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Infolettre Nr. 19, Oktober 2018

Verwaltung der Urheberrechte für Bühnen- und audiovisuelle Werke
"Macbeth's Show", von Didier Carrier nach W. Shakespeare. Foto: Christelle Villégier

 
 

Zuwenig Weitsicht für die Medien

 
Ein bedauernswerter Mangel an Weitsicht prägt den Vorentwurf zum Bundesgesetz über elektronische Medien (BGeM), der sich bis Mitte Oktober in Vernehmlassung befand. Die SSA brachte dies in ihrer Stellungnahme zum Ausdruck. Der Entwurf erhebt den Anspruch, «zeitgemäss zu sein und neben Radio und Fernsehen neu auch die Förderung von Online-Medien zu ermöglichen». Bestimmungen, welche nicht lineare Angebote betreffen (im Gegensatz zu linearen Angeboten, d.h. herkömmlichen Radio- und Fernsehprogrammen), fehlen jedoch darin.

Die Entstehung neuer Werke von Schweizer Urheberinnen und Urhebern hängt von Rahmenbedingungen ab, welche langfristige Finanzierung und Ausstrahlungs-möglichkeiten auf Leinwänden und Bildschirmen aller Art sicherstellen. Im linearen Bereich sind diese Rahmenbedingungen heute dank langjähriger Zusammenarbeit zwischen Bund, Filmbranche und SRG gegeben. Es geht nun darum, sie auf den nicht linearen Bereich auszuweiten und damit den Wandel der audiovisuellen Landschaft zu begleiten, der seit rund 10 Jahren im Gang ist.
 
Der Entwurf will «den gesamten Medienplatz Schweiz stärken», bezieht die neuen Akteure im audiovisuellen Markt, welche täglich sowohl Publikums- als auch Werbemarktanteile erobern, jedoch nicht mit ein: Anbieter von Video on Demand, vor allem aber Videoplattformen und soziale Netzwerke. Diese Akteure werden schon bald mit ihrer ganzen durch die Globalisierung erlangten Kraft einen Frontalangriff auf die Sendeunternehmen ausführen – und dies auf den Fernsehbildschirmen der Wohn-zimmer. Das «Safe Harbor»-Prinzip befreit sie von jeglicher Verantwortung und gibt ihnen einen unfairen Wettbewerbsvorteil. Desgleichen könnten Schweizer Werbefenster der ausländischen Fernsehsender weiterhin Werbeeinnahmen einfahren, die heute schon das Gesamtbudget der RTS übertreffen.
 
Koordiniert mit andern Schweizer Kulturorganisationen schlug die SSA eine Reihe von Massnahmen vor, um diesen Entwurf zu verbessern. Dies ist dringend nötig, damit sich die Schweiz nicht 2025 mit einem Gesetz wiederfindet, welches die Welt von anno 2005 widerspiegelt.
 
Jürg Ruchti
Direktor der SSA
 
 

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Was eine Urheberin schrei(b)t
 

«Die digitale Wirtschaft lässt die Produzenten in einer beispiellosen Unsicherheit zurück. Sie wissen nicht, ob sie die Möglichkeit haben, ihre Investitionen zurückzuerhalten. Dafür gibt es vielerlei Gründe. Dies wirkt sich dann auf die Höhe der Entschädigungen aus, die sie den Künstlern bei der Aushandlung des Vertrags vor der Fertigstellung eines Films zugestehen können.»

Ursula Meier, Filmregisseurin
 
Publikation:                                                                                   
Société Suisse des Auteurs, société coopérative (SSA)
 
Redaktion:
Jürg Ruchti und Nathalie Jayet

Mitarbeit an dieser Ausgabe:
David Busset, Carlo Capozzi, Sandra Gerber, Jolanda Herradi

Allgemeine Hinweise                                             

Kontakt







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