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LOGiNJUS© - ein Newsletter der Gimmler Gruppe Nr. 09 / 2014
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Nach dem Streik ist vor dem Streik – 3 Tipps für den erfolgreichen Umgang mit Streiks in der Logistik >>

Veranstaltungshinweise im ersten Quartal 2015

Intensiv-Seminar: Optimierung von Transport- und Logistikverträgen (Wien, AT)
15.-16.01.2015 – Gimmler Logistik Stiftung in Koop. mit Prof. Kummer, (ZTL/WU Wien)
mehr Informationen und Anmeldung als PDF (200kb) >>

SPECIAL: Seminar-Workshop: Erfolgsfaktor Leistungsbeschreibung
21.01.2015 – Gimmler Logistik Stiftung gGmbH, Koblenz mehr >>

Ausschreibungs- und Verhandlungsmanagement
24.-26.02.2015 – BVL Campus, Wiesbaden mehr >>

SPECIAL: Seminar-Workshop: Vertragstuning: Mengen, Qualität, Vergütung
18.03.2015 – Gimmler Logistik Stiftung gGmbH, Koblenz mehr >>

LOGiNJUS© Tipp des Monats

 

Nach dem Streik ist vor dem Streik –
3 Tipps für den erfolgreichen Umgang mit Streiks in der Logistik


Die Ausgangslage:
Das gesetzlich verbriefte Streikrecht stellte 2014 sowohl die verladende als auch die logistische Wirtschaft mehrfach vor große Herausforderungen. Denn – ob auf der Schiene oder in der Luft – die Folgeschäden, durch streikbedingte Logistikkettenstörungen sind immens. Allein im November entstand durch den Streik der GDL ein Schaden von mehr als 500 Millionen Euro. Zur Behandlung dieser akuten wirtschaftlichen Streiksymptome stellt sich die Frage: „Wer zahlt und kommt für die Folgeschäden des Streiks auf?“ – bzw. „Lohnt sich hier die Inanspruchnahme des eingesetzten Logistikunternehmens?“. Der nächste Streik kommt jedoch bestimmt. Klug ist daher, wer die richtigen Konsequenzen für den zukünftigen Umgang mit Streiklagen zieht und Ursachen für streikbedingte Schieflagen bekämpft. Obgleich wirtschaftliche Schäden nicht gänzlich ausgeschlossen werden können – so können sie durch einen proaktiven Umgang erheblich gemindert werden.

 
 
Verwaiste Gleise - nur eine von vielen Streikfolgen

Zur rechtlichen Lagebeurteilung:
1. Der Transportlogistiker haftet, von wenigen Ausnahmen abgesehen, grundsätzlich nicht für rein streikbedingte Schäden. Das gilt insbesondere für Verspätungsschäden, die aus einem rechtmäßigen Streik entstehen. Dies ergibt sich aus dem Zusammenspiel der transportrechtlichen Haftungsnormen (HGB, MÜ, CIM) in Kombination mit dem entscheidenden Artikel 9 Absatz 3 Grundgesetz.

2. Der Transportlogistiker haftet im Ausnahmefall jedoch insbesondere dann, wenn er während des Tarifkonfliktes nicht alles getan hat, um Schäden für seine Kunden zu vermeiden. Er ist in jedem Fall verpflichtet auf Streikankündigungen rechtzeitig mit den erforderlichen Ausweichmaßnahmen zu reagieren und bspw. Touren umzudisponieren oder Dritte zu beauftragen. Der Logistiker muss außerdem im Rahmen des Möglichen besonders schadenskritische Transporte priorisiert durchführen und die Grundversorgung sichern. Dabei hat er ein gewisses Auswahlermessen dann, wenn eben nicht alle Schäden vermieden werden können. Dafür trägt das Logistikunternehmen auch die Beweislast.

