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Message Control

Jede Woche werden wir im Wahlkampf mit dutzenden Botschaften zugeschüttet. Hier schauen wir, was davon zu halten ist.

Foto: SPÖ/Kurt Prinz

 

„Mut für Österreich“ - SPÖ

Mut also, sehr gut, Mut, das ist ja schon mal etwas gutes, positiv besetztes, Mut, der ist für alle gut. Wo zum Beispiel wäre Marcel Hirscher ohne Mut, wo Hermann Maier, wo Conchita Wurst? Den Mutigen gehört die Welt, das denkt sich Andreas Gabalier, wenn er zu singen beginnt oder Felix Baumgartner, wenn er irgendwo ein Mikrophon sieht. Lasst uns froh und mutig sein, das hat sich wohl auch Thomas Muster gedacht, als er vor ein paar Jahren mit 43 nochmals auf den Tennisplatz ging um sich von ein paar Jugendlichen verprügeln zu lassen, und das denkt sich Hansi Hinterseer, wenn er seinen Schuhschrank öffnet. Mehr Mut, das war der Gedanke von Didi Kühbauer, als man ihn gefragt hat, ob er sich den Job als Rapid-Trainer zutraut, oder von Ewa Glawischnig, als sie damals das Angebot von Novomatic erhalten hat, es war der Gedanke von Peter Pilz, als er seine neuerliche Kandidatur bekannt gab, von Thomas Drozda, als er den gut dotierten Job bei den Bundestheatern aufgab und ins Kabinett von Christian Kern wechselte und von allen, die damals zu nzz.at gingen, weil der „Fleischhacker sicher weiß, was er so tut“. 

Womit bewiesen war dass man sich Mut nicht kaufen kann. Aber die Mutigen vielleicht? Die SPÖ hat sich für den Wahlkampf als Werber Alois „Luigi“ Schober geholt, den Mann, der in seiner großen Zeit Thomas Klestil zum Bundespräsidenten warb, dann Heinz Fischer und dann Alfred Gusenbauer ins Kanzleramt. Schober war immer ein sehr mutiger Mann, Legionen von Verkäuferinnen in den Wiener Innenstadtboutiquen können das bezeugen (ob er übrigens der war, der Gusenbauer in die weißen Radlerhosen gesteckt hat, ist nicht bekannt, es kann aber wirklich sehr gut sein). 

Und jetzt also Pamela Rendi Wagner. Rendi-Wagner. Mut für Österreich. Das ist ziemlich schön. Vor allem weil man jetzt ein paar Wochen drüber nachdenken kann, wer da konkret jetzt eigentlich mutig ist. Schober besitzt seit 2016 eine Firma, die sich „Charisma Branding“ nennt. Vielleicht ist das ja ein erster Hinweis.

All Things Considered

Gernot Blümel, der charismatischste Chef der Wiener Volkspartei seit Manfred Juracka, ist in diesen Wochen auf Sommertour durch Wien. „Grüß Gernot“ nennt sich die Veranstaltungsreihe, die an allen Places-to-be der Stadt Station macht und mit reichlich Facebook-Werbung gepusht wird. Grüßen kann man Gernot aber nur mit Voranmeldung, eine Abendkasse gibt es leider nicht. 

(Hier lang zu den Fotos der Grüß Gernot Station bei "Figar geht baden". 

Zur Lage der Nation

Und wie ist das jetzt mit dem Wolf? Ab wann darf man ihn abschießen? Seit Anfang Juli werden Schafe im Salzburger Großarltal nämlich immer weniger. 25 sind tot, 20 werden vermisst. Fakt ist: Bei 45 erlegten Schafen in zwei Wochen kann man mit Recht von einem Problemwolf reden und den wollen manche Salzburger Politiker gerne zum Abschuss freigeben. Fakt ist aber auch: Die Schafe im Großarltal waren gänzlich unvorbereitet, ja, gänzlich ungeschützt auf den Wolf getroffen, sagt der Salzburger Naturschutzbund. Und was kann der Wolf dafür, dass die Schafe keine Ahnung haben, wie sie mit ihm umgehen sollen? Eben. Die traditionellen Sommergespräche mit den Parteivorsitzenden macht in diesen Jahr übrigens ein Salzburger. Aber das muss gar nichts heißen. 

