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Foto: ÖVP

 

„Unser Weg hat erst begonnen“ - ÖVP

Aller Anfang ist schwer, die meisten von uns kennen das ja: Du solltest joggen gehen, aber dann fällt dir ein, dass die Schmutzwäsche gemacht gehört. Du solltest Onkel Erwin draußen in Niederösterreich besuchen, da fällt dir auf, dass du immer blader wirst und joggen solltest. Du solltest die Steuererklärung machen, da bemerkst du: Jössas, ich hab das Falter-Abo schon monatelang nicht mehr angeschaut und außerdem, hat Onkel Erwin heute nicht Namenstag?
In der Regel kann man so ein paar Minuten gewinnen, manchmal sogar Stunden, in ganz besonderen Fällen (wenn der Klenk auf Urlaub war): Tage. Die ÖVP und mit ihr Sebastian Kurz haben aber jetzt einen Weltrekord in Prokrastination aufgestellt: Die Partei gibt es seit 74 Jahren, seit 33 Jahren ist sie durchgehend in der Regierung, Sebastian Kurz ist seit acht Jahren in der Regierung, war bisher 17 Monate Kanzler: Und Ihr Weg hat erst jetzt begonnen? 
Was war denn dann bisher? Da muss ganz schön viel schmutzige Wäsche rumgelegen sein oder sich der Erwin sehr lange im Keller versteckt haben.
Es kann natürlich auch sein, dass man das hier alles in anderen Zeitdimensionen misst: Wenn man Epochen plant, dann sind ein paar Jahrzehnte nichts. Vielleicht halten sie in der JVP auch deswegen Bryan Adams' „Sommer of 69“ für einen modernen Pop-Song, Madonna für eine junge Wilde und Andreas Gabalier für einen Musiker. 
Aber vielleicht geht es auch gar nicht darum. Der Weg hat erst begonnen, und er scheint relativ weit zu sein. Brüssel. Berlin. Tel Aviv. Jetzt San Francisco und das Silicon Valley - seit Kurz wieder Privatmann ist, hat er fast mehr Flugmeilen gesammelt als Kurt Waldheim während seiner gesamten Amtszeit. Würde die ÖVP für Kurz, seine Entourage und die begleitenden Journalisten auch noch Klimakompensationspakete kaufen, dann stünde der Wiederaufforstung des brasilianischen Regenwalds bald nichts mehr im Wege. Vielleicht ist das ja das grüne Programm der ÖVP.
Da hätten dann alle etwas davon. Und man könnte sagen: Der Weg ist das Ziel. Nicht nur für die Journalisten, die heute mit Sebastian Kurz im Silicon Valley einen Cold Brewed Coffee trinken dürfen.

 

Hans-Peter Doskozil, der sympathischste Schilehrer der SPÖ nach Georg Dornauer, ist dieser Tage erstens bereits im Vorwahlkampfeinsatz, und zweitens auch als Experte für alle Lebenslagen sehr gefragt. Bei Adabei-TV der "Krone" erklärte Dosko, der Held aller Pisten, deswegen auch gerne, wie eine gute Beziehung funktioniert: "Ein Patentrezept dafür gibt es nicht". Für SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner ist das wahrscheinlich keine gute Nachricht. Weil jetzt bleibt ihr nur noch Trial & Error. 

Im Sommer, nein, eigentlich egal wann, passiert nicht so viel. Und so geschah die Trennung des Jahres, der Breakup über den alle reden (zumindest die, die sich gerne auf krone.at und heute.at verirren und Wolfgang-Fellner-Fernsehen sehen), hinter geschlossenen Türen, nein, sogar Gittern: Estibaliz C., wir kennen sie besser unter dem Namen ESTI und nennen sie noch lieber DIE EISLADY (das ist jene Frau, die vor ein paar Jahren zwei ihrer Lebensgefährten umgebracht, zerstückelt und unter ihrem Eissalon, der „Schleckeria“, einbetoniert hat) hat ihre geplante Hochzeit abgesagt. Rumms! Von einem Typen (Martin L., 33, verschiedene Gewaltdelikte) den sie im Knast kennengelernt hat. Rumms! Deswegen, weil er aus seiner Zelle mit Kinderpornos gehandelt haben soll. Rumms! Das ist nämlich etwas, das mag auch die Esti nicht. Deswegen soll jetzt alles aus sein. Das bestätigt auch ihre Anwältin Astrid Wagner, die praktischerweise auch Martin L. vertritt. Der sei aber eigentlich, das sagte sie der Zeitung „Heute“, nämlich kein „Kinderporno-Freak“, und deshalb will Frau Wagner Kupplerin spielen. „Wenn sich die Gemüter beruhigt haben, die Sache klarer ist, steht einer Versöhnung grundsätzlich nichts mehr im Weg.“ Gut möglich also, dass es für einen gemeinsamen Weg auch hier einen Neustart gibt.