3. Außerhalb der Obhut haftet der Transportlogistiker nur für Verschulden. So muss er zum Beispiel bei Auftragsannahme die Durchführbarkeit des Transportes aufgrund des Streikes berücksichtigen. Hier stellt sich auch die Frage des Mitverschuldens des Auftraggebers durch Übergabe zum Transport in Kenntnis der Streiklage.

Lesen Sie hier unsere Tipps für Auftraggeber und Logistikdienstleister >>
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Frohe Weihnachten

Wir wünschen allen LOGiNJUS©-Abonnenten eine schöne Vorweihnachtszeit, besinnliche Feiertage und einen guten Start in das Jahr 2015,

Ihr Team der Gimmler Unternehmensgruppe
Das Logistik-Zitat
 
“Kam ich zum Zug – Bahnhof war weg.”

Werner Gimmler, 1913-1992, Hauptmann a.D.
und Spediteur
Simone Rechel
wird MdGL

 

 
Im November haben die Gimmler Logistik Stiftung gGmbH und die Gimmler Consulting GmbH Simone Rechel, MBA Einzelprokura erteilt. Simone Rechel ist seit 01. Januar 2014 bei der Gimmler Gruppe tätig. Gemeinsam mit RA Karl-Heinz Gimmler hat sie die fachjuristisch-logistischen Systemlösungen LOGiSLA® und LOGiLB© entwickelt und in zahlreichen Praxisfällen angewendet. Als Mitglied der Geschäftsleitung verantwortet sie nun das Marketing und leistet damit einen wesentlichen Beitrag zur strategischen Unternehmens-entwicklung.
Neuer SPECIAL: Seminar-Workshop – 21. Januar 2015 – 09.00 bis 17.30 Uhr
 

Erfolgsfaktor Leistungsbeschreibung

 
Die Leistungsbeschreibung ist – i.d.R. als Anlage zum Transport- oder Logistikrahmenvertrag – idealtypisch Garant für die optimale Umsetzung der vertraglichen Pflichten von Auftraggeber und Dienstleister und somit für eine funktionierende Logistik. Erfolgreiche Verträge kennzeichnet dabei die reibungslose Verzahnung der logistischen und fachjuristischen Bestandteile von Leistungsbeschreibung und Vertrag. Schwachstellen werden in der Praxis häufig zu spät erkannt, zum Beispiel, wenn nachträgliche Änderungen nicht durchgesetzt werden können, sich ein Vertragspartner nicht an die vereinbarten Pflichten hält oder wichtige Punkte ganz einfach nicht gesehen werden.


 
Im ersten Teil des Seminar-Workshops werden die logistisch-betriebswirtschaftlichen und fachjuristischen Grundlagen optimierter Leistungsbeschreibungen erläutert und an praktischen Beispielen dargestellt. Hierzu zählen insbesondere die Einordnung der Leistungsbeschreibung in den Rahmenvertrag sowie die optimierte Abbildung vertragsrelevanter Schnittstellen von Logistik, Technik und IT. Anschließend wird anhand der zehn wichtigsten “Dos and Don’ts” praxisorientiert herausgearbeitet, an welchen Stellen Sie zur Optimierung Ihrer Leistungsbeschreibungen ansetzen können. Bereits wenige gezielte Maßnahmen unserer Best Practice-Gestaltungsmatrix führen hier zu messbar besseren Ergebnissen.
 
Im zweiten Teil des Seminar-Workshops wenden Sie die erworbenen Kenntnisse direkt an einem Schwerpunktfall aus der Praxis an. Dabei steht die Gestaltung, Argumentation und Durchsetzung besonders kritischer Regelungspunkte im Fokus.

Aufgrund der limitierten Teilnehmerzahl besteht die Möglichkeit, intensiv auf Fragen der Teilnehmer einzugehen. Zusätzlich haben Sie die Gelegenheit, im Vorfeld bestimmte logistische Situationen hereinzugeben, die anonymisiert aufgearbeitet und unter Best Practice-Gesichtspunkten gelöst werden.