Wen wir nach der Wahl vermissen werden

Maria Stern. Immer wieder Maria Stern. Die Frau ist nicht nur Parteichefin der Liste Jetzt Pilz und talentierte Sängerin, sondern auch Astrologin. Ihre unglaublich humorigen Astro-Tipps, zur Zeit nachzulesen auf zackzack.at, machen das Leben ein Stück besser. Weil ja, Mut kann man nicht kaufen. Aber Humor auch nicht. 

Kann man lesen, wenn einem fad ist
Kîmia sitzt im Warteraum einer Pariser Fruchtbarkeitsklinik: Sie ist nach der Khomeini-Revolution aus dem Iran nach Paris geflohen. In kurzen, sprunghaften Rückblicken erzählt die gebürtige Iranerin Négar Djavadi von einem Iran abseits der Klischees (die sie uns aber genüsslich um die Ohren haut), vom Feudalsystem über das Regime des Schah und der Verfolgung der Liberalen bis hin zur Flucht und dem Fremdsein in Europa. 
Schnell, lustig, traurig, schräg, melancholisch und zynisch, liebevoll und ernüchtert. Aber nie ganz.

Négar Djavadi, "Desorientale", C.H. Beck, 400 Seiten, 24.99 Euro
Fixtermin der Woche
Tropical Feelings, gutes, wenn auch experimentelles Essen, dazu die vielleicht schönsten Menschen Döblings. Jedenfalls nur Menschen, die, wie der Gastgeber verspricht, "in gehobener Atmosphäre gut feiern wollen". Nun, der Gastgeber ist Martin Ho, best Buddy von Sebastian Kurz, und der feiert gerne auch in gehobener Atmosphäre. Hinschauen lohnt sich also. Fix. 
Sushi Disco - Dots im Brunnerhof, 1190 Wien.Samstag, 20. Juli, ab 19 Uhr bis open End
Und noch ein Satz zu Vorwärts Steyr…

Die großartige Vorwärts aus Steyr, der sympathischste Nichtabsteiger der vergangenen Jahre, feierte am Wochenende sein 100jähriges Bestehen und zwar mit einem Testspiel gegen Red Bull Salzburg das sie völlig verdient Viernull verloren haben, denn wer feiert seinen 100sten Geburtstag schon mit einem Testspiel gegen diese Retortentruppe, jedenfalls haben sie dann auch noch den Jahrhundertkicker der Vorwärts geehrt, das wurde Daniel Madlener, und auch das war völlig okay, denn den Dani mag jeder, der mal mit ihm am Samstag Abend im "Treff" ein Bier getrunken hat, also jeder, der in den 80ern und 90ern in Steyr groß geworden ist, und dann haben sie auch noch den Jahrhundertrainer der Vorwärts gewählt und das wurde der Scheiblehner, was schon ein bisschen komisch war, weil der Scheiblehner, geh leck hat der Scheiblehner in der vergangenen Saison Dresche bekommen und die Vorwärts vercoacht, so arg, dass die Vorwärts im entscheidenden Spiel gegen Amstetten nach 28 Minuten Viernull hinten war weil sie so nach vorne gestürmt sind, die Vorwärtsler, und so den Amstettnern ins offene Messer gelaufen sind und am nächsten Tag ist der Scheibi zurückgetreten damit sie ihn nicht rausschmeissen müssen und jetzt ist er der Trainer des Jahrhunderts..

Wir lernen: Mut kann also manchmal ins Auge gehen. Aber dafür bekommt man hintennach einen Trostpreis.

Eine schöne Woche. Cheers!
Markus Huber and the Fleisch Collaboration

 
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