Helmut Brandstätter. Immer wieder Helmut Brandstätter. Niemand hat in den vergangenen 18 Monaten außerhalb von Twitter derartig aggressive Kommentare über und vor allem gegen Sebastian Kurz geschrieben wie er, und das skurrilerweise im Kurier. Die suggestivsten davon sind in der soeben als Buch erschienenen Compilation "Kurz & Kickl - Ihr Spiel mit Macht und Angst" bei Kremayr und Scheriau erschienen. Nun kandidiert Brandstätter möglicherweise auf der Neos Liste für den Nationalrat. Und selbst wenn das nicht stimmt: dass er noch jemals im Kurier über die ÖVP schreiben wird dürfen, das ist eher unwahrscheinlich. Schade eigentlich. 


 

Romy Hall ist 29, als sie ihre Haftstrafe antritt: Zwei mal lebenslänglich und noch ein paar Jahre mehr. Die frühere Stripperin (im „Mars Room“, so auch der viel viel bessere Originaltitel) hat ihren Stalker umgebracht, ihr Sohn lebt seither bei der Oma. Was fängt man mit einem Leben an, das schon vorbei ist? Wohin richtet sich die Sehnsucht, wie viel wiegt die Schuld? Und wie viel Schuld ist dort überhaupt, wo die Armut dich niederprügelt (nirgends ist die Armutsquote in den USA höher als in Kalifornien), das Justizsystem nicht funktioniert und der Gutteil der Gesellschaft auf dich pfeift?
Rachel Kushners neuer Roman stellt die großen Fragen, er macht das unsentimental, aber auch rasant und unterhaltsam, weil er die Menschen Menschen sein lässt, was ihnen Würde gibt, und selbst nichts als Literatur sein will. Groß.

Rachel Kushner, „Ich bin ein Schicksal“, Rowohlt, 24,70 Euro

 
Es gibt übrigens ein neues Fleisch, die Abteilung Marketing meint, wir sollen das auch im Newsletter vermelden. Es ist, natürlich, das beste Fleisch aller Zeiten, es dreht sich um das Lebensgefühl "Park", und es hört auf den großartigen Titel "Gemma Park". Kaufen kann man es auch. In der Trafik. Oder bei Resi. Sagt die Abteilung Marketing.
Fleisch 52, "Gemma Park", 124 Seiten, 5 Euro. Am Bahnhof. Bei Thalia. Bei Morawa. Oder bei redaktion@fleischmagazin.at
 
Die Klimakrise ist für uns alle spürbar, auch für die Grünen, die einen Wahlhelfer haben, der besser wirkt als jedes durchgeschwitzte hochauthentische Kurzarmhemd von Werner Kogler. Und weil es immer wärmer wird, halten die Grünen Landstraße ihren Eltern-Kind-Treffpunkt dieses Mal im Kinderbad im Schweizer Garten ab: "Wie immer möchten wir einen Raum zum Spaßhaben für die Kleinen von 0 bis 3 Jahren und zum grünen Austausch für die Eltern schaffen!" Aber Obacht: Der Termin findet nur bei gutem Wetter statt. 
Das grüne Krabbeln - Familienbad im Schweizergarten, 1030 Wien. Freitag, , 26. Juli, 14-17 Uhr. 

 

Die großartige Vorwärts aus Steyr hat am Freitag das erste Bewerbsspiel dieser Saison gewonnen, 3-2 auswärts gegen Bad Gleichenberg, wo auch immer das liegt, es hat der neue Stürmer, wie auch immer der heißt, getroffen und sie haben zwei Mal einen Rückstand aufgeholt und es hat zwar nicht gut, aber zumindest ganz passabel ausgesehen, und sie haben gegen die Gleichenberger gewonnen, obwohl dort einer spielt der so heißt wie der Twitter-Gott aus Wolfsberg, wenn das kein gutes Omen ist, was dann? 

Wir lernen: Die besten Dinge passieren oft, wenn man unterwegs ist. 

Eine schöne Woche. Cheers!
Markus Huber and the Fleisch Collaboration
 
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