Zielgruppe
  • Logistikleiter / Projektverantwortliche bei Logistikauftraggebern
  • Geschäftsbereichs-, Standort, Projektleiter bei Logistikdienstleistern
  • Ausschreibungs- und Vertragsverantwortliche in der Logistik
Referenten

RA Karl-Heinz Gimmler, Spezialanwalt für Kontraktlogistik- und Logistik-Outsourcing-Recht, Fachanwalt für Transport-, Speditions- und Steuerrecht, Geschäftsführender Gesellschafter der Gimmler Unternehmensgruppe

Simone Rechel, MBA, Dipl. Betriebswirtin (BA), Mitglied der Geschäftsleitung der Gimmler Unternehmensgruppe

Mehr Informationen und Anmeldung >>
Worst Practice - Geschichten
aus dem LOGiLAND Teil 6

 

Von Vergleichen und Qualitätskennzahlen


Es war einmal im fernen LOGiLAND…

…als der Qualitätstrend der produzierenden Gewerke auch in die Logistikbranche überschwappte. Jeder Logistiker wollte von diesem Trend profitieren und für mögliche Kunden der objektiv beste, schnellste und zuverlässigste Dienstleister sein. KPIs waren das neue Maß aller Dinge und entsprechende Messlatten wurden kontinuierlich höher gelegt.

Diese Situation brachte vor allem Logistiker mit stark vergleichbaren Dienstleistungen in die Bredouille. So lieferten sich die großen landesweiten Paket-Spezialisten ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen um die höchste Overnight-Quote. Schnell war klar, dass der Anbieter mit dem besten KPI bei vergleichbarem Preis erhebliche Marktvorteile erzielen konnte. Im Vergleich zu anderen logistischen Disziplinen wies der Paketbereich jedoch eine nicht unwesentliche Besonderheit auf: die durchgängige Systemhoheit des Paket-Dienstleisters. Kurz: Transparenz bei der Kennzahlenermittlung gab es für Auftraggeber nicht. Dies führte dazu, dass sich bei der Erhebung des gleichen KPIs von Logistiker zu Logistiker systembedingt gewisse Unterschiede ergaben – die nicht immer zum Nachteil des betroffenen Unternehmens gereichten. So war es einem Paket-Unternehmen bspw. technisch nicht möglich die nicht-gelieferten Pakete bei der Ermittlung der Overnight-Quote zu berücksichtigen. Über diese vermeintliche Unwesentlichkeit sprach man natürlich nicht. Vielen Kunden reichte ein blumiger KPI-Wert ohnehin für die Entscheidung über die Auftragsvergabe.

Es kam wie es kommen musste: ein Auftraggeber zog einen interdisziplinären Spezialisten aus der Landwirtschaftsbranche hinzu. Dieser hatte sich intensiv mit den Unterschieden gewisser Obstsorten und der Vergleichbarkeit ebendieser auseinandergesetzt. Was dann geschah ist allzu gräulich, um hier erzählt zu werden. Eines war jedoch klar, Messverfahren, Verifikation und Falsifikation waren fortan aus dem landwirtschaftlich-logistischen Qualitätswortschatz nicht mehr wegzudenken. Übrigens: Plötzlich sprach einiges dafür, dass ein ganz anderer Paketunternehmer das Kopf-an-Kopf-Rennen auf den letzten Metern gewinnen könnte.

Und die Moral von der Geschicht:
Vergleiche – gerade bei Qualitäts-KPIs – Äpfel mit Birnen nicht.
Bildnachweise:
Eisenbahnschienen Günter Förg © / PIXELIO.de
Mütze © Helga Schmadel / PIXELIO.de
Person mit Zahnrädern © everythingpossible – Fotolia.com
Äpfel und Birnen © Tim Reckmann / PIXELIO.de
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Geschäftsräume: In den Sieben Morgen 1 c, 56077 Koblenz

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