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Infolettre Nr. 23, Oktober 2019

Verwaltung der Urheberrechte für Bühnen- und audiovisuelle Werke
"Anticyclone" von Carole Dubuis und Stéphanie Klebetsanis. Inszenierung Caroline Moret.
Prod. Compagnie Clafouti. Foto: Caroline Moret


 

Editorial

 
Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Genossenschafterinnen und Genossenschafter,
 
Endlich! Die Revision des Urheberrechtsgesetzes ist abgeschlossen. Fast zehn Jahre nachdem Géraldine Savary den Stein mit einem Postulat zum Musikdownload ins Rollen gebracht hatte, verabschiedete die Bundesversammlung am 27. September den Text. Versuche, Privilegien zu erhalten, sei es für die Bibliotheken, sei es für die Hotellerie, wurden abgewehrt. Das Resultat ist nicht spektakulär, aber doch eher zufriedenstellend in den Augen der Organisationen, welche die Kulturschaffenden vertreten.

Und so wird die Schweiz 2020 ein neues Vergütungsrecht zugunsten der Drehbuchschreibenden und Regieführenden für die Nutzung ihrer Werke als Video on Demand einführen. Dieses Recht wird von den zugelassenen Urheberrechtsgesellschaften verwaltet, die Kulturschaffenden können es weder abtreten noch darauf verzichten. Der systematische Schutz ihrer Rechte wird somit verbessert. Der Zeitpunkt ist richtig: Zahlreiche neue Streaming-Plattformen stehen kurz vor ihrer Lancierung. Das Internet wird also die Errungenschaften der Urheberinnen und Urheber im linearen Bereich nicht zum Verschwinden gebracht haben. Die Vorschläge der Kulturbotschaft 2021-2024 gehen ebenfalls darauf ein, dass das Publikumsverhalten klar zum nicht linearen Konsum audiovisueller Inhalte tendiert.

Trotz dieser Fortschritte ist Streaming keineswegs das neue Eldorado der Kulturschaffenden. Der organisierte Kampf für die Entschädigung der Urheberinnen und Urheber, der in Frankreich im 18. Jahrhundert begann, duldet keine Pause. Die schweizerischen Urheberrechtsgesellschaften nehmen diese Herausforderungen mit Entschlossenheit an – und setzen derweil das neue Vergütungsrecht für VOD um. Was die Mechanismen der Digitalwirtschaft betrifft, braucht es künftig mehr Regulierung – vor allem mehr Kampf gegen die Undurchsichtigkeit und die Hegemonie der Technologiegiganten. Die politischen Instanzen werden lernen müssen, deren Funktionsweisen besser zu kontrollieren.
Bei den anstehenden eidgenössischen Wahlen tun die Kulturschaffenden und die ihnen freundlich Gesinnten gut daran, beim Ausfüllen der Wahlzettel das Kulturengagement und die digitale Kompetenz der Kandidatinnen und Kandidaten mit einzubeziehen.
 
Jürg Ruchti
Direktor der SSA
 

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Was eine Urheberin schrei(b)t
 

"Tausend Dank für Ihren Tantiemenvorschuss. Ich schätze es ausserordentlich, dass es eine solche Institution gibt und Sie mir auf diese Weise innert wenigen Tagen die Freiheit geben, die Sommermonate zu überstehen und, wenn alles gut kommt, hier hoffentlich noch mehr Engagements zu erhalten und so mit Stolz die Schweizer Urheberinnen und Urheber im Ausland zu repräsentieren."
 
Dankesschreiben eines SSA-Mitglieds nach der Überweisung eines Tantiemenvorschusses.
Publikation:                                                                                   
Société Suisse des Auteurs, société coopérative (SSA)
 
Redaktion:
Jürg Ruchti und Nathalie Jayet

Mitarbeit an dieser Ausgabe:
Sandra Gerber, Carlo Capozzi, David Busset, Nalini Menamkat

Allgemeine Hinweise                                             

Kontakt







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