus hervorgeht.
20 Jahre später leben wir in völlig anderen Zeiten mit einer völlig anderen Generation Z und jetzt auch P (von Purpose)[5]. Wie die Dinge im Leben miteinander verknüpft sind, zusammenhängen, wird immer vorrangiger, durch die Globalisierung sogar in weltweiter Beziehung. Wir befinden uns alle auf einer Weltbühne der www. Gleichzeitigkeiten im Spiel der Gegensätze miteinander. Alles hängt mit allem zusammen. Etwas vom Ganzen wird an jedem Einzelnen sichtbar. Die Mehrdeutigkeit wird Mittel der Erkenntnis. Sie dient der Präzision.
 
Unsere heutige schnelllebige Transformations-Zeit stellt damit viele neue und offene Fragen, weg von einzulösenden Programmen, weg von Konkurrenz- und Wettbewerbsdenken. Die heutige junge Generation ist sofort in hellwacher Aufmerksamkeit, wenn plötzlich durch die Betriebsamkeit hindurch, durch die individualisierten Gedanken und Subjektivitäten der Bewegenden hindurch, etwas entsteht, was über das Subjektive, über das Zeitliche hinausgeht. Die Bothmer Gymnastik kann hier ihren eigenen einzigartigen Beitrag bieten. Ihre Stärke liegt darin, dass sie eine zeitlose Aktualität enthält, dasjenige, was Morgen und Übermorgen noch immer Bestand hat, weil sie an Unendlichkeiten ansetzt - out of the box, nicht Systemrelevant. Diese finden bis in unsere Leiblichkeit und in die drei Dimensionen ihren Ausdruck.
Unsere heutige Zeit zieht einige Paradigmenwechsel für die Art der Aus- und Weiterbildung der Zukunft an sich. Eine geplante nächste Welttagung zu 100 Jahre Bothmer Gymnastik in 2022 kann in diesem Sinne zur entsprechenden Weiterentwicklung beitragen.
Marc Vereeck
 

[1] unter der dynamischen Regie von Milou
[2] In den 60er Jahren gab es auch ein großes Treffen in Stuttgart, allerdings zwischen Turnlehrern, Eurythmisten und Bothmergymnasten mit damaligen Größen wie Gretl Krause, Elisabeth Dessecker, Olive Whicher, Knut Ross, Jochen Nietzold, Peter Prömm, Werner Neumann, Johannes Hoerner, Alexander Julius, und nicht zuletzt Else Klink. Der Duktus dieser Tagung war - laut Berichten - geprägt von Positionskämpfen, wer die richtige Repräsentanz der Bothmer Gymnastik vertrat.
[3] Mensch-Raum  Schriften zur Bothmer Gymnastik Band 1
[4] dank der Mithilfe von Michael Neu
[5] Artikel Welt am Sonntag vom 24.07.2020: Wie die „Generation P“ Lidl, Rewe, Aldi und Co. verändert - von Michael Gassmann
 

Internationale Bothmer Sommertagung 2021

Die internationale Sommertagung ist weiterhin vom 26. Juli bis 01. August 2021 in  Polička, Tschechien geplant.
Dennoch bleibt die Situation angespannt und es ist unmöglich zu wissen, wie die Pandemie, die Regelungen und Vorschriften, in ein paar Monaten unser Leben beeinflussen werden. Wir hoffen, dass die Sommertagung stattfinden wird, aber alles ist immer noch unsicher.
Wir werden euch rechtzeitig über unsere Entscheidung informieren.
Danke für euer Verständnis!


Die Vorbereitungsgruppe

TERMINE UND VERANSTALTUNGEN

  • Überleben oder Leben? Bothmer in unserer Zeit
    Aus zwei verschiedenen Lebensperspektiven werden Marc Vereeck und Stephan Thilo am Samstag den 6.2.2021 um 19.00h ein öffentliches Online Gespräch zur Zeitsituation und der Bothmer Gymnastik auf GoToMeeting führen. Dauer ca. 1Std. Sprache: Deutsch
    Den Link um beim Gespräch der beiden dabei zu sein, findest Du auf unsere Website unter:
    https://bothmer-movement.de/index.php/home/workshops-kurse
     
  • Internationale Sommertagung 2021, Polička, Tschechien,
    26. Juli 2021- 01. August 2021

Beiträge sind immer willkommen! Beiträge, Fragen und Anmerkungen bitte an Krisztina Mogyorosi: krisztina@bothmer-movement.eu